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Freizeitaktivitäten im Sommer und Winter

Wenn ich Freizeitpark sage, fällt den meisten sofort die Achterbahn ein. Die gefährlichen Attraktionen sind der Magnet, der die meisten Besucher in die Parks zieht. Wer kein Freund solcher waghalsigen Bauchverdreher ist, der wird in den meisten Parks nicht wirklich glücklich werden. Ein Rekord jagt den nächsten und selbst innerhalb eines Parks gibt es immer größere Zahlen an Höhe, Geschwindigkeit und Verdrehen. Das einzige was einen davon abhält sich den Magen gleich auszukotzen sind die langen Schlangen den Attraktionen, welche zum Teil schon locker an die zwei Stunden dauern. Für gerade mal 3 Minuten Fahrt. Wer solche Attraktionen nicht so spannend findet lernt schon früh diese Parks zu meiden. Und wenn er schon da ist, dann lieber die Bimmelbahn für kleine Kinder zu fahren oder sich einfach nur auf eine Bank setzen und auf die Taschen aufpassen. Tolle Tage sehen anders aus.

Bei Brettspielen ist es oft genauso. Ein 18xx schreckt nicht vor einer Spielzeit von einem vollen Wochenende zurück. Ein Vielspieler hat kein Problem mit einer 60-seitigen Anleitung und auch das Material darf gerne mal locker 3kg oder mehr auf die Waage bringen und dabei ruhig aus rund 1000 Teilen bestehen. Das viele dabei abwinken, die keine festen Spieler sind, ist kein Geheimnis und dennoch bin ich immer wieder erschrocken, das manche es nicht schaffen über ihren Horizont zu sehen. Wie der Vater, der stolz sagt, dass wen sein 8-jähriger Sohn schon Tzolk’in versteht, dann kann das gar nicht zu schwer sein und daher muss es gefälligst nominiert sein. Ich bin auhc ein stolzer Vater und mein Sohn hat schon mit 9 Jahren gut BuBu gespielt, aber ich weiß, dass es die Ausnahme ist.

Manche Freizeitparks setzen sich da bewusst ab und zeigen sich von einer anderen Seite und mit einer anderen Zielgruppe im Fokus. Der Playmobil-Park war eine Erleuchtung wie es auch anders gehen kann, denn es gab kein einziges Fahrgeschäft, sondern nur einen Sandkasten neben dem anderen. Die Kinder waren Superglücklich aufgrund der Vielfalt wie es aussah und wir hatten als Eltern einen erholsamen Urlaub. Auch der Ravensburger Spieleland ist hier Erwähnenswert, weil er nur wenige Fahrgeschäfte hat und selbst diese von den meisten typischen Freizeitparkgängern vermutlich als harmlos und langweilig eingestuft werden dürften. Aber er hat viel mehr Mitmachattraktionen, die die Besucher zum aktiven mitmachen auffordern abseits des Hinsetzen und Fertig.

Es gibt sie also die Freizeitparks die für die nicht-Freizeitparkgänger gemacht sind. So wie es die Spiele gibt, welche gerade die Nicht- und Seltenspieler total begeistert. Die Jury ist da weiter als die meisten Individuen und wählt Spiele wie Hanabi und Qwixx auf ihre Listen als Repräsentanten eines Jahrgangs. Gerade Spieler die nur selten zu einem Spiel greifen sollen, wenn sie dies schon einmal im Jahr machen, zu einem guten Spiel greifen.

Und noch sind es rund drei Tage die wir alle beim Deutschen Spielepreis mit abstimmen dürfen. Es ist die Gelegenheit selber abzustimmen und zu sagen, welches Spiel uns am besten gefällt. Das die nominierten und gerade Siegertitel der letzten Jahre es in die Top 10 geschafft haben zeigt, das nicht nur die Vielspieler diesen Preis für sich beanspruchen können, sondern dass auch die Gelegenheitsspieler gelernt haben mitzustimmen, selbst wenn es nur für die drei Spiele sind, die sie kennen. Aber mir ist es lieber der Preis steht auf stabilen Füßen. Durch die Masse an Stimmen. Wer also noch nicht abgestimmt hat, sollte dies tun. Egal ob er lieber in das Playmobilland oder in den Europapark geht.

Und hier geht es zur Abstimmung bis zum 31.7.: http://www.deutscherspielepreis.de

Matthias Nagy

1 Kommentar

  • Mein Lieblings-Freizeitpark ist De Efteling in den Niederlanden. Und der Grund dafür sind NICHT die schnellsten oder höchsten Achterbahnen, sondern die gesamte Park-Atmosphäre. Es ist ein wirklicher Park, nicht nur eine Aneinanderreihung von Attraktionen.

    Natürlich gibt es auch ein paar besonders schöne Attraktionen, aber auch die leben von ihrer Atmosphäre. Denn hier werden meist alle Sinne zugleich angesprochen, die Augen sowieso, die Ohren durch die thematisch passende Musik, und auch die Nase durch passende Gerüche.

    Vor allem die Musik spricht mich total an. Ich hätte vorher nie gedacht, dass ich freiwillig eine Soundtrack-CD kaufe, nur um die Lieder einiger Attraktionen auch daheim immer wieder hören zu können. (Auch wenn ein paar Lieder sehr nerven, die anderen reißen das locker wieder raus.)

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