Interview mit Duyfkengames

Auf der Spiel finden sich immer Verlage und/oder Spiele, von denen man vorher noch nichts gehört hat. Dufykengames aus Holland ist so ein Verlag und ich hab mich gleich mit dem Kopf Pieter Boots unterhalten!

Bitte stelle dich doch unseren Lesern vor!

Ich bin Pieter Boots, komme aus den Niederlanden und erfinde als Hobby Brettspiele. In meinem normalen Leben mache ich administrative Dinge für eine Handelsgemeinschaft.

Mein Eigenverlag heißt Duyfkengames, benannt nach dem Schiff, mit dem Australien entdeckt wurde (Die „Duyfken“, was Taube heißt). Warum habe ich den Verlag so genannt? Weil ich sehr geschichtsinteressiert bin, insbesondere in moderne holländische Geschichte.

Ich bin schon recht lange Brettspieler und ich mag besonders Spiele mit Interaktion zwischen den Spielern. Folglich versuche ich spiele zu erfinden, in denen die Spieler miteinander interagieren müssen. Hoffentlich erfolgreich…

Bitte erzähle uns doch etwas mehr über dein Spiel Arrondissement!

Die Idee für Arrondissement kam mir, als ich ein Buch über die Pariser Wahlbezirke gelesen habe. Die französische Armee beendete den Sonderstatus von Paris in dem sie Paris übernahmen. Daher werden es im laufe des Spieles immer weniger Arrondissements (kommunaler Bezirk in Paris). Das platzieren des Einflusses symbolisiert den Wiederstand der Kommunen.

Das Spiel geht über neun Runden und jede Runde unterteilt sich in drei unterschiedliche Phasen. Als erstes stimmen die Spieler ab, wie ein Arrondissement gewertet werden soll. Dann können die Spieler ihren Einfluss einsetzen und optional eine Aktionskarte spielen. Dann bekommen die Spieler Punkte und die Spielreihenfolge für die nächste Runde wird festgelegt. Während des Spieles müssen die Spieler vor allem entscheiden was sie wie einsetzen wollen. Der Einsatz der Einflusskarten muss wohlüberlegt sein, denn die werden nach Gebrauch abgelegt. Wer seine Karten zu früh spielt, verliert vielleicht die spätere Wertung, aber sie zu lange auf der Hand zu lassen ist ebenfalls riskant, denn dann kann vielleicht nicht das volle Potential der Karte ausgeschöpft werden.

Die Aktionskarten bieten ein ähnliches Dilemma: Sie sind zwar mächtig, sind aber nicht in jeder Situation hilfreich. Sie bieten aber eine Menge Möglichkeiten und einen hohen Ärgerfaktor.

Das schwierigste Frage ist aber: Wie mache ich Punkte und wie kann ich gewinnen? Der Führende zu sein ist nicht die beste Position, aber wenn man hinten liegt, sollte man punktemäßig nicht zu weit zurückfallen.

Was hast Du für die Zukunft geplant?

Für die nahe Zukunft habe ich ein Spiel über die goldene Zeit der VOC, Schiffe und Handel geplant. Ich habe auch eine Idee für ein Spiel über die Probleme des heutigen Somalia, aber das kann sich eventuell noch lange hinziehen.

Wie kann man in Deutschland Dein Spiel beziehen?

Im Moment gibt es einen Laden in Bochum, der ein paar Exemplare verkauft. Ich arbeite gerade an einer Internetseite, über die man später dann Spiele bestellen kann (Es sind auch nur 500 Exemplare). Ich hoffe auch, dass sich ein größerer Verlag für das Spiel findet, so dass noch mehr Leute das Spiel kennen lernen können.

Du warst zum ersten Mal als Aussteller in Essen. Wie waren Deine Erfahrungen? Irgendwelche Tipps für Neulinge?

Es war eine tolle Erfahrung! Als unabhängiger Verlag hast du die Möglichkeit Dein eigenes Spiel zu präsentieren und andere Spieler sehen, was du so anzubieten hast.

Am meisten haben mir die Reaktionen der anderen Leute und die Gespräche/das Kenenlernen mit den anderen Verlagen gefallen. Ich hatte auch das Glück ein tolles Team am Stand zu haben.

Ich hatte auch einige „Probleme“ in Essen. Viele Leute erwarten eine einfache Visitenkarte, etwas an das ich niemals gedacht habe. Ein weiterer Tipp ist Werbung: Stellt sicher, dass andere Leute über das Spiel vor der Messe lesen können und versucht dafür zur sorgen, dass einige das Spie vorab spielen konnten.

Doch das wichtigste ist die Spielmechanik – die muss stimmen. Außerdem hilft es, wenn die Graphik gut ist, das ist vielleicht die beste Werbung für ein Spiel. Leider hatte ich kein Geld für gute Graphik…

Vielen Dank für das Interview!

Ich hoffe durchaus darauf, dass ein Verlag das Spiel übernimmt, denn ich habe viel Gutes darüber gehört. Allerdings hat ein Spiel mit Prototypengraphik in unseren Autorenrunden schlicht keine Chance gespielt zu werden – es sei denn es ist tatsächlich ein Prototyp … :-)

Autor: Peer Sylvester

Begann seine Spielerkarriere recht früh, weil sein Vater einen Gegner beim Schach brauchte. Berufswunsch in der dritten Klasse: “professioneller Schachspieler”. Lebt in Berlin und arbeitet als Lehrer für Mathematik und Chemie. Hat bereits erfolgreich seine ersten Spiele als Autor bei verschiedenen Verlagen veröffentlicht.

2 Gedanken zu „Interview mit Duyfkengames“

  1. Hallo Peer,

    Duyfkengames war allerdings nicht das erste, sondern bereits das zweite Mal in Essen. Im vorigen Jahr wurde das Papstwahlspiel Conclave vorgestellt.

    Alles Gute von
    Kathrin.

Kommentare sind geschlossen.