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5 Sterne deluxe

Über Noten wurde schon viel geschrieben. Auch hier. Und auch in der Spielbox, in dessen Editional harald Schrapers über die „7“ schreibt – die 7 ist halt allgegenwertig bei Rezensionen, die eine Zehnerskala verwenden. Die 7 ist die Note für Spiele, die gut sind, aber eben nicht umwerfend. Die Spiele, die irgendwo solide sind. Die Spiele, die ein Spieler, der eine gewisse Vorauswahl vor einem Kauf trifft, am ehesten zu Gesicht bekommen wird. Die Note, die auch auf BGG schon recht oft gezückt wird – das  Gros der Spiele hat einen Schnitt mit einer 6 oder einer 7 vor dem Komma.

Das Problem ist nun, dass die Skala zwar einen Bereich von 1-10 umfasst, aber eigentlich interessiert gar nicht der ganze Bereich. Ob ein Spiel nun ganz schlecht, ziemlich schlecht oder ein bisschen schlecht ist, interessiert niemanden. Wenn ein Spiel keinen Spaß macht, braucht man keine Abstufung, dafür, wie wenig Spaß das Spiel jetzt genau macht. Umgekehrt interessiert es vielleicht eher schon, ob z.B. Star Wars Aramada wirklich ne ganze Ecke besser ist als X-Wing (und es sich deshalb lohnt, nochmal eine Hypothek aufzunehmen, um da auch noch mit einzusteiegn) oder ob der Spaß nur anders ist… Ist ein Spiel Außerdordentlich oder sehr gut oder nur „solide, kann man gut mal spielen“ ist als Abstufung schlicht interessanter.

Die Lösung liegt aber nicht in einer Verfeinerung von Noten, sondern in einer Vergröberung. Letztlich braucht man nur: Schlecht (Vermeide ich, wenns geht), Mäßig/Geht so / Naja (Nicht so dolle, aber erträglich), Nett (spiele ich mit), Gut (Schlage ich vor) und vielleicht noch Sehr gut für die Creme ´de la creme, also um wirklich herausragende Spiele noch einmal würdigen zu können. Und voliá – wie sind beim 5-Sterne-Interneteinkaufspauschalbewertungssytem. Und das nicht von ungefähr, denn das hat sich ja durchgesetzt, weil es intuitiv ist und leicht anzuwenden (auch wenn die Mehrheit der Leute eher 1 als 2 Sterne vergeben). Witzigerweise habe ich das System bereits in Prä-Amazon-Zeiten angewand und wurde prompt gefragt, warum man dann nicht gleich Schulnoten vergibt ( statt 5) – Der Grund: 4, 5 und 6 zu differenzieren macht kaum sinn, wann vergibt man insbesondere eine 6 statt einer 5? Wenn das Spiel „broken“ ist? Braucht man da wirklich eine Note für? Das ist doch heutzutagen fast schon ein Ausnahmefall…

Jetzt habe ich prinzipiell viel zu viel geschrieben, nur um zu sagen, dass ich am liebsten überall -uns insbesonderes auf BGG – mit dem 5-Sterne-System arbeiten würde…

 

ciao

peer

 

 

Peer Sylvester

9 Kommentare

  • Hi, mein Wertungssystem ist anders als das von Harald Schrapers. 7 spielbox-Punkte entsprechen in meinem Blog dem Label „reizvoll“. 6 Punkte sind „solide“.

  • Vielleicht nimmst du mich aus dem Vergleich besser ganz raus. Denn das, was Harald im Editorial der spielbox als seine solide 7 beschreibt, entspricht ziemlich genau meiner soliden 6. „Reizvoll“ sehe als eine Stufe höher an. Weshalb ich mit den 7en auch sparsamer umgehe und die 7 definitiv nicht die von mir am häufigsten in der spielbox vergebene Note ist.

  • Genau das waren wohl auch meine Gedanken – so wie Harald seine 7 beschreibt, hätte ich eher eine 6 vergeben… oder so.
    Aber ja, so wichtig ist der Satz nicht, den nehme ich raus!

  • das mit der 5er Skala ist auch wissenschaftlich belegt. Ich meine mich zu erinnern, dass z. B. auch J.M. Leimeister dazu publiziert hat.
    VG
    Jürgen

  • Mich würde interessieren, ob die 5-Sterne-Skala aus den Hotelbewertungen entstanden sind, oder unabhängig entwickelt wurden (so wie wir das damals beim Boberger Spielekreis auch getan haben – aus dem im Artikel dargelegten Gründen).

  • Hm.

    Bei z.B. amazon hat aber fast alles keinen klaren Schnitt von 4 oder 3, sondern von 3 1/2 oder 4 1/2. Sind also doch wieder 10 Schritte, die das System am Ende dem Betrachter präsentiert.

    Bei BGG sind es ja auch Kommawerte ohne Ende, die man eingeben kann und die eben auch beim Rating auftauchen (z.B. 7.45). Im Grunde ist das völlig gleichgültig.

    Was ich an diesen ganzen eindimensionalen Bewertungen sowieso fragwürdig finde ist, dass es sich an den Begriffen „gut / schlecht“ orientiert. Spiele sind wie Musik, Filme oder Bücher so vielfältig, dass mit eine eindimensionale Skala GAR NICHTS sagt. Die einzige Aussage einer solchen Bewertung ist also
    a) wie sehr es dem einzelnen Bewerter persönlich gefällt, und
    b) als Durchschnittswert (ab einer gewissen Anzahl), wie sehr es einer Gruppe an Bewertern gefällt.

    Meine Vorlieben sind so einzigartig, dass Lieblingsspiele von mir sich sonstwo im BGG-Ranking wiederfinden. Umgekehrt gibt es eine ganze Reihe Spiele in den BGG top 100, die ich nach einmaligem Spielen (oder auch zweimaligem) als komplett reizlos empfand.

    Sehr viel aussagekräftiger finde ich eine mehrfache Skala wie z.B. bei spielen.de, bei der ich rasch erfassen kann, um welche Art Spiel es sich handelt, wie interaktiv es zugeht, wie hoch der Glücksfaktor ist, etc. Nur, dass solche Skalen meist nicht von vielen eingegeben wird, sondern vom Hersteller oder einzelnen Rezensenten. Schade, dass es so etwas nicht zur Mitbeteiligung gibt.

  • Ja, man gibt damit nur an, wie sehr man etwas spielen mag (ggf. ergänzt -wie bei der Spielbox- um Faktoren, wie schlechte Spielregeln o.ä.). Ich finde das nicht weiter tragisch, ist halt eine Frage, was man sich von einer Bewertung erwartet. Un derwarten darf man eben nur, dass eine Note aussagt, wie sehr der Rezensent das Spiel spielen mag – und da hilft es eben wenn man den einigermaßen einschätzen kann.
    Ich stimme aber zu, dass auch andere Skalen einen gewissen Nährwert haben können- nur eben nicht in Sachen Spielspaß.
    Damals (Boberger Spielekereis) hatten wir uns auf folgende Skalen geeinigt (immer von 1-5):
    – Schwierigkeitsgrad von niedrig zu hoch (Euros waren immer so bei 3)
    – Aufwand zum Spielen (Aufbau und Spiellänge)
    – Abstrakt -Thematisch (Abstrakte Spiele bei 1, Descent bei 5)
    – Gück-Können (1= Sieger wird praktisch nur vom Glück bestimmt, 5=Kein Glücksfakttor)
    Das hat gut funktioniert, von den üblichen Grauzonen abgesehen (reine Geschicklichkeitsspiele hatten keinen Glücksfaktor z.B. Und ist das Tetris-Brettspiel jetzt abstrakt oder thematisch? ;-) )
    Zusätzlich hatten wir noch eine Note (1-5) für Aufmachung + Ausstattung gegeben – da stellt man aber doch sehr fest, dass die Noten da sehr gealtert sind, bedenkt man den heutigen Standard. Beim Spielspaß hat sich weniger geändert…

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