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Llama Llama

Autor: Kaya Miyano

Verlag: Allplay

Für 2-4 Personen ab 8 Jahren (eher für 4 Personen ab 10 Jahren)

Spieldauer: 15 Minuten

Der Volksmund weist Hund und Katze sehr unterschiedliche Eigenschaften zu, aber tatsächlich sind ja beides fleischfressende Haus-Säugetiere, deren unterschiedliches Temperament eher quasi die Geschmacksrichtung sind, nachdem die potentiellen Frauchen/Herrchen ihr Viech auswählen (sollten).

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Auch Kaya Miyanos Cat Poker und Dog Poker sind erst einmal nicht gerade grundverschieden: Es sind jeweils Kartendecks, wo die einzelnen Kartensorten (Buchstaben) unterschiedlich oft vorkommen. Die einzelnen Sorten sind durch Farbe und Buchstabe gekennzeichnet und nicht von ungefähr sehen die Decks auf den ersten Blick ziemlich ähnlich, wenn nicht sogar identisch aus. Ziel ist bei es bei beiden Spielen bestimmte Kombinationen der Sorten zum richtigen Zeitpunkt auf der Hand zu haben. Doch für welches Haustier – Hund oder Katze – man sich entscheidet, dass hängt davon ab, was für ein Temperament man gerne hätte, denn spielen tun sich die beiden doch recht unterschiedlich. Ich vermute die Parallelen zwischen Haustieren und Kartenspielen ist hier kein Zufall.

Bei Allplay ist aus Cat poker aber Panda Panda geworden und aus Dog Poker Llama Llama und auch wenn Pandas und Lamas ebenfalls unterschiedliche Tiere mit unterschiedlichen Temperamenten sind, so würde wohl kaum jemand auf die Idee kommen, die beiden zu vergleichen. Deswegen tue ich das ja auch nicht, aber die grundlegenden Kartenspiele schon, ein bisschen zumindest.

Das ist keine Rezension von Cat Poker, aber aus genannten Gründen trotzdem ein paar Eckdaten: Es ist ein extrem intuitives Spiel: Karte abwerfen oder Karte ziehen. Letzteres

Dies ist keine Rezension des abgebildeten Spieles

von anderen oder vom Stapel. Manchmal gibt es einen kleinen Zwangsdraft. Wer eine Kombination auf der Hand hat gewinnt. Das perfide: Welche Kombination gewinnt, hängt von der Anzahl der Handkarten ab: Jede Zahl hat eine genau festgelegte Kombi. Und die ist immer anders, wer also eine Karte aufnimmt, braucht plötzlich gänzlich andere Karten, um zu gewinnen – oder man schmeißt wieder eine Karte ab. Das ist dank Kombiübersicht sofort verstanden und ein perfektes Man-ärgert-sich-Spiel, vom Einstieg an süchtig machend wie Skyjo. Runden gehen schnell, manchmal -wenn niemand aufpasst und jemand tolle Karten hat – auch mal zu schnell, aber dafür muss man auch zwei Runden gewinnen und das sorgt für genug Kurzpartien, um das Gefühl zu bekommen, etwas anregendes gespielt zu haben.

Hunde haben den Ruf, ernsthafter zu sein als Katzen und auch weniger chaotisch. Ob das für Lamas auch gilt, weiß ich nicht, aber für Dog Poker und dessen llamatisierte Neuauflage gilt es definitiv. So gewinnt nicht einfach irgendwer die Runde, sondern es gibt Punkte. Ja, wie mondän. Entsprechend sind die zu erzielenden Kombis nicht irgendwelche, sondern werden von den Spielenden bei Rundenbeginn per Handkarte festgelegt. Diese Handkarten werden erst sukzessive aufgedeckt, so erfährt man auch ebenso sukzessive erst, was die angestrebte Kombo eigentlich wert sein kann. Damit man aber nicht einfach nur das behält, was man selbst werten möchte, geschieht das Kartensammeln per Schiebung: Am Anfang müssen VIER der gerade einmal sieben Handkarten nach links weitergegeben werden. Gerade hat man festgelegt, was man wertet und jetzt muss man bereits vier Siebtel des Planes aufgeben und hoffen, man bekommt adäquaten Ersatz von rechts (Von rechts kommt nie was Gutes, aber das ist ein anderes Thema)! Viermal wird insgesamt gezapft, immer eine Karte weniger, zum Ausgleich kennt man immer eine Wertungskombo mehr. Was natürlich wenig nützt, weil man ja weniger Karten weitergeben darf. Auf was hofft man? Was riskiert man? Was sollte man auf jeden Fall behalten? Geben die anderen das einzige verbleibende E auf, mit dem die eh (sic) nichts anfangen können? Die Hunde-Lama-Variante ist trickreicher, verzwickter als die Katzenpandas. Allerdings wie Hunde auch in der Haltung arbeitsintensiver sind als die weitestgehend autonomen Katzen, muss auch bei Llama Llama mehr Arbeit einfließen – nicht nur strategischer Natur, sondern auch bei der Abrechnung, bei der jede Hand gegen bis zu 5 Wertungsoptionen gegengecheckt werden muss (wobei die meisten schnell abgehandelt sind, weil entsprechende Karten nicht vorhanden sind). Wo viele Optionen sind, sind eben auch viele Wertungen.

Andere Buchstaben sind nicht nur für andere Kombis nötig, sondern bringen auch andere Kombis in die Wertung, wenn anfangs abgeworfen.

Es gibt Katzenliebhaber und Hundeliebhaber und im Rosenkrieg heißt es, diese beiden Gruppen wären inkompatibel. Soweit würde ich bei Cat und Dogpoker nicht gehen, aber wer das eine mag, ist nicht zwangsläufig auch ein Fan des anderen. Umgekehrt wird ein Schuh draus: Kaya Miyano bietet tatsächlich zwei ziemlich unterschiedliche Temperamente an. Und das mit fast identischen Decks und Spielzielen.

 

Peer Sylvester
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