Mit der Einführung der neuen Kennzeichnungspflicht für KI-Inhalte tritt für manche Online-Präsenzen eine Phase des Umbaus, der Umstrukturierung und auch Neuausrichtung an. Hier bei Spielbar.com jedoch nicht. Der Gebrauch von KI-generierten Inhalten war bei uns niemals ein Thema. Nicht zuletzt, weil unsere Freude an Gedankenstrichen – eines der angeblich deutlichen Merkmale um automatisch generierte Inhalte zu identifizieren – ganz genuin ist und nicht auf Wahrscheinlichkeitsabwägungen beruht.
Darum sind die feinen Abstufungen und Unterscheidungen welche Inhalte gekennzeichnet werden müssen und welche nicht für uns vor allem eins: irrelevant.
In der Vergangenheit hat Peer schon über den Gebrauch von KI in der Spielentwicklung und –produktion gesprochen. Verlage und Spiele, die diese Dinge dafür nutzen, versuchen wir hier und in den Podcasts nicht weiter zu besprechen. Zumindest nicht ohne den Gebrauch – sofern für uns erkennbar – zu thematisieren. Wir ziehen bewusst eine Grenze zwischen Schöpfungsleistungen von Autor*innen, Illustrator*innen, Redakteur*innen und dem auf Durchschnittlichkeit ausgerichteten Output, dessen größte Qualität darin besteht, Kosten zu drücken. (In der Produktion wohlgemerkt, nicht im Verkauf. Die Gewinne sollen ja steigen und dafür dürfen die Preise nicht sinken.)
Diese Schöpfungsleistung zu beurteilen, einzuordnen und damit auch wertzuschätzen, ist ein wichtiger Grund weshalb wir hier auf Spielbar.com Podcasts und Artikel veröffentlichen. In unseren Kritiken und Rezensionen geht es darum, dass wir uns mit dem Spiel, dem Spielerlebnis, seiner Wirkung und seinen Abläufen auseinandersetzen. In unseren Artikeln schreiben wir über Themen, Ideen und Beobachtungen, die wir selbst machen und gemacht haben. Wir tun das nicht vornehmlich um wertfrei zu informieren und Lesende auf dem Laufenden zu halten. Es geht bei den Veröffentlichungen auf Spielbar.com um Menschen, die Meinungen haben, (Spiel-)Vorgänge analysieren, Ereignisse beurteilen und dann ihre individuelle Einschätzung teilen.
Neider mögen hier Selbstsucht und Selbstherrlichkeit unterstellen. Aber am Ende des Tages sind wir einfach alle begeisterte Spieler, die das Reden und Diskutieren über Spiele für die vielleicht zweitbeste Beschäftigung nach dem Spielen selbst halten. Nichts davon ließe sich durch maschinell generierte Inhalte oder Schritte ersetzen, ohne dass dabei ein ganz wesentliches Merkmal von Spielbar.com verloren gehen würde: der Bezug zu Menschen und Kontakt mit Menschen.
Blogs, Podcasts und social media generell, haben sich auch deshalb so schnell verbreiten können, weil sie uns die Möglichkeit geben, ein menschliches Ur-Bedürfnis zu stillen. Wir können uns einander mitteilen, und über die Gemeinsamkeiten die wir so entdecken, ein Gefühl der Gemeinschaftlichkeit erfahren. Wir können Teil einer Szene sein und uns als Teil dieser Szene definieren. Es gibt kaum etwas Menschlicheres als das.
Warum sollten wir irgend einen noch so trivialen Teil davon aus der Hand geben, und einer Software anvertrauen, die nicht nur die Umwelt zerstört, sondern auch jede Form der Online-Kommunikation verdächtig macht?
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