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Generischer Blogpost

Ich habe gerade Heinrich Lehnhardts lesenswerten Artikel über automatische Fussballberichterstattung in der Hamburger Kreisliga gelesen und mich als verantwortungsvoller Abstauber von Rezensionsexemplaren Rezensent gleich gefragt, ob man sowas nicht auch für die Rezensionen hier in der Spielbar bauen könnte. Immerhin könnte man so die Quantität des Outputs enorm steigern, was dem Leser enorm entgegenkommt. Alles für den Leser!  Natürlich habe ich gleich eine Idee, wie sowas funktionieren könnte und unser hauseigener Chef-Informatiker geht dann sicherlich sofort daran, den Bot zusammenzuschrauben.

Wenn der erst einmal fertig ist , braucht man dann nur den Namen und den Verlag einzugeben, sowie der Webseite der Regeln (die müssen online sein) und dann darf man noch ankreuzen, ob einem das Spiel gar nicht/sehr/ ein bisschen gefallen hat.

Die Rezi beginnt dann mit „Bei [Titel] von [Verlag] muss man [Text aus „Spielziel“ der Anleitung]

Dann kommt eine Materialauflistung (aus der Anleitung) und unter der Überschrift „Spielverlauf“ alles was in der Spielanbleitung nach „Aufbau“ kommt, aber vor „Spielende und Gewinner“.

Unter Fazit dann : „Mir hat das Spiel [sehr/keinen/ein bischen] Spaß gemacht. Der Zielgruppe wird es gefallen. Ich rate im Zweifelsfall aber dazu das Spiel vor dem Kauf auszuprobieren. Wir danken dem Verlag [Verlag] für die Rezensionsexemplare und hätten gerne noch mehr davon.

Und auch wenn ich den leisen Verdacht habe, dass es diese Programm in irgendeiner Form bereits gibt, denke ich, dass die Spielbar bald die Spieleseite Nummer 1 sein wird!

Wisst ihr eigentlich was noch generisch sind? Arbeitstitel. Wenn man mit einem Spiel anfängt, weiß man noch nicht so richtig, was am Ende unten abfällt, aber zumindest ich gebe Protos erst einmal einen provisorischen Titel, um den dann zu ersetzen, wenn mir etwas besseres einfällt oder wenn sich das Thema ändert oder so. Das ist ein kleines Problem bei den zugehörigen Dateinamen, denn die ändere  ich nicht mit und so muss ich nach längerer Bearbeitungspause oft suchen, bis mir einfällt, dass „Juwel von Afrika“ mal „Schatzspiel“ hieß oder welcher Proto sich hinter „Stefan Feld Spiel 1“ verbirgt. (Wir sind das Volk! hieß übrigens lange „BRD vs DDR“) Schlußendlich macht das Benennen des Protos zwar Spaß (und sorgt manchmal für eine gewisse Richtungsvorgabe beim Entwickeln), aber der Name wird beim Erscheinen doch oft noch einmal verändert.

Insofern ist es überraschend, dass Uli Blennemann den Arbeitstitel des Protos nennt, der 2016 bei Spielworxx erscheinen soll. Aber gut: Der Name „Dice for the Galaxy“ gibt schon ein paar Informationen, um was es bei dem Spiel geht und aufmerksame Beobachter können das Spiel auch mit dem letzten Hippodice-Wettberwerb in Verbindung bringen, wo es dann noch mehr Informationen zum Abreifen gibt. Insofern war die Entscheidung den Titel des Protos zu nennen ungewöhnlich, aber nachvollziehbar. Besser jedenfalls, als sich nur für die Kurzmeldung einen neuen, generischen Titel auszudenken, der dann sowieso wieder geändert wird (Ich hätte „Würfel im All“ vorgeschlagen, aber mich fragt ja keiner. Außerdem kenne ich das Spiel überhaupt nicht).

Daher überrascht mich mehr noch als Ulis Entscheidung die Reaktion auf Boardgamegeek (runterscrollen): Weil der generische Prototypentitel so ähnlich klingt, wie das in den USA erschienene Race for the galaxy, gibt es eine Menge negative Kommentare, von wegen, das Spiel würde sich an den Erfolg von RttG anhängen oder so. Und das obwohl aus der Meldung von Spielworxx klar hervorgeht, dass es ein Arbeitstitel ist. Und die Autoren in den Kommentaren klargestellt haben, dass der Titel älter ist als Tom Lehmanns Spiel. Und der Titel geändert wird. Aber jetzt hat Spielworxx ja schon unverdiente Aufmerksamkeit von allen bekommen, die Race for the Galaxy wollen, aber keine anderen Spiele mehr kennenlernen wollen oder so. Und die jetzt Sekunden ihres Lebens damit verschwendet haben, einen Satz über ein Spiel zu lesen, dass sie womöglich nicht interessiert.

Anscheinend wäre es besser gewesen, die Meldung wäre gewesen: „Es erscheint ein neues Spiel bei Spielworxx. Den Arbeitstitel nennen wir nicht, damit keiner denkt, es hätte etwas mit einem anderen Spiel zu tun. Über Mechanismus und Thema sagen wir nichts, damit keiner aus den zwei Sätzen Kurzbeschreibung Plagiatsvorwürfe erhebt.“

Keine Ahnung, warum.

ciao
peer

Peer Sylvester
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