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Verlagsvorstellung: NSKN Legendary Games.

Ich gebe es zu: NSKN Legendary Games und ihr Spiel Warriors & Traders ist in Essen völlig an mir vorrüber gegangen. Glücklicherweise las ich im Internet (IIRC bei den Westpark Gamern) darüber und mit etwas querlesen war ich überzeugt: Hier lohnt sich eine Vorstellung! Das Spiel ist im Moment gerade nicht verfügbar, wenn es demnächst wiederkommt, werde ich wieder darüber berichten.

Bitte stelle Dich und Deinen Verlag kurz vor!

Ich bin Andrei Novac, ein 30jähriger Ingenieur mit einer Passion für Brettspiele. Mein Abenteuer in der Brettspielwelt begann vor zwei Jahren als ich einen Freund beim Wort nahm, der meinte: Wenn Dir Risiko nicht gefällt, solltest Du dein eigenes Brettspiel erfinden.

Heute arbeitet er mit mir bei NSKN Legendary Games. Wir haben den Verlag vor einem Jahr gegründet und auf der Essener Spiel 2011 brachten wir unser erstes Spiel, Warriors & Traders, heraus. Wir legten dabei einige Grundregeln für unseren Verlag fest, die wichtigste ist, dass wir niemals die Qualität der Spiele komprimitieren würden, sowohl aus Spielersicht als auch aus Verlegersicht.

Bitte erzähle uns mehr über  Warriors & Traders!

Warriors & Traders ist ein reines Strategiespiel. Mit diesem Satz stelle ich das Spiel anderen vor. Auf einige wirkt es abschreckend, aber die Mehrheit der Spieler ist gleich interessiert.

Thematisch im finsteren Mittelalter angesiedelt bildet Warriors & Traders eine Kombination aus Eurogame und Wargame. Jeder Spieler startet als Herrscher eines kleinen Landes, entwickelt es über drei Technologiepfade und versucht mehr Land zu erobern. Kurz Zusammengefasst sind die Technologien “Produktion”  (um mehr Ressoucen zu bekommen), “Handel” (um effizienter mit der Bank zu handeln) und “Militär” (für größere und bessere Armeen)

Die Kernmechanik ist ein Aktionssystem, bei dem mittels Aktionen die Technologien verbessert, Armeen ausgehoben und Kriege erklärt werden.

Es gibt unausweichlich Konflikte mit den Nachbarn und den inneren Kampf, das beste aus den zwei Aktionen pro Runde machen zu wollen. Alles was man macht bringt Siegpunkte für das Spielende. Kein Element von Warriors & Traders enthält einen Glücksfaktor, es gibt keine Würfel, keine Ereigniskarten und selbst die Kämpfe werden zufallslos ausgefochten.

Was habt ihr für die Zukunft geplant?

Wir haben einige Projekte in der Planung und küren gerade den “Sieger”, also das Spiel, dass 2012 im Rampenlicht stehen wird. Das wird kein Spiel ohne Glücksfaktor sein, die sind sehr schwierig auszubalanzieren. Wir werden unsere Zielgruppe mit einem Wargame und einen Kartenspiel ausweiten. Sobald die Spiele fertig ausgereift sind, werde ich mehr Details bekanntgeben, aber im Moment werden die Spiele noch testgespielt. Ein Versprechen kann ich aber geben: Wir werden unsere Spiele weiter in Deutschland produzieren und keine Kompromisse bezüglich der Qualität machen.

Ihr habt ein Büro in Rumänien und eines in Belgien – Seid ihr ein Belgischer oder ein Rumänischer Verlag?

Wir sind ein ganz schön internationaler Verlag! Der Verlag wurde in Rumänien gegründet und dort haben wir unser Hauptlager. Ich lebe allerdings in Belgien und habe hier ein Büro und ein paar einzelne Spiele. Produzieren tun wir aber mit LudoFakt in Deutschland, die haben das beste Material.
Wenn wir unsere Prototypen testen suchen wir nach Spielgruppen mit möglichst unterschiedlichen Backgrounds und aus möglichst verschiedenen Ländern – Warriors & Traders wurde z.B. in mehr als 5 Ländern getestet und für unser nächstes Spiel wollen wir diese Anzahl auf mindestens 10 erhöhen.

Hast Du noch einen Rat für andere Autoren, die ihre Spiele im Eigenverlag herausbringen wollen?

Ich habe lange über die richtige Antwort für diese Frage nachgedacht.

Es gibt heutzutage eine Menge Autoren, die ihr Glück versuchen und mehr als 50.000 Spiele auf dem Markt. Ich denke, es ist schwierig da Fuß zu fassen, aber nicht unmöglich.

Der erste Schritt ist es ein wirklich gutes Spiel zu haben und fest an sein Projekt zu glauben. Es an einen Verlag zu schicken ist definitiv eine Option, aber die bekommen so viele Prototypen, dass es schwierig ist, da herauszustechen.

Meiner Meinung nach ist der beste Weg klein, aber unabhängig anzufangen und ein paar Leute zu finden, welche dieselben Interessen teilen und ein wenig Geld und viel Leidenschaft zeigen. Es gibt mehrere Wege sein eigenen Spiel zu veröffentliche und wenn das Spiel erst einmal in einer Schachtel steckt, mit ordentlichen Graphiken und schönen Materialen bestückt ist, kann man es der Spielewelt vorstellen und so gutes Feedback bekommen. Wenn das Feedback gut ist, werden Verlage und Vertriebe auf das Spiel aufmerksam, besonders nach einem großen Event wie die Spiel in Essen. Ab dann ist alles möglich!

Ich glaube nicht, dass es nur ein Rezept zum Erfolg gibt, aber es gibt eine Zutat, die allen Rezepten gemein ist: Leidenschaft! er bestimmt genug ist, kann alles schaffen!

Ich danke für das Interview!

 

Peer Sylvester

Begann seine Spielerkarriere recht früh, weil sein Vater einen Gegner beim Schach brauchte. Berufswunsch in der dritten Klasse: “professioneller Schachspieler”. Lebt in Berlin und arbeitet als Lehrer für Mathematik und Chemie. Hat bereits erfolgreich seine ersten Spiele als Autor bei verschiedenen Verlagen veröffentlicht.
Peer Sylvester

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