Neues vom Tellerand: Hasbro-Filme

OK so neu ist die Meldung nicht – Monopoly der Film wurde bereits seit einigen Jahren angekündigt – aber auf der New York Toy fair konnten Eingeweihte einen subtilen Hinweis erhalten, dass wir demnächst alle ein beliebtes Spiel im Kino bewundern dürfen. Und ich meine auf der Leinwand und nicht Monopoly-Die Hollywood Edition im Kinoshop.

Nein, es wurde Battleship Galaxis vorgestellt. Fans von Schiffe versenken (und sind wir das nicht alle?) rieben sich verwundert die Augen: Wieso heißt das Spiel “Battleship”? Das hat doch praktisch nix mit dem klassischen Schiffe versenken zu tun! Tatsächlich ist eher ein taktisches  Raumschiff-Schlachtspiel (quasi ein CoSim Xtra Light), bei dem lediglich die Trefferermittlung an das Vorbild erinnert. Tatsächlich vermute ich eine Verbindung mit dem für 2011 angekündigten Film “Battleships” bei dem es zwar nicht um Raumschiffkämpfe geht, aber um den Kampf einer Kriegsschiffflotte mit einer Flotte potentiell außerirdischen Ursprungs. Die Erweiterung des Battleships-Universums in den Weltraum, so dass der Film irgendwie zum Spiel passt erscheint schlüssig.

Aber wieso überhaupt Filme auf Brettspielen basieren lassen? Die Idee erscheint ziemlich dämlich, vor allem wenn es um Spiele wie Battleships, Candyland oder eben auch Monopoly geht, die sich nun nicht gerade durch viel Story auszeichnen (anders als Betrayal at House of the Hill oder Battlestar Galaktica. Kleiner Scherz 😉 ) (Immerhin reichts für ein Video).

Aber der Wahnsinn hat Methode.

Rückblende: Anfang der 80er Jahre hatte Hasbro riesigen Erfolg mit Cartoonserien zu ihren Spielzteugprodukten: Transformers, GI Joe (hierzulande eher unbekannt), Mask oder My little Pony hatten alle ihre kleinen Serien und ich glaube nicht, dass ich der einzige war, der sich aufgrund der Serie Spielzeug gekauft hat. Diese Serien waren z.T. in Deutschland Anfang der 90er Jahre bei Tele 5 zu sehen. Es gab eien langen Rechtsstreit ob und wie diese Serien als Werbung aufzufassen sind und letztlich musste Hasbor diese Serien auslaufen lassen.

Dann geschah lange Zeit praktisch nichts. Im Februar 2008 kam es dann zum schicksalsträchtigem Deal zwischen Universal Pictures und Hasbro. Universal verpflichtete sich mindestens 4 Filme über die wichtigsten Markenprodukte aus dem Haus des Spielzeuggiganten zu drehen. Der Hintergrund des Deals: Transformers lief ausgezeichnet und Universal hatte nach einer Reihe Kassenflopps das Bedürfnis mehr Filme mit Markenappeal zu drehen. Außer Fast and Furious und die Bourne-Filme hatte Universal nämlich keine “Franchises” mehr offen und die Bourne-Filme waren offiziell abgeschlossen (schon weil Matt Damon keine mehr drehen wollte).

Dummerweise lief nicht alles wie geplant: Bereits GI Joe lief ausgesprochen mittelmäßig in den USA und in anderen Ländern z.T. gar nicht (in Deutschland ist das Spielzeug wegen des recht militäristischen Tenors eh nicht zu haben, auch die Serie lief bei uns nur bei Super Channel auf englisch).  Und nun hat Universal ein unlösbares Problem: Drehen sie die Filme nicht, müssen sie mit enorm hohen Strafzahlungen rechnen. Drehen sie die Filme, so müssen sie höchstahrscheinlich mit Flopps rechnen. Das Monopoly-Drehbuch wird zwischen Drehbuchautoren herumgereicht wie ein toter Waschbär (irgendwie ist die Story vom erfolgreichen Immobilienmakler der so obssesziv von Monopoly besessen ist und in eine Monopolywelt hineinrutscht nicht überzeugend). Die Filme zum Ouija-Brett und zu Candyland sind bislang nicht über das Skizzenstadium hinausgekommen. Und Battleships? Das soll sogar ein ganz ordentlichen Drehbuch haben – nur hat es halt praktisch nichts mit dem Spiel zu tun. Womit wir wieder bei Battlestar Galaxis wären.

Nur: Wer guckt sich schon einen Battleships-Film an? Man könnte sagen: Hasbro hat Universal Studium mit einem guten Treffer versenkt.

ciao

peer

 

P.S.: Wieder ein Bonusfrage für diesmal 3 Siegpunkte: In welchem Tim & Struppiheft spielt Captain Haddock  Schiffe versenken?

Peer Sylvester

Autor: Peer Sylvester

Begann seine Spielerkarriere recht früh, weil sein Vater einen Gegner beim Schach brauchte. Berufswunsch in der dritten Klasse: “professioneller Schachspieler”. Lebt in Berlin und arbeitet als Lehrer für Mathematik und Chemie. Hat bereits erfolgreich seine ersten Spiele als Autor bei verschiedenen Verlagen veröffentlicht.

3 Gedanken zu „Neues vom Tellerand: Hasbro-Filme“

  1. Es gibt auch Leute, die sich einen Film zu einem Disney-Fahrgeschäft anschauen, so dass dieser erfolgreich ist. (Fluch der Karabik) Auch gibt es Serien, die auf Twittermeldungen basieren? Warum soll ein Film nicht auch erfolgreich sein, der auf einem Brettspiel basiert?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.