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Musik in meinen Ohren

Ich hatte mich diese Woche mit einem Kollegen über eine Gruppe bekannter Spieler unterhalten. Sie spielen regelmäßig und viel aber sie sind nicht allwissend, aber das bin ich auch nicht. Ich komme damit also gut zurecht. Allerdings verwundert es schon wie wenig diese Spieler manchmal wissen, wo ich mir denke, dass sollten sie doch wissen, oder nicht? Selbstverständlich kann man doch davon ausgehen, wenn andere sich so lange damit beschäftigen, dass die eine Ahnung haben, oder? und wie so oft sind es meine Kinder die mich geerdet haben.

Wenn wir als Familie mit dem Auto unterwegs sind, dann sind wir zwar immer reden und Unterhalten, aber vor allem läuft Musik. Da ich kein Freund von den Radioprogrammen bin, welche einen mit Werbung beschallen und deren Musikauswahl mal gut und mal fragwürdig ist, und ich auch keine Lust habe zwischen den Sendern hin und her zu wechseln, mache ich mir meine eigen Musikliste.

Und hier ist mir aufgefallen, dass ich mich eigentlich schon lange bis ewig mit Musik beschäftige. Ich habe über 1000 Alben in meiner Musikbibliothek. Diese komplett durchzuhören am Stück dauert laut meinem Computer 48 Tage am Stück ohne Pause. Ich wechsle oft die Richtungen und ändere auch mal worauf ich gerade mehr Lust habe. Aber habe ich Ahnung von Musik? Auf jeden Fall lautet die Antwort: Nein.

Ich habe als Kind im Konzertchor gesungen, ich habe in meiner Jungend die Hitparaden verfolgt und Musik im Radio an den ersten drei Tönen erkannt. Ich habe bei einem Blick auf meine Sammlung festgestellt, dass ich im Schnitt immer etwa gleich viele Platten jedes Jahr mir neu zulege. Da sind neue Platten von alten Lieblingen genauso dabei, wie Empfehlungen von Freunden oder Menschen denen ich begegne oder Musik die ich zufällig woanders aufgeschnappt habe. Da ist eine gewisse Mischung dabei. Es gibt Musicals die ich liebe. Ich habe Punk, Heavy Metal, Deutschpop, A Capella, Klassik und Computerspielmusik.

Da fehlt die Linie und wenn ich einen Fachmann höre, muss ich gestehen das er für mich in fremden Wörtern redet. Ich versteh kein Wort. Da fallen Begriffe die ich nicht nachvollziehen geschweige denn zuordnen kann. Da gibt es auf ein mal Musikrichtungen die so schrecklich klingen, das ich abwinke und zufrieden bin mit dem was mir gefällt. Ich will ja nur die Musik genießen und nicht in dem Business arbeiten.

Und das ist auch mit vielen Spielern so. Die kommen nach Essen. Die haben vielleicht sogar 100 oder noch mehr Spiele zu Hause. Aber sie wollen Spielen. Es interessiert sie nicht, welcher Verlag in der Ecke oder welcher Autor drüber steht. Sie können manchmal nachvollziehen, was der Illustrator gemacht hat, weil sie noch ein anderes Spiel in dem Stil haben und es wieder erkennen. Aber an sich ist es ihnen völlig egal. Diese Zielgruppe werde ich vielleicht nie erreichen. Ich finde es gut, dass um diese Zielgruppe gekämpft wird. Das die Leute diesen Menschen vieles erklären und denen gute Spiele nahe bringen. Ich finde es auch gut, wenn diese Leute auch ihre Freude an den Spielen erkennen, und anderen Spiele empfehlen. Aber ich merke wie schwer es mir fällt diesen Menschen etwas zu vermitteln. So wie der Professor in der Uni manchmal auf einem Niveau geredet hat, wo ich nur noch abschalten konnte, so rede ich für manche Menschen und ich merke es.

Und dann bin ich froh, wenn diese Menschen dennoch nicht die Freude ma Spielen verlieren und genau das machen. Einfach weiterspielen. Und ich muss noch mehr lernen.

Matthias Nagy
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