Verlagsvorstellung: CEPIA

Wir machen uns heute auf den Weg nach Frankreich, wo ein neuer Verlag versucht Carabande den Rang als bestes Geschicklichkeitsspiel abzulaufen: CEPIA. Einen Eindruck von Bisikle gibt es in diesem Video.

Bitte stelle Dich und deinen Verlag unseren Lesern vor!

Ich heiße Emmanuel Arnould, bin 51 Jahre alt und bin erst vor kurzem in die Spieleszene gekommen. Es war völlig ungeplant und war, wie so oft, ein kompletter Zufall. Als ich meine alte Firma verkauft hatte, hatte ich Zeit für mich und ich nutzte sie um Bisikle zu erfinden. Es dauerte etwa 18 Monate um einen Prototypen nach meinen Geschmack fertig zu stellen. Ich stellte den ersten funktionsfähigen Prototypen auf der Pariser Messe vor, wo es eine Reihe potentieller Käufer gab. Weil ich in der Zwischenzeit andere Projekte gestartet habe, lies ich das Spiel erst einmal fallen, weil ich dachte, es würde zu viel Zeit kosten. Aber mein Sohn Cedric drängte mich einen neuen Verlag zu gründen, wo er mit helfen würde, sich um alles zu kümmern. So begann alles.

Wir entschieden uns CEPIA als Verlag für hochwertige Spiele zu gründen. Das Ziel ist CEPIA als internationaler Verlag mit vielen guten Spielen zu günstigen Preisen zu etablieren. Bisikle ist unser erstes Spiel.

Bitte erzähle uns etwas mehr über Bisikle!

Es war eine ziemliche Herausforderung, Bisikle auf den Markt zu bringen. Natürlich war die erste Hürde das Entwerfen des Ganzen. Dabei war die Entwicklung des ZBalls die größte herausforderung. Um preisgünstig zu bleiben musste der Ball das komplexeste sein und der Rest einfach gehalten werden.  Günstig zu produzieren, bedeutet in China zu produzieren. Das ganze Design, die Entwicklung et. fand in Frankreich statt, aber produziert werden sollte in China. Also mussten wir dorthin reisen, um geeignete Fabriken auszuwählen. Als nächstes mussten wir den Spielzeugmarkt verstehen: Agenten, Vertriebe, Entwickler… Eine ganz neue Welt für mich! Aber endlich war es soweit: Bisikle ward geboren! Man ist sehr stolz, wenn man die erste Schachtel des eigenen Spieles zu Gesicht bekommt! Der Verkauf begann im Oktober 2009. Jetzt, im August 2010 wurden bereits einige tausend Stück verkauft und wir sind erhältlich in Frankreich, den Beneluxländern, Spanien, USA und in Kanada. Wir wollen unser Geschäft in weitere Europäische Länder ausdehnen, natürlich auch nach Deutschland und dann nach Asien und Lateinamerika.

Was habt ihr für die Zukunft geplant?

Der ZBall ist eine echte Innovation im Spielebereich. Prüft es nach: Er ist einzigartig! Er eröffnet viele Möglichkeiten. Als erstes haben wir eine neue Version von Bisikle namens RoadZters gemacht, mit Autos statt Fahhrädern. Das hilft uns in Marktsegmenten, in denen Radrennen nicht populär sind. Auch planen wir ein neues Produkt namens “ZBall Conquest”: ein einfaches Spiel mit einer Halbkugel, die 5 Löcher hat. Jeder Spieler hat 3 ZBalls und wer als erstes seine ZBalls in drei Löcher der Halbkugel verschwinden lässt, gewinnt. Das ganze wird dadurch aufgewertet, dass verschiedene ZBalls verschiedene Kräfte haben. Und man kann sie sammeln! Das Spiel wird in Essen vorgestellt und wird  11,99€ kosten. Und wir haben jede Menge weitere Ideen!

Nehmt ihr Prototypen von Außenstehenden an?

Ja, tun wir. Wir sind bereits in Verhandlung mit potentiellen Partnern. Wir wollen Spiele, die einfach sind, aber nicht simpel. Ich bevorzuge Spiele, die man fast ohne Regellektüre spielen kann. Die Regeln liest man dann nur, weil man etwas nicht versteht… Und ein erfahrener Spieler muss immer noch herausgefordert werden.
Ich suche besonders Spiele (oder Spielzeug), dass so zwischen 10 und 20€ kosten soll, also nicht zu aufwendig in der Produktion sein darf.

Wenn jemand eine gute Idee schickt, läuft das folgendermaßen:

– Sie senden mir einen spielbaren Prototypen mit Regeln.

-Wenn ich den mag, überprüfe ich die Produzierbarkeit

– Dann melde ich mich mit den Änderungen die ich gerne hätte, so dass das Spiel gut und preiswert wird.

– Sie überarbeiten ihr Spiel

-Wenns gut aussieht, realisieren wir das Projekt!

Im Moment arbeite ich an diversen Projekten von diversen Autoren.

Hast Du abschließend noch einen Rat an andere Leute, die ihre Spiele selbst veröffentlichen wollen?

Das ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Am wichtigsten ist wohl,. dass man genügend finanziellen Rückhalt hat, denn es ist ein langer Weg, bis das eigene Spiel irgendwo im Regal liegt!

Vielen Dank für das Interview!


Autor: Peer Sylvester

Begann seine Spielerkarriere recht früh, weil sein Vater einen Gegner beim Schach brauchte. Berufswunsch in der dritten Klasse: “professioneller Schachspieler”. Lebt in Berlin und arbeitet als Lehrer für Mathematik und Chemie. Hat bereits erfolgreich seine ersten Spiele als Autor bei verschiedenen Verlagen veröffentlicht.

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