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Spielevorstellung: Timber Tom (PYXI)

Timber Tom ist ein Spiel von Marco Bing und ausschließlich über die Webseite des Autoren zu beziehen. Es handelt sich um eine Art Wettrennen durch die Natur: Wer zuerst eine vorher vereinbarte Anzahl Gipfel bestiegen und das dort liegende Gold abgeholt UND wieder heil zurückgekehrt ist, gewinnt das Spiel. Aufsehen erregt das Spiel durch seine aussergewöhnliche Ausstattung. Dazu später mehr. Bevor ich das Spiel selbst vorstelle, lasse ich den Autoren zu Wort kommen.

Marco, erzähle doch mal von dem Spiel!

Timber Tom sollte ein Wettrennen werden, dass sich von anderen Rennspielen abhebt. Ich experimentierte anfangs mit einem abstrakten Brett (Löcher in einem Raster) herum und wollte dabei allerhand neue Strategien und Herangehensweisen ausprobieren. Viele aktuelle Rennspiele arbeiten mit einem Legemechanismus. Obwohl ich das ganz gerne mag wollte ich ein Rennspiel mit festem Brett kreieren, möglichst eines dass auch in einem fahrenden Wohnwagen gespielt werden kann!

Das Thema „Wandern“ gab es von Anfang an – Mechanismus und Thema entstanden gleichzeitig. Dasselbe gilt für die Idee Bäume als Hindernisse zu  die Topographie zur Bestimmung der Zugweite zu nutzen. Schwieriger war dann schon zu entscheiden wo die anderen Elemente hinkommen sollen: Die Hütten, Flüsse, Brücken und Hubschrauberlandeplätze. Das habe ich alles in 2D designed. Erst später habe ich alle zu einem dreidimensionalen Brett zusammengebaut.

Ich wollte auch eine innovative Schachtel. Es entstand die heutige Schachtel, bei denen alle Komponenenten sicher in einer Extraschachtel innerhalb der großen Schachtel verstaut sind. Dadurch kann das Spiel problemlos transportiert werden und es sieht auch viel besser aus!

Da das Spiel exklusiv über meine Webseite vertrieben wird kann ich einen sehr hohen Qualitätsstandard zu einem recht günstigen Preis (34,95 € + Porto) anbieten. Im Moment wird das Spiel noch aus Frankreich verschickt, aber ich hoffe bis zum Ende des Jahres einen Vertrieb in Deutschland aufzubauen. Auch eine deutsche Regel ist in Arbeit (Im Moment sind Regeln und Karten noch in englisch).

Schachtel Timber Tom

Timber Tom ist für 2-4 Spieler geeignet und Spieldauer kann variiert werden: Es geht ja darum Goldsäcke aus den Bergen aufzusammeln und die Anzahl der Goldsäcke beeinflusst natürlich die Spieldauer: Zwischen 20 und 80 Minuten, je nach Geschmack.

Das erste was bei Timber Tom auffällt ist natürlich die Ausstattung: Das Spielbrett ist tatsächlich dreidimensional und bietet eine ansprechende (wenn auch nicht überwältigenden) Graphik. Alle Komponenten sind schön modelierte Plastikfigürchen. Zudem wird alles während des Spiel in kleine Löcher gesteckt, so dass selbst einer Partie während eines Erdbebens nichts im Wege steht…

Figuren

Spielerisch bietet Timber Tom solide Familienkost – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Wer an der Reihe ist setzt seine Figur eine bestimmte Anzahl von Felder; die genaue Anzahl hängt von dem Terrain ab, in der die Figur startet. Außerdem wird eine -ebenfalls Terrainabhängige – Anzahl von Bäumen gepflanzt. Das tut man natürlich vorzugsweise so, dass der Gegner effektiv am Vorankommen gehindert wird (Einkesseln ist aber nicht erlaubt – sollte es dennoch passieren, darf der eingekesselte einige Bäume entfernen). Da das Brett wenig Überraschungen bietet (nur in bestimmten Bereichen muss die Bewegungszahl erwürfelt werden und manchmal kommt auch eine Ereigniskarte zum Einsatz), ist das Spiel recht planbar. Daher kann auch ein kleiner Umweg am Ende den Sieg kosten – und daher kann man mit den Bäumen schön stören. Allerdings haben die Spieler (begrenzte) Mittel um Bäume auch kurzerhand wieder aus dem Weg zu räumen. Da die Bäume nur langsam ins Spiel kommen, ist es sinnvoll mindestens auf 3 Goldsäcke zu spielen, sonst ist einfach zu wenig los. Und selbst dann habe ich das Gefühl, dieser Mechanismus ist noch etwas unterrepräsentiert (wobei ich es noch nicht zu viert gespielt habe, da mags anders aussehen). Immerhin: Schick siehts schon aus, wie der Spielplan „zuwächst“:
Brett mit Bäumen
Um das Thema noch zu unterstreichen und ein paar taktische Möglichkeiten einzubauen gibt es noch Helikopterplätze, die große Züge erlauben und die Möglichkeit sich gegen Nahrungsabgabe in die nächste Hütte abholen zu lassen (aber nur auf bestimmten Feldern).
Im Großen und Ganzen ist das Thema stimmig umgesetzt und bietet durchaus einige taktische Feinheiten. Allerdings auch nichts weltbewegendes: Strategen sind hier klar unterfordert. Im Familienkreis mag Timber Tom aber durchaus -nicht zuletzt wegen der großartigen Ausstattung – gefallen. Einer sollte aber schon englisch können, denn die Ereignisskarten müssen verstanden werden.
Wo man dem Spiel die „Kleinverlagsherkunft“ aber ansieht ist (mal wieder muss man fast sagen) bei der Spielregel: Die ist zwar schön hübsch mit vielen Bildern ausgestattet aber leider ziemlich unbrauchbar strukturiert: Es fehlt am Anfang die Übersicht wie ein Spielzug generell abläuft, stattdessen findet man zahlreiche Ausnahme- und Sonderfälle, die dann aber nicht mal richtig erklärt werden, sondern dann auf andere Seiten verweisen. Auch zum Nachschlagen ist das ganze nicht wirklich geeignet, aber immerhin gibt es eine Regelübersicht. Zum Glück ist Timber Tom ja nun kein schwieriges Spiel, so dass auch diese Hürde letztlich gut genommen werden kann.
Kaufempfehlung? Kommt drauf an! Dieses Spiel richtet sich primär an Familien und an Wenigspieler mit Hang zum Wandern. Vielspieler werden sich unterfordert fühlen. Man erwirbt mit dem Kauf allerdings etwas ausserordentlich schönes!
ciao
peer

Peer Sylvester
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2 Kommentare

  • Nach einigem Hin und Her habe ich das Spiel bestellt. Die ersten Spiele entsprachen genau deinem Eindruck. Inzwischen haben wir allerdings die „Wollemi Pines“ Erweiterung (Marco Bing war so nett, ein paar zusätzliche Bäumchen zu schicken): Wollemi Pines stehen unter Naturschutz. Jeder Spieler erhält davon ein paar (unsere sind gelb angemalt) und kann sie statt normaler Bäume planzen. Diese dürfen aber nicht wieder gefällt werden. Und schon (ähnlich wie bei den zusätzlichen, farbigen Gleisen für „Transamerica“) wird das Spiel sehr viel besser! Denn jetzt ist Rationierung angesagt.

    Auch lassen die regeln m.E. einiges an Hausregeln zu, bzw. kann man mehr Gipfel spielen oder einfach gleich mal weniger Ressourcen verteilen – schon wird es echt eng. Wir experimentieren hier und da, und das Ganze ist für einen lockeren Familienkreis super.

    Ich bereue den Kauf jedenfalls nicht.