spielbar.com

Veränderungen

Man hört immer wieder den Satz: Ich möchte mein Spiel selbst (oder gar nicht) herausbringen, weil ich nicht möchte, dass jemand anders das verändert. Ein Bekannter meinte neulich zu mir: Wenn du den Prototyp an diesen Verlag gibst, muss dir klar sein, dass der Verlag da ganz viel ändern wird – der ist dafür bekannt! Ich selbst habe schon einen kritischen Text über Redakteure verfasst.

Andererseits erlebe ich gerade live, wie eine optimale Zusammenarbeit aussieht. Zugegeben ist dies eine Zusammenarbeit zwischen mir und einem mittlerweile zum Co-Autor „augestiegenden“ Freund. Wunderbar ergänzen wir uns und was er durch geschickte Fragen und Ideen noch aus dem Spiel herausholt, hätte ich alleine niemals geschafft. Das Spiel wird nicht angepasster, sondern besser.

Der große Unterschied ist für mich: Das Spiel war vorher gut und wir beide haben das anerkannt. Es ging nicht mehr darum zu diskutieren, ob es ausgewogen ist oder ob der Glücksfaktor zu hoch ist oder ob es überhaupt funktioniert oder ob es eine Killerstrategie gibt. Das Spiel war gut und man hätte es so verkaufen können (mit graphischer Bearbeitung vielleicht). Doch das Spiel hatte viel Potential, dass noch ungenutzt war und durch geschicktes „Was wäre Wenn?“-Fragen konnte noch mehr davon genutzt werden. Das Thema konnte noch weiter herausgearbeitet werden. Der Spielverlauf konnte interessanter gestaltet werden. Mit anderen Worten: Aus einem guten Spiel wurde ein großartiges.

Der Redakteur Ignacy Trzewiczek (Portal) berichtet in seinem Blog änliches.Nach der Phase „Ist das Spiel fertig? Ist es ausgewogen?“ kommt die Phase „Was wäre noch cool?“ und die macht ein Spiel besonders. Leider habe ich das Gefühl, dass diese Phase oft in der Entwicklung übersprungen wird. Auch von etablierten Verlagen. Und das ist schade.

ciao

peer

Peer Sylvester
Letzte Artikel von Peer Sylvester (Alle anzeigen)

Podcast-Episoden