spielbar.com

Verlagsvorstellung Solway Games

Ich denke es liegt nicht zuletzt an der englischen Spielemesse, dass in England immer mehr kleine Verlage gegründet werden, die ein oder zwei Spiele im Programm haben. Dabei ist die Qualität dieser Spiele schon recht ordentlich zu nennen! Auch Solway Games ist einer dieser Verlage und ich habe mich mit dem Kopf des Verlages unterhalten:

Bitte stelle Dich und Deinen Verlag kurz vor!

Ich heiße Will Sargent und mein sehr junger Verlag heißt Solway Games. Ich wohne am Rand des Lake District in Cumbria, England am  Solway Firth und da kommt auch der Name her.

Ich bin ein gelernter Journalist, aber ich mache auch Graphikdesign, was ich so sehr genieße wie das Schreiben selbst. Weil ich seit vielen Jahren mit Indesign und Photoshop gearbeitet habe, konnte ich damit mein Spiel selbst gestalten – ich empfehle beide Programme, besonders Indesign, jedem Spieleautoren, der seine eigenen Spiele gestalten will.

Ich habe einen Partner, Kate, sie ist Lehrerin und einen Sohn, der gerade 1 Jahr alt geworden ist! Hoffentlich testet er bald meine neuen Spiele mit mir!

Bitte erzähle uns mehr über Dein Spiel!

Die Idee zu meinem Spiel, Isla Tetra, kam mir beim Sammeln nach Strandgut. Ich sammel Holz am Strand hier in der Nähe und baue daraus Gartenmöbel und Regale. Ich arbeite gerne mit Holz, das ist ein großes Hobby von mir.

Eines meiner Lieblingsbücher ist Robinson Crusoe und einer meiner Lieblingsfilme Cast Away (Tom Hanks). Ich glaube das zusammen mit meiner Leidenschaft für Strabdgut und meine Liebe zur See (und zum Abenteuer) gab mit die Idee für das Spiel. Oh, und ich mag natürlich auch Brettspiele!

Ich habe auch lange als Videospieljournalist gearbeitet und in England für GamePro, PC Home, PC Gameplay und andere Magazine geschrieben. Während dieser Zeit wollte ich immer schon Videospiele selbst entwickeln, aber ich wollte nicht in einem großen Entwicklungsstudio an lanmgweiligen Dingen wie Fifa oder Harry Potter arbeiten. Was ich machen wollte, war ein Spiel für die Nintendo DS entwickeln.

Meine Lieblingsspiele sind von Nintendo – eine Firma, für die ich großen Respekt habe. Ich glaube die DS ist das interessanteste Gerät zum Spielen seit vielen Jahrem (leider kann ich nicht dasselbe über die Wii sagen), was man leicht daran erkennen kann, dass Apple und all diese Handyfirmen die Ideen für ihre Produkte verwenden.

Eines meiner Lieblings DS Spiele ist PuzzleQuest Warlords.Die clevere Grundidee ist, dass man eigentlich ein normales Drei-in-einer-Reihe-Puzzle hat, bei den man Farben zusammenbringen muss, dies aber in ein spannendes Rollenspielabenteuer eingebettet ist. Das ist eine Idee, die ich auch für Isla Tetra benutzt habe, wo Tetriselemente genutzt werden, um Gegenstände zu verbessern und um sich zu bewegen oder seine Gesundheit wieder aufzuladen. Ja, das ist ganz anders als bei Puzzle Quest, aber ich muss den Autoren des Videospieles dafür danken, dass so ein Grundmechanismus sehr unterhaltsam sein kann, wenn andere Dinge im Hintergrund mitlaufen.

Ich mag die Idee, dass man irgendwo gestrandet ist und alles nutzen muss, was die Natur hergibt und was so an den Strand gespült wird. In Isla Tetra baut man Gegenstände aus alten Metalldosen, alten Stiefeln und sogar aus toten Vögeln und einem Pilotenhelm! Diese Gegenstände sind aus Tetrisähnlichen teilen zusammengesetzt und werden auf dem eigenen Spielplan zusammengesetzt. Immer wenn ein Muster vollständig gefüllt ist, bekommt man den entsprechenden Gegenstand, der einem hilft, die Gegend zu erkunden oder Fische zu fangen oder Fotos zu machen. All diese Dinge bringen am Ende und zwischendurch Punkte. Es gibt viele Wege zum Sieg und mit jedem Spiel wird man einen neuen Weg entdecken.

Was hast du für die Zukunft geplant?

Mein nächstes Spiel wird GeoPhys heißen – ich liebe Archäologie, denn es ist spannend, wenn man nicht weiß, was man als nächstes finden wird. Das Spiel wird einen ähnlichen Grundmechanismus wie Tetra benutzen, aber es wird ein ganz anderes Spielgefühl haben. Es wird in England spielen und dort all die originalen Ausgrabungsstätte der letzten Jahre abdecken. Das Spiel sollte Ende 2011 erscheinen.

Wie kann man Deine Spiele beziehen? Wirst Du in Essen sein?

Mein Spiel ist nur direkt bei mir zu beziehen: sargent254 @ btinternet . com

Es kostet 29£  £8  Versand.
Nein, ich werde nicht nach Essen kommen. Ich bin vollauf damit zufrieden, mein Spiel von zu Hause aus zu vertreiben.

Vielen Dank für das Interview!

Ich habe eine Partie hinter mir und die zu viert. Das ist sicherlich nicht optimal, selbst der Autor empfiehlt mittlerweile zu zweit oder mit den Soloregeln anzufangen. Zu mehrt dauert es etwas und das Spiel ist kaum interaktiv und daher fällt das auf. Davon ab, ein paar Eindrücke:

Für ein Kleinstverlagsspiel ist das Material in Ordnung, die Graphik ist aber durchaus gelungen. Die Regel ist aber furchtbar unübersichtlich geschrieben. Das wiederrum liegt an vielen Regeldetails. Hier kann man sagen, dass ich zwar positiv sehe, dass man viel machen kann (insbesondere führen sehr unterschiedliche Wege zum Sieg: Man kann Fotos schießen, angeln, erkunden…) diese Sachen z.T. aber viele Spezialregeln benötigen. Eventuell hätte der Autor hier gutgetan etwas abzuspecken. Aber dafür sorgen diese Unterregeln für thematische Unterstützzung.

Wenn ich die größte Stärke und die größte Schwäche des Spiels benennen müsste so würde ich als Stärke den Puzzlefaktor ansehen: Es macht durchaus Spaß die Raster zu vollenden und sich entscheiden zu müssen, auf welchen Teilaspekt man sich konzentriert. Als größten Nachteil empfinde ich, dass es sich doch etwas zieht: Es dauert relativ lange, bis man was geschafft hat. Das liegt einerseits an die Downtime, andererseits auch daran, dass man pro Zug maximal 2 Teile verbauen kann. Dadurch fehlt etwas Tempo im Spiel. Ohne das Spiel zu zweit (anscheinend die beste Mitspieleranzahl) gespielt zu haben, verkneife ich mir aber ein abschließendes Urteil., auch weil sich viele Dinge erst einschleifen müssen.

ciao

peer

Peer Sylvester

Begann seine Spielerkarriere recht früh, weil sein Vater einen Gegner beim Schach brauchte. Berufswunsch in der dritten Klasse: “professioneller Schachspieler”. Lebt in Berlin und arbeitet als Lehrer für Mathematik und Chemie. Hat bereits erfolgreich seine ersten Spiele als Autor bei verschiedenen Verlagen veröffentlicht.
Peer Sylvester

Letzte Artikel von Peer Sylvester (Alle anzeigen)