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Spielezimmergeschichten Teil 1

Im Frühjahr 2006 war es soweit: Unser Wohnzimmer und das Schlafzimmer und der Flur platzten aus allen Nähten. Überall Regale, Regale, Regale voll mit bunten Schachteln, die zum Spielen einladen…

vor Umbau
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Nur gut, dass einer der anderen Mieter unseres Mehrfamilienhauses just zu dieser Zeit beschlossen hatte, seine Miete nicht mehr zahlen zu wollen. Kurzer Prozess und nun haben wir zwei Wohnungen in einem Haus, nämlich auf der ersten sowie auf der dritten Etage. Und eine davon beherbergt seitdem zum einen unser Arbeitszimmer und zum anderen unsere Spielesammlung. Letzteres hat den schönen Nebeneffekt, dass unser Wohnzimmer nun auch von Besuchern mit “wohnen” assoziiert wird.

nach Umbau
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Die Einrichtung eines Spielezimmers sollte übrigens nicht übers Knie gebrochen werden, denn dabei gilt es viel zu planen und viele Aspekte zu berücksichtigen. Dies beginnt mit der Frage nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit im angestrebten Raum, führt über zu Verdunklungsmöglichkeiten und betrifft Fragen der Lagerung. Eins nach dem anderen: Spiele bestehen zu einem Großteil aus Papier und Pappe und benötigen daher eine pflegliche Behandlung. Bei der Lagerung muss bedacht werden, keine Regale unmittelbar an Außenwänden zu platzieren. Aufgrund von Temperaturunterschieden kann es hier nämlich bei mangelnder Luftzirkulation zu Kondensation und damit verbunden zu Schimmelbefall kommen. Die Verdunklung (z.B. Rolläden) ist wichtig, damit ständiger Sonneneinfall nicht zum Verblassen der Schachteln führt. Nahezu religiös wird es dann bei der Frage, ob die Spiele stehend oder liegend eingelagert werden. Bei der Art der Regale wird es schon etwas leichter. Uns war besonders wichtig, das wir ein Regalsystem haben, was auch in vielen Jahren noch erweitert werden kann. Tja, und dann liegt dieses schwedische Möbelhaus auch noch so in der Nähe… Es wurde also ein kleiner Ivar.

nach Umbau
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Beim Einräumen der Spiele folgt dann schon die nächste Herausforderung: Wie platziere ich die Regalböden, so dass möglichst viele Spiele in die Regale passen. Und wie schätze ich die Zukunftsprognose für einzelne Verlage ein. Wird Hans im Glück weiterhin in seinen üblichen Formaten publizieren, welche abstrusen Wechsel der Schachtelgrößen sind bei Queen noch zu erwarten… Und dann: Wie viel Platz muss ich im Regal für die Erweiterung der Sammlung noch lassen? Zwischen den Zeilen liest man: Ja, unsere Spiele sind nach Verlag und dann nach Schachtelgröße sortiert. (Ich frage mich immer, wie Frauen auf die Idee kommen, die Spiele nach Schachtelfarbe zu sortieren…).

nach Umbau
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Ganz wichtig für die Ausstattung eines Spielzimmers ist natürlich auch das Licht. Umwelt hin oder her, Sparlampen haben da nichts verloren. Das Licht muss krachen, darf aber gleichzeitig nicht auf der Spielfläche zu störenden Reflektionen führen. Also Halogenstrahler installiert und zwar vier Stück je Tisch. Da wären wir dann auch schon beim nächsten wichtigen Punkt: Mit am längsten hat die Suche nach geeigneten Spieltischen gedauert. Klar war nur, dass die Oberfläche Holz bzw. verwandtes Material sein sollte. In Möbelhäusern haben wir dann Farbanalysen durchgeführt. Auf welchem Holz sehen bunte Spiele am schönsten aus? Welches Holz verleiht dem Raum mehr Wärme? Schnell war klar: Es soll dunkelbraunes Holz sein. Am Mac wurde sodann eine Software für die Planung von Innenausstattungen installiert und die maximal mögliche Größe der Tische berechnet. Es folgte die zweite, dritte und vierte Tour durch die Möbelhäuser. Dabei haben wir tolle Stühle entdeckt (um Jürgen von der Lippe zu zitieren: Fest aber fluffig müssen sie sein), aber Tische: Fehlanzeige. Also online weiter gesucht. Kurz und knapp: Bei einem mittlerweile nicht mehr existenten Versender aus einer Spiele-Stadt sind wir dann fündig geworden. Flugs zwei Stück bestellt und schon konnte das Vergnügen los gehen.

nach Umbau
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Das Vergnügen zu spielen können wir jetzt mit acht Mitspielern genießen. Die Küche – auch ein Luxus einer zweiten Wohnung fast nur für Spiele – liefert dazu regelmäßig leckere Pizza, Laugenbrezeln oder ähnliches. Und wer mal in der Nähe ist, ist herzlich willkommen, uns zu besuchen…
P.S.: Und wer jetzt fragt: Mein Gott, wie kann nur eine solche Sammlung entstehen, dem sei gesagt: Es war an einem Tag im Februar 1998, als meine heutige Ehefrau fragte: “Sollen wir uns nicht mal ein Spiel kaufen?”

In der Überschrift dieses Beitrags finden Sie den Untertitel “Teil 1”. Jetzt haben wir hier nicht beliebig viele Spielezimmer… Daher freuen wir uns auf Ihre Beiträge! Erzählen Sie uns doch mal die Geschichte Ihres Spielezimmers. Und wenn Sie möchten, dann legen Sie doch ein Photo bei. Beiträge bitte an: info@spielbar.com
 
 

Jürgen Karla

Hat diese Webseite seit dem Jahr 2000 aufgebaut. Spielt liebend gerne alles mögliche - mit der Einschränkung von albernen Partyspielen vielleicht. Arbeitet im Hochschulbereich.
Jürgen Karla

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5 Kommentare

  • Hallo

    Echt tolle,riesige Spielesammlung… wird man ja ganz neidisch!
    Welches war denn das besagte Spiel im Februar 1998?
    lg hannah

  • Hallo Hannah,
    das erste Spiel war “Entdecker” von Goldsieber. Und es gefällt uns immer noch ausnehmend gut (Goldsieber war auch lange mein Lieblingsverlag).
    Aber ich glaube, dass es auch tolle Spielezimmer mit weniger Spielen gibt. Diese Masse an Spielen soll bitte nicht einschüchternd wirken. Ich würde mich ja auch durchaus von vielen Spielen trennen – aber ich habe noch niemanden gefunden, der den Spielen den Wert beimisst, wie ich es tue. ;-)
    Manchmal sind die Geschichten um das Entstehen der Sammlung ja auch schon sehr spannend :-)
    Viele Grüße
    Jürgen

  • Spannende Serie! Ich hoffe, da kommen noch mehr solcher Geschichten raus dabei! Mit so einer Sammlung kann ich nicht aufwarten, aber auch bei uns steht ein Umzug bevor, wir werden bestimmt auch einen Haufen Kartons brauchen für unsere Spiele ;)

  • Jaja, mit einem Entdecker fing 1997 bei mir auch alles an und als ich dann 1999 Sabrina kennen lernte, die ebenfalls gerne spielte, wuchs eine bis dato ca. 27 Spiele umfangreiche Sammlung schneller heran als uns lieb war. Mittlerweile sind unsere Spiele verteilt auf: Palettenplatz Lager, Eltern, Keller, Schlaf- und Wohnzimmer und Diele. Kurz: wir müssen umziehen, denn die Spiel 2011 kommt – garantiert!!!!!