beeple spielt Decrypto. Und wir werden gewinnen.

Der geneigte Leser hat es bereits mitbekommen (falls nicht, schnell nachlesen: http://beeple.de/?p=9975). Da gab es eine Reihe Blog-Betreiber, die tatsächlich allen Ernstes glauben, “Team weiß” (das kommt von “wissen”) bei Decrypto schlagen zu können. pah. never.

Was bisher geschah.
Fabian von spieleleiter.de hat Euch zu Beginn in seinem Video die Regeln zu Decrypto erklärt. (Intern haben wir dann Team schwarz alles nochmal erklärt. Und nochmal. Und nochmal. Jetzt haben wir den Eindruck, dass die das ansatzweise verstanden haben. Na ja, was will man erwarten.) Außerdem hat er uns unsere Schlüsselwörter gezeigt und die ersten drei Hinweise genannt.

Unsere Schlüsselwörter.
Hah. Die verrate ich hier natürlich nicht. Ich wollte nur mal schauen, wie Team schwarz auf die Überschrift reagiert.

Team weiß’ erste Hinweise.
Fabian hat uns (ja, uns, ich rechne nicht damit, dass Team schwarz da etwas mit anfangen kann) auch den ersten Hinweis gegeben:
Winter
Park
Schule

Team weiß’ erste Lösung.
Nach intensiver Diskussion haben wir, d.h. Julia&Stephan von spiel-doch-mal.com, Sonja von brettspielpoesie.de, Christoph von brettspielbox.de und Carsten von angespielt.de die völlig korrekte Lösung
2
1
3

abgegeben.

Und Team schwarz?
Ja, die haben auch versucht etwas zu codieren.
Die Hinweise lauteten
Perlen
Säue
Geist

und die Lösung von Team schwarz war

4
3
2

Ich will jetzt hier keine Interna ausplaudern. Aber für seine Verhältnisse hat Team schwarz gut geknobelt. Und schnell agiert. Gut, wir wollten das Spiel schon im April fertig haben. Aber man muss zufrieden sein mit dem, was man hat.

Jetzt geht’s in die 2. Runde.
Ich habe soeben die zweite Codekarte gezogen. Und meine Hinweise für Euch und das Team weiß lauten:
Geld
Rad
Holz

Und so schaut unser Zettel jetzt aus:
Decrypto

Und weiter geht es am 15. Mai 2018 bei:
Sonja von brettspielpoesie.de

Ein Dank geht an Le Scorpion masqué/Asmodee für die Bereitstellung eines Freiexemplars.

Wenn nicht nur das Huhn die Straßen kreuzen will

Bei Comicbüchern gab es mal die spannende Idee, das Fans einer Serie doch auch andere Serien kaufen können. Dazu wurde einer Art Crossover gemacht. Ein Charakter aus der einen Serie tauchte in der Handlung der anderen Serie auf und umgekehrt. Da es nur eine kurze Geschichte ist, die zwei Hefte dauerte und in beiden Serien jeweils die eine Hälfte dazu auftauchte, war der Interessierte also schon gezwungen ein anderes Heft sich anzusehen als er sonst mit seinen Scheuklappen wahrgenommen hätte. Im besten Fall waren die Fans die vorher nur eine der Serien gelesen haben, danach Fans beider Serien und würden umso mehr Geld dafür da lassen. Wer eh schon Fan beider Serien war hatte eine coole Sondergeschichte die es nicht alle Jahre gab. Irgendwann wurde das noch weiter ausgebaut und etliche Charaktere wurden zusammengeworfen. Und ich meine Etliche.

Bei Brettspielen bietet sich das Crossovern (ja Wörter erfinden ist im englischen einfacher und ich liebe es) theoretisch nicht wirklich an. Die meisten Spiele sind thematisch und/oder mechanisch in sich abgeschloßen und werden daher selten bis nie solch eine Mischung erleben. Es ist ja auch nicht so, dass die Spieler das bräuchten. Wer beide Spiele hat, braucht es eigentlich nicht, und wer nur eins hat, wird mit sowas vermutlich nicht zu überzeugen sein. Gerade da jeder Verlag weiß, dass viele Erweiterungen sich in deutlich geringerem Umfang verkaufen als die eigentlichen Brettspiele. Und dennoch gibt es ein paar Beispiele auf dem Markt.

Fantasy Flight Games hat dies mit Charakterpacks gemacht, welche sowohl in Runebound als auch in Descent einsetzbar waren. Diese Spiele waren thematisch in derselben Welt gesetzt. Auf jeder Descent Schachtel steht das Wort Runebound in der einen Ecke. Anderes Beispiel derzeit ist von Ninja Division, die eine Erweiterung angekündigt haben, die sowohl für ihre Super Dungeon Explore als auch für Ninja All-Stars nutzbar ist. Plastik ist halt oft beliebig und auch hier gibt es ein bisschen thematischen Bezug. Die Spiele verknüpfen können beide Beispiele nicht, aber die Idee eine Erweiterung für zwei Zielgruppen zu öffnen klingt für einen Verlag sinnvoll, denn so wird die Erweiterung eher in einer größeren Stückzahl gekauft. Es reicht dann wenn ein Spieler Fan von einer der beiden Spiele ist, damit er es kauft. Auf diese Weise ist das Risiko deutlich kleiner.

Einen anderen Ansatz gab es mal AbacusSpiele, die für Zooloretto und Aquaretto eine Erweiterung rausgebracht haben, welche wohl auch die Spiele verbinden konnte. Oder zumindest Module für beide Spiele enthielt. Ob das erfolgreich war mag ich bezweifeln, denn sonst hätten wir da noch mehr gesehen. Hier müsste aber geklärt werden in wie weit die beiden Spiele sich nicht eh sehr ähnlich sind. Genauso wie es die Woche aufkam, als Hans im Glück ein Schönes Bild gepostet hatte, wo einer verschiedenste Carcassonne-Varianten zusammengespielt hatte. Die Grundregeln sind halt doch immer etwas anders, aber das  zu verbinden stelle ich mir total spannend vor. Da läßt sich einiges machen. Ein spannendes Projekt, von dem ich selber nicht abschätzen kann, in wie weit dies für die Zielgruppe Sinn macht, aber das hat mich ja noch nie gehindert. Hier sehe ich das wirtschaftliche Risiko aber größer.

Kommen wir noch zu einem dritten Beispiel. Bei Kosmos ist gerade das DC Superheldenspiel erschienen ein Deckbauspiel. Ich bin beruflich bei dieser Veröffentlichung involviert, das möchte ich hier nicht verschweigen, da ich für Cryptozoic arbeite, welche das Spiel im Original rausbringen. Die Mechanik wird die Cerberus-Engine genannt. Cryptozoic hat die verschiedene Deckbau-Mechanismen entwickelt, aber die Cerberus-Engine ist die erfolgreichste. Und neben den ganzen fast schon unzähligen Erweiterungen für das DC Spiel gibt es auch andere Spiele die dieselben Regeln benutzen und daher von der Seite kompatibel sind. Da gibt es ein Naruto Deckbauspiel, ein Eishockey-Deckbauspiel, und auch eine Reihe von Herr Der Ringe und Hobbit-Deckbauspielkästen. Und Cryptozoic macht auch auf der Gen Con Turniere wo die Leute die Karten von diesen Sets komplett mischen können. Das Herr der Ringe Deckbauspiel kommt etwa auch noch auf Deutsch, wenn auch in diesem Fall nicht von Kosmos, sondern von Asmodee. Mann kann auch Verlagsübergreifend Corssovern.

Bei den Comics bin ich irgendwann der ganzen Crossovers überdrüssig geworden. Nicht nur, dass es sie inzwischen jedes Jahr gibt und immer superlativer werden müssen, sondern vor allem auch, weil in den normalen Serien keine längeren Geschichten mehr möglich waren. Von einem Heft zum nächsten wechselte die Story ganz unstringent, aber nicht wieder zurück. Das machte keinen Spaß. Vor allem nicht, wenn einen die Corssoverstory nicht interessierte und daher das eine Heft verstaubte, während ich die anderen 12 Hefte mich weigerte zu kaufen. Vielleicht sollte man da wieder klein anfangen. Und vor allem es auch ermöglichen ohne den Rest eine Geschichte zu haben. Es muss auch einzeln funktionieren.

Kritische Masse

Die große Meldung dieser Woche war, dass Days of Wonder von Asmodee gekauft wird. Ob es ein reiner Kauf wird oder die eine Firma von der anderen einverleibt wird oder einfach nur eine Zusammenarbeit wird, ist, finde ich, gar nicht entscheidend. Es gab schon vorher eine Zusammenarbeit, Days of Wonder wird auch weiterhin als Firma bestehen bleiben, aber sich nur noch um die Entwicklung kümmern. Asmodee wird auf der anderen Seite noch eine Nummer größer. Diese Meldung war sogar Forbes einen Beitrag wert. Und hier wird es interessant. Während für uns Spieler Asmodee immer wieder aufleuchtet, sei es jetzt bei diesem Kauf oder die Woche davor, als Queen Games bekannt gab den Vertrieb über Asmodee zu machen oder vor zwei Jahren, als Lookout von Heidelberger zu Asmodee wechselte. Diese Firma wächst. Sie wächst in einem Rahmen, wo es sogar Forbes auffällt, weil es um Geld geht.

Dabei ist so ein Wachstum ja nichts ungewöhnliches. Schon vor 10 Jahren gab es eine Konsolidierung der Verlage in Deutschland. Ravensburger hat FX und andere Firmen gekauft, und Blatz hat z.B. Schmidt übernommen. Die Menge an kleinen Verlage ist dabei konstant groß und eher noch wachsend. Die großen Verlage versuchen nicht die Größe anzunehmen, wie es sonst nur Monopolisten versuchen. Ein Umstand, der schon mal beruhigt. Aber erwähnenswert finde ich den Umstand schon, da wir hier auch gerade vom amerikanischen Markt sprechen. Ein Markt, auf dem Hasbro, Mattel und Spin Master fast alles unter sich aufgeteilt haben. Da gibt es nur Fantasy Flight Games als den großen unter den kleinen, daneben nur etliche kleine Verlage. Und aus diesen will Asmodee als großer entstehen.
Das positivste daran ist eindeutig die andere Aufstellung als die anderen vier genannten Firmen. Hier werden Brettspiele für die Masse gemacht. Während die drei großen eher Spielzeug machen und FFG eher den Hobby-Markt bedient, hat Asmodee die Chance hier der erste große Familienspielkonzern auf dem US Markt zu werden. Die Vorteile für unser Hobby, einen großen Spieler zu haben, sind dabei immens. Nicht immer würden dann nur Monopoly und Scrabble in Filmen und Serien gezeigt werden. Das Catan und Zug um Zug schon in Serien wie Big Bang Einzug genommen haben mag zwar Massentauglich sein, zeigt aber, dass diese noch Nischenspiele darstellen sollen, die von Geeks gespielt werden.
Die Erwähnung auf Forbes ist dabei der erste Tipping Point, die erste Schwelle, die übertreten wird. Wir reden nicht mehr vom Rand, sondern von einem Markt. Muss man Angst haben, dass hier eine zu große Firma entsteht? Verglichen mit den Platzhirschen in Deutschland wie Ravensburger, Schmidt, Kosmos, Amigo und inzwischen auch Pegasus ist Asmodee noch gefühlt kleiner, ohne dass ich dies persönlich in Zahlen nachweisen könnte und mich vielleicht irren mag. Die Menge an kleinen Firmen, die gleichzeitig neu auf den Markt stoßen und so das Becken anfüllen ist aber so riesig, dass hier niemand Angst um eine Vormachtstellung haben muss.
Was ändert sich für uns Spieler? Im schlimmsten Fall gehen die Firmen alle in Asmodee auf, sie werden zusammengestrichen und nur ein Name bleibt übrig. In dem Fall wären sie schön blöd. Gerade die vielen kleinen Studios, die sich nicht um Vertrieb ihrer Spiele kümmern müssen, sondern beruhigt einfach gute Spiele machen können, sind ein Vorteil des Systems. Vielleicht ändert sich auch nichts und es gibt nur einen weiteren Posten, wo Geld hängen bleibt. Im besten Fall ist es ein weiterer großer Spieler der unser Hobby voran bringt. Lassen wir uns überraschen, wo die Firma in fünf Jahren steht.