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Die Deck Gun aus Silent Service und andere Kurzgeschichten

Ein paar Kurzmeldungen/Snippets, die während der Urlaubszeit über meinen Schreibtisch (respektive Bildschirm) gingen:

Wer kennt Silent Service? Oder: Wer kennt es nicht? Immerhin ist dieses Spiel eines der erfolgreichsten Simulationsspiele aller Zeiten. Warum ich ein Computerspiel erwähne? Weil ich gerade gehört habe, dass die „Deck Gun“ (ein Maschinengeweht), mit der man andere Schiffe beballern kann, nur eingeführt wurde, um eben auch ein „Ballern“ zu ermöglichen. Historisch ist die für ein Amerikanisches U-Boot nicht. Hier wurde bei einem Simulationsspiel ein ahistorisches Element eingeführt, um den Spielspaß zu erhöhen. Und bedenkt man den Kultstatus des Spieles, war die Entscheidung wohl richtig. Die Geschichte beinhaltet mit Sicherheit eine Lektion für angehende Spieleautoren ;-)

Eine gute Nachricht: Mehr Spiele tauchen in Serien auf. In der letzten Staffel von Parks and Recreation wird einer der Protagonisten zum Spieleautoren. Und Rune Wars wurde in der letzten Stafel von Orphan Black (coole Serie übrigens) sogar gespielt. Hier ist ein schöner Bericht. Auch deswegen interessant, weil er die Entwicklung begründet: Mehr und mehr Leute Spielen Brettspiele. Also auch mehr und mehr Produzenten, Regisseure und Drehbuchautoren. Und damit finden auch immer mehr Brettspiele ihren Weg in Fernsehproduktionen. Der deutsche TV-Markt gilt allerdings als deutlich konservativer, es dürfte also noch eine Weile dauern, bis zwei Tatortkomissare eine Partie Paths of Glory mit ihren Untergebenen spielen.

Und was Medien betrifft: Hier eine interessante Entstehungsgeschichte: Es war einmal ein Film namens The Gamers: Hand of Fate. Wie der Titel andeutet, geht es um ein Spiel, genauer gesagt um das Spiel Romance of the Nine Empires. Das Spiel war zwar an Magic angelehnt (und das Turnier, um das es geht, an Magicturniere), aber rein fiktiv. Bislang jedenfalls, denn jetzt hat AEG ein Spiel herausgebracht, dass auf dem Spiel aus dem Film basiert. Es ist mit Sicherheit nicht das erste Spiel, dass den Sprung von Fiktiv –> Real geschafft hat (man denke nur an das 3D-Schach aus Star Trek), aber vermutlich das erste Spiel, das eine prominente Filmrolle bekommen hat und dann erst erschienen ist.

Eine kleine Fußnote zu der Diskussion „Spieleautoren als Marke“ Spin Master Games hat die Idee aufgegriffen und …äh…“kreativ interpretiert“: Auf dem Spiel Stomple fehlt in der aktuellen Ausgabe (daher der Amazonlink) der Autorenname. Stattdessen ein großer Aufkleber „Empfohlen vom Spieleerfinder Reiner Knizia“. Dabei ist der Name so groß geschrieben, dass der unbedarfte Käufer (und ich) schnell denken, Stomple wäre von Knizia. Ob das vielleicht beabsichtigt ist, vermag ich nicht zu sagen.
Ist die Geschichte jetzt gut oder schlecht? Natürlich geht das Unterschlagen des Namens gar nicht. Aber immerhin wird mit einem Autorennamen geworben, was bedeutet, dass sowas möglich ist. Auch bei einem „Mainstreamgame“ (das Spiel ist mir bei Spielemax aufgefallen).

Und letztlich: Ich bin normalerweise cool, was noch nicht erschienene Spiele betrifft, aber jetzt sind es gleich zwei, die mich mehr anmachen, als alle Essenankündigen zusammen: Zum ersten: Pandemic Legacy, also Pandemic (ein Spiel, dass ich sehr mag), mit dem „Jede Partie beeinflusst die weiteren Partien“-Idee aus Risiko Evolution. Da mir für Risiko die Gruppe fehlt, während ich Pandemic leicht auf den Tisch bringen kann, bin ich sehr optimistisch, was das Spiel betrifft.
Aber auch das wird noch getoppt: Imperial Assault ist eine Art „Star Wars Descent“. Und ich liebe Descent! Und Star wars! Und jeder Charakter bekommt eine eigene Mission! Ich nehme an, die lieben, lieben Leute von Heidelberger machen eine Deutsche Ausgabe. Der einzige Wehrmutstropfen ist, dass sie es kaum bis zu meinem nächsten Geburtstag schaffen werden… Aber vielleicht ja zum übernächsten ;-)

ciao
peer

Peer Sylvester
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4 Kommentare

  • Häh? – Ich bin ein wenig irritiert. „Weil ich gerade gehört habe, dass die “Deck Gun” (ein Maschinengeweht), …. Historisch ist die nicht.“ – Bitte was?
    Alle deutschen U-Boote von Typ I, VII, IX und X hatten „Deck-Guns“. Die Dinger sind zwar für ein U-Boot nicht gerade Primärbewaffnung, wurden aber durchaus auch eingesetzt (Teilweise auch effektiv). Das was „nicht Historisch“ ist, ist die Tatsache das U-Boote der USA keine Deck-Gun hatten. (Und und in Silent Service steuert man ja ein U-Boot der USA)
    Das ist schon ein wenig etwas anderes als pauschal zu schreiben „Historisch ist die nicht“. Das ist so nicht nur ungenau, es ist *falsch*!

  • Das das Romance of the Empire erschienen ist, ist nicht wirklich überraschend, da es von Anfang an so geplant war. Näheres auf der Kickstarter-Seite von Hands of Fate: https://www.kickstarter.com/projects/zombieorpheus/the-gamers-hands-of-fate

    Zitat:
    AEG – We’re huge fans of Legend of the Five Rings, the fantastic storyline-driven collectible card game that helped inspire Hands of Fate. When AEG, the publisher of L5R, agreed to be the in-movie publisher of the fictional CCG, we were elated. Now we’re working with them to develop the look and feel of the game, the card art and design, and the backstory of a fictional game that 15 years of player-guided storyline decisions have created.

    About the Romance of the Nine Empires

    Romance of the Nine Empires is a fictitious interactive Collectible Card Game set in the fantasy world of Countermay. Players assume command of one of nine vastly different warring factions — including steampunk aliens, a dark god-king’s crusade of conversion, displaced WWII-era America GIs, and a risen empire of the undead — to expand, glorify, or defend their empires. Through its fictitious 15 year history, players have shaped the world of Countermay through their individual and collective achievements, and the results are reflected in the story and the current state of the empires.

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