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Peers Gummibärenbande

Manchmal fließt es nicht so aus der Feder, vor allem nicht, wenn man 30 Klausuren korrigieren musste und den Rest des Tages mit seiner Tochter spielt. Und eine Erkältung hat. Insofern bin ich sehr froh, dass ich eine Rezi anbieten kann, die ich vorgeschrieben habe. Und da ich keine Lust habe, über die Dichte von Spieleschachteln zu schreiben,  freue ich mich, einen Wunsch von Guido zu entsprechen und wieder über Süssigkeiten zu schreiben.

Trotz potentieller Fingerabdruckgefahr darf man bei mir noch Gummikrams beim Spielen essen. Und da bin ich ein Fan vom Bären-Treff, denn zum einen sind die Tüten ordentlich voll und zum anderen schmecken die richtig gut und haben leckere Sorten. Nein, ich werde nicht von denen gesponsort. Vielleicht kommt das ja noch.

Angefangen hat alles mit den Glühweinsternen. Die habe ich mal bei einem Markstand zum Probieren bekommen. Der Geschmack ist sehr ungewöhnlich – nicht nach Alkohol, sondern eher zimtig-gewürzig mit einer Note dieses leichten Kunstgeschmacks, den Glühwein ja auch hat. Wie sagte ein Freund über Teebonbons: Nach dem ersten muss man kotzen, den zweiten ist man, weil man bock drauf hat und ab den dritten ist man süchtig. Passt auch hier!

Fruit Snäcks [sic] Erbeer-Rhabarbar sind die absoluten Highlights und die kaufe ich Kiloweise. Ich kenne kein Erdbeer-Süssigkeitsprodukt, dass so intensiv nach Erdbeeren schmeckt wie dieses Gummizeugs. Der Rhabarbar bleibt angenehm im Hintergrund, sorgt nur für eine leichte Säure. Mmh!

Die Rote Grütze Bären können da nicht mithalten. Irgendwie haben sie denselben Grundgeschmack aber nicht die Intensität der Fruit Snäcks. So ein bisschen wie Kartoffelpüree aus der Tüte nicht so intensiv nach Kartoffeln schmeckt wie Stampfkartoffeln.

Die Schaumpilze hat man als Kind vielleicht öfter mal vom Kiosk mitgenommen und dann plattgedrückt und dann stückweise gegessen. Will sagen: Ich habe das getan. Die Schaumpilze hier schmecken nicht ganz so künstlich, aber immer noch nach Schaumpilzen. Für das nostalgische Geschmackserlebnis nicht schlecht, aber wenn man eine 500g Tüte davon leeren will, merkt man schon, warum „Schaumpilze“ mittlerweile schon lange  nicht mehr auf dem Einkaufszettel stehen.

Hinter den Schaumfrüchten verbergen sich diese knallroten Erdbeeren mit Zucker, die man aus derselben Zeit kennt, in der man auch die Schaumpilze genossen hat. Allerdings sind diese nicht so knallrot (Die Farbstoffverordnung hat sich in den letzten 29 Jahren schon etwas geändert) und auch nicht so knallsüß. Daher: Durchaus angenehm und Spieleabendtauglich. Originalzitat: „Was ist das?“ (probier) „Oh, die Erdbeeren! Mmmh, Lecker!“ Nostalgische Verklärung, angepasst an die Geschmacksnerven der „Ich bin mittlerweile deutlich älter“-Generation.

Die Honigbären verbergen sich nicht umsonst bei den „Spezialitäten“. Ißt man sie so nebenbei, merkt man erst im Abgang dass es sich nicht um die Standardbären handelt. Und dann geht das überlegen los: „Was ist das? Honig?“ Ja, Honig. Die Verwirrung kommt auch daher, dass Honig nicht diese Konsistenz haben sollte . Da die Packung klein ist, sind die Honigbären ein Dauerbrenner, bei den kleineren Runden.

Die Chilli Peppers sind scharf. Wirklich. Man merkt es erst im Abgang, also nicht sofort beim reinbeißen (Das Capsaicin ist nicht wasserlöslich und löst sich daher nicht im Speichel, daher dauert es etwas, bis es bei den Geschmacksnerven angelangt ist. Dafür kann man es nicht mit Wasser so einfach wieder wegspülen. Das war mein heutiger Beitrag zum Chemieverständnis der Spielbarleser). Das ist teuflisch, wenn man ein paar auf einmal genommen hat, schmeckt man anschließend erstmal nichts anderes als scharf mehr. Und scharf ist nicht jedermanns Sache. Außerdem will ich ja Gummibärchen essen. Und vor allem will ich Gummibärchen schmecken. Daher nicht mein Fall. Außerdem wird davon einfach zu wenig gegessen (Meine Mitspieler sind zu weich. Ich dagegen hab in Thailand ja sogar rohe Chillischoten gegessen. OK, einmal. Und nie wieder) und so bleibt die Tüte lange liegen, was der Qualität schadet.

Im Moment nicht verfügbar, da Saisonartikel sind „Herbstgummis“ (oder so) und „Sanddorn“ Ersteres sind hochwertige Gummiartikel, die leicht herb sind, also nicht so süß. Nicht so spektakulär, sondern eher klassische Gummiwaren. Letztere fand ich geschmacklich etwas zu farblos. Da hatte ich mir mehr erhofft.

Aber wie man sieht, war dass nur die Spitze des Eisberges. Ich werde wohl weiter testessen müssen, hoffe aber auch auf Lesererfahrungen.

Und Dir,  Guido, wünsche ich Guten Appetit!

ciao

peer

P.S. Ja, der Titel ist von der Serie inspiriert.

P.P.S: Hat zufällig irgendjemand die Zeitung „Focus Schule“ gekauft? Ich will kein Geld für irgendwas bezahlen, dass von der Focus-Redaktion stammt, aber mich würde schon interessieren, was „Lehrer verschweigen“. Außer dass bestimmte Leute keine Kinder hätten haben sollen, meine ich jetzt.

 

 

 

Peer Sylvester
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4 Kommentare

  • Hach. Wie ich mit Freuden feststelle, zahlt sich die Hartnäckigkeit aus. Vielen Dank für die Tipps, die Chili- und Glühweinbärchen hab ich tatsächlich selbst schon probiert. Das Erdbeerzeug muss ich probieren.
    Unsere Gamer-Standardkost besteht aus den vitaminreichen Colaflaschen aus dem Hause Haribo und verschiedenen Varianten von Chips. Hier derzeit im Trend: Meersalz und Rosmarin. Mit einem Hauch Knoblauch. Vorzüglich. Hat leider nur einer Lebenswerwartung von 3,1 Minuten.

  • Leider hat unser Bären-Treff in Münster scheinbar seine Pforten geschlossen. Habe ihn kürzlich an alter Stelle nicht mehr angetroffen… Aber da gab es auch immer sehr leckeres Lakritz! Auch vegetarisch! Sehr lecker!!!

  • Ich war wegen Dir die Feiertage extra im Bärentreff Frankfurt und hab mir die Fruit Snäcks Erbeer-Rhabarbar gegönnt – super Tipp!
    Dazu dann noch Gummisticks, die gingen aber in ihrer Konsistenz eher in Richtung Tropi-Frutti und waren nicht so mein Ding. Zum Glück inhalierte die Oma die Teile :-)
    Die giftgrünen Waldmeisterbären sahen ätzend gut aus, hab sie aber dann doch liegen gelassen. Über eine Fortsetzung des Gummi:Bärchen:Lokals wäre ich dankbar. So wie das der Kollege Friebe mit hartem Alk macht.

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