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Verlagsvorstellung Fifth Column Games

Normalerweise interessieren mich Wargames nicht so. Und auch Solospiele haben kaum einen Reiz, denn wenn ich alleine spielen will (oder muss) habe ich ja meine PS2. Aber seit ich über Where there is discord gelesen habe, bin ich von dem Spiel fasziniert. Da es z.Z. ausverkauft ist, dachte ich, es wäre der Meinungsbildung förderlich ein Interview zu führen. Und da das Spiel zudem einem guten Zweck dient, habe ich Worte Taten folgen lassen:

Bitte stelle Dich doch kurz unseren Lesern vor!

Nun, ich bin Dan Hodges und alleiniger Inhaber eines neues unabhängigen Spieleverlages, mit dem Namen Fifth Column Games. Als ich 9 oder 10 war verlore ich meine letzte Russusche Einheit als ich versuchte die Dzerzhinsky Traktorenwerke zurückzuerobern. Das war das erste Squad Leader Szenario. Damit war ich infiziert.

Erzähle uns doch bitte von Where There is Discord!

Where There Is Discord isteine Mischung meiner beiden größten Interessen: Wargames und der Falkland/Malvinas-Konflikt. Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich nach Hause kam und meine Mutter mir erzählte, dass Argentinien die Falklandinseln angegriffen hatten. “Was machen die Argentinier vor der Schottischen Küste?” fragte ich.

Ich war immer enttäsucht (und überrascht) darüber, dass niemand ein Spiel über die Falklandkrise erfunden hat, dass alle drei Hauptbestandteile beinhaltet: Land-, See- und Luftkampf nämlich. Daher WTID.

Es ist ein Solospiel, dass einen abstrakten Mechanismus für die Bewegungen der Task Force, den Argentinischen Luft- und Seeangriffen und der ersten Woche des Bodenkampfes verwendet. Die einzelnen Schiffe, Flugzeuge und Bodentruppen sind dargestellt, der Kampf ist aber simpel und basiert auf verschiedenen Würfeltypen (W6, W8, W10 usw.) statt auf umfangreichen Tabellenwerken.

Ereigniskarten simulieren tatsächliche und hypothetische Kriegsereignisse und zwingt die Spieler nicht nur die militärische Komponente zu beachten, sondern auch die Meinung zu Hause und im Ausland.

Die “Philosophie” hinter dem Spiel ist einfach:

a) Es ist ein Spiel, keine Simulation. Es hat ein historisches Feeling statt historischer Genauigkeit und wo Spielbarkeit hat stets Vorrang vor geschichtlichen Fakten. So können die Sea Harrier abgeschossen werden und argentinische Blindgänger können explodieren und die Argentinischen Torpedos, die nicht funktioniert haben, laufen wie geschmiert usw. Ich wollte das Spiel auch für Leute spielbar machen, die nicht ganz so fasziniert von dem Konflikt sind, wie ich es bin.

b) Es ist ein Spiel, dass eine Geschichte erzählt wird. Ich glaube das ist besonders wichtig bei einem Solospiel. Es ist weniger ein Spiel bei dem man versucht “Das System zu schlagen”. Es ist mehr ein Spiel über das man sich mit seinen Freunden bei einem Bier unterhalten kann: “… und als ich endlich dachte, ich hätte alles hinter mir, tauchten diese zwei Super Etendards im Südwesten aus dem nichts aus, wichen dem CAP aus und schickten eine Exocet genau ins QE2. Mrs Thatcher war nicht amüsiert…” Nunja , zumindest ich kann diese Unterhaltungen führen, denn meine Freunde nehmen mir meine merkwürdigen Obsessionen nicht übel…

c) Es ist ein Spiel mit qualitativ sehr hochwertigem Material. Großes, Dickes Spielbrett (2 Spielbrett sogar), große laminierte Ereigniskarten, hochwertiges Farbregelheft usw. Als ich 20 war verlor ich kurzzeitig Wargames aus den Augen. Es war ein kleiner Schock als ich später wieder einstieg. Spielbretter aus Papier. Schwarz-Weiße Regelhefte. Dünne, fuzzelige Counter. Ich hatte die Theorie , dass gutes Material mehr Leute anspricht, als wenn man versucht mit dem Preis runterzugehen. Und bislang gibt mir die Erfahrung mit WTID Recht.

Das wars soweit. Oh und alle Gewinnen gehen an charitative Organisationen zugunsten der Kriegsopfer in Großbritannien und Argentinien. So hat man Spaß und tut was Gutes!

Where there is Discord is z.Z. ausverkauft. Kommt eine zweite Auflage?

Ja, die ersten 500 Exemplare waren schnell weg. Im Moment nehmen wir Vorbestellungen für die Zweitauflage an und hoffe diese dann im Januar verschicken zu können!

Was habt ihr für die Zukunft geplant?

3 Projekte sind z.Z. in Arbeit. Als nächstes soll Codeword Cromwell, ein ultrataktisches Spiel um den Kampf um Birkam Stokes erscheinen, wo einzelne Individuen eines verschlafenen Englischen Dorfes während der Operation Seelöwe gegen Nazis kämpfen. Dann planen wir noch ein klassisches “Old School” Wargame, das in der Antike spielt und ein charakterbasiertes Prügelspiel, dass in Raj spielt (Teil von Britisch-Indien Anm. d. Ü) und vielleicht auf dem alten Film “North West Frontier” basiert, vielleicht aber auch nicht, (je nach den Rechten). Wir werden sehr beschäftigt sein, in nächster Zeit…

Vielen Dank für das Interview!

Wie gesagt bin ich sehr an dem Spiel interessiert: Es bietet ein interessantes Konzept, die ersten Kritiken udn Eindrücke sind durchweg positiv und der hohe Preis scheint durch eine fantasrische Ausstattung gerechtfertigt zu sein. Der einzige Grund warum ich noch nicht zugegriffen habe ist das ungewisse Gefühl, keine Gelegenheit zu haben, es tatsächlich zu spielen..

ciao

peer

Peer Sylvester

Begann seine Spielerkarriere recht früh, weil sein Vater einen Gegner beim Schach brauchte. Berufswunsch in der dritten Klasse: “professioneller Schachspieler”. Lebt in Berlin und arbeitet als Lehrer für Mathematik und Chemie. Hat bereits erfolgreich seine ersten Spiele als Autor bei verschiedenen Verlagen veröffentlicht.
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