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Trias

Verlag: Gecko Games
Autor: Ralf Lehmkuhl
Spieler: 2-5
Alter: ab 12 Jahren
Spieldauer: 2 Spieler – 20 Minuten, sonst – 60-75 Minuten

Trias ist das Erstlingswerk des neuen Verlages Gecko Games, der liebevoll ein bißchen von Doris + Frank betreut wird, an sich aber eigenständig ist.

Am Anfang gibt es einen Urkontinent, der aus vielen Sechsecken besteht. An Landschaften gab es deren drei: Wald, Steppe und Gebirge. Hier hausen die Dinosaurier und deren Aufzucht und Pflege ist den Spielern überlassen. Da das Spiel aber in erster Linie ein Mehrheitenspiel und keine Biosimulation ist, werden die Herden durch simple Holzklötzchen dargestellt. Und von diesen hat man am Anfang vier.

Wer nun an der Reihe ist, muß als erstes driften: Dies ist ein wirklich neuartiger und pfiffiger Mechanismus: Man nimmt ein Sechseck, das vom Rand aus erreichbar sein muß und verschiebt es (ohne es hochzuheben) woanders hin. Dabei muß das Plättchen nach dem Zug vom (unbewegbaren) Südpol weiter entfernt sein als vorher. Dabei ist man allerdings nicht völlig frei in seiner Wahl: Man muß sich nach einer Karte, die die Geländeart anzeigt, richten. Die Dinosaurier sind übrigens so langsam, daß ein Plättchen unter ihnen wegdriftet und sie im Wasser landen. Diese Behandlung läßt man natürlich vor allem dem Gegner zukommen. Damit das aber nicht zu unberechenbar ist, darf man nur Plättchen nehmen, die eine Landverbindung zu eigenen Dinos haben. Ferner ist das Driften zur Nachbarinsel untersagt (verbinden ist aber erlaubt).

Anschließend hat man 4 Aktionspunkte. Damit kann man noch einmal driften (kostet allerdings bereits drei Punkte) und/oder Dinosaurier bewegen oder vermehren lassen oder schwimmende Dinos ans Ufer retten. Beachtenswert ist hierbei, daß die Landschaften unterschiedlich viele Dinos fassen können.
Entsteht beim Drift eine neue Insel, so wird diese gewertet. Hier bekommt der Spieler mit den meisten Dinos 2 und der zweite 1 Punkt.

Richtig Punkte gibt es aber erst bei Spielende. Das tritt ein, wenn beim Ziehen einer Driftkarte der Meteor gezogen wird. Jetzt bekommt der Stärkste (= die meisten Dinos) einer Insel so viele Punkte, wie die Insel groß ist. Der zweite bekommt immer noch die Hälfte dieser Punkte. Dinos, die noch mit dem Südpol verbunden sind, sterben anscheinend aus, jedenfalls zählen diese gar nicht. Unnötig zu sagen, daß der Punktbeste gewinnt.

Trias ist ein mal wieder ein Mehrheitenspiel. Aber eines mit einer sehr originellen Idee und dadurch hat es seine Existenzberechtigung. Allerdings: Es ist ein brutales Grübelspiel. Wem Torres zu trocken war, der wird Trias nichts abgewinnen können. Wer dagegen gerne über seinen Zug grübelt, findet hier eine spannende Herausforderung. Allerdings nicht unbedingt zu fünft: Hier ist der einzelne zu selten dran, um wirklich etwas bewegen zu können. Und das kann zur Folge haben, daß ein Spieler faktisch zur Spielmitte hin bereits aus dem Spiel ist. Bei vier oder weniger Spielern sollte das Problem aber nicht auftreten.

Peer Sylvester

Begann seine Spielerkarriere recht früh, weil sein Vater einen Gegner beim Schach brauchte. Berufswunsch in der dritten Klasse: “professioneller Schachspieler”. Lebt in Berlin und arbeitet als Lehrer für Mathematik und Chemie. Hat bereits erfolgreich seine ersten Spiele als Autor bei verschiedenen Verlagen veröffentlicht.
Peer Sylvester

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