spielbar.com

Looping Louie

Verlag: Hasbro
Autor: Carol Wiseley
Spieleranzahl: 2-4
Alter: ab 4 Jahre
Spieldauer: ca. 5 Minuten

Looping Louie ist ein Kinderspiel und kam erstmals 1994 raus. Später war es dann irgendwann nicht mehr zu haben und aus mir unerfindlichen Gründen galt es plötzlich als kleines Sammlerstück. Die eBay-Preise gingen nach oben. Ernsthafte Sammler und Brettspieler schwärmten von diesem Spiel. Bei Alan Moons „Gathering of Friends“ sind sich alle einig, daß das Highlight immer das Looping-Louie-Turnier ist.
Und wie gesagt, wir reden hier von einem Kinderspiel. Und von einem Kinderspiel mit viel Plastik, wenn ich das hinzufügen darf.

Was ist es, das Looping Louie ernsthafte Spieler antreibt, ein Spiel zu kaufen (und zu spielen), bei dem ein Batteriebetriebendes Flugzeug im Kreis fliegt?

Für diese Webseite scheue ich natürlich keine Kosten und Mühen und habe mich aufgemacht, genau dies für Dich, meinen lieben Leser, herauszufinden!

Mein Weg führte mich zu einem bekannten Warenhaus wo ich mir die große, weiße Spieleschachtel besorgte – Looping Louie ist ja mittlerweile wieder aufgelegt, also ist der Kauf kein Problem gewesen (obwohl ich damit gewartet habe, bis meine Frau ihre Eltern besucht… Ich hätte wohl Probleme gehabt, sie von meiner Mission zu überzeugen). Auf der Schachtel sind fröhlich spielende Kinder abgebildet, es steht 4+ als Altersangabe drauf und der Untertitel „Das Flip-Flop-Fliegerspiel“. Nichts deutet daraufhin, daß dieses Spiel ein Kultspiel in der Spieleszene geworden ist. Oh, und die Batterien sind nicht in der Schachtel enthalten.

Zu Hause wollte ich natürlich schon einmal das allgemeine Spielgefühl ausprobieren, doch davor haben die Götter bei Hasbro eine Menge Aufkleber gesteckt: 15 Minuten beklebe ich Scheunen, Kranteile und natürlich den namensgebenden Piloten nebst Flugzeug. Dann werden die Teile zusammengesteckt. Jeder bekommt eine Scheune und auf der Scheune liegen drei Hühnerchips. Daneben ist eine Wippe angebracht. Looping Louie hängt an einem sehr beweglichen Kranarm.
Glücklicherweise kommt Besuch und es sind genau drei. Glücklicherweise sind die zu müde von der Anreise oder zu höflich um sich gegen das Plastikspiel zu wehren.
Also: Jeder an eine Ecke gestellt und den Motor angestellt. Louie zieht seine Kreise und zwar so tief, daß er die Hühner der Spieler von der Scheune reißen würde, würden die Spieler ihn lassen.
Tun sie natürlich nicht, sondern mit der Wippe wird im richtigen Moment getippt, so daß Louie einen Satz über die eigenen Hühner macht. Stimmen Kraft und Timing macht er sogar einen größeren Satz und stürzt im Sturzflug auf die Hühner eines Mitspielers, der nur wehrlos zuschauen kann. Also. Motor an. Wipp. Wipp. Mist. Mist daneben. Nur noch ein Huhn. Wipp – Haha, mittenrein. Wipp – Oh nein zu doll, Louie dreht sich 360° und haut mein letztes Huhn vom Dach – klassisches Eigentor. Bin raus, kann aber noch mitspielen. Also- Wipp! Wipp. Wipp. Jörn bleibt als einziger übrig. Wortlos legen alle Spieler ihre Hühner wieder aufs Dach. Motor an. Wipp. Wipp. WIPP! Diesmal trifft es Frank als ersten und ich gewinne knapp. Nächste Chips, nächste Runde. Wipp. Wipp. Wipp.

So gehts eine ganze Weile. Looping Louie ist wie Popkorn: Man weiß nicht genau warum, aber man kann nicht aufhören. Jeder gewinnt mal, keiner zweimal hintereinander. Eine Partie dauert höchstens 10 Minuten. Das Spiel hat echtes Suchtpotential. Nein, das Spiel ist klar süchtigmachend. Wipp. Wipp. Wipp. Der Autor hat auch das recht langweilige Nilpferdkugelfresserspiel erfunden, aber dieses Spiel aus der Hand zu legen ist deutlich schwerer. Wipp. Wipp. Wipp. Na gut, nach 30 Minuten reißen wir uns los. Um eine Lebenserfahrung reicher.

Den Kauf hab ich jedenfalls nicht bereut.

Peer Sylvester

Begann seine Spielerkarriere recht früh, weil sein Vater einen Gegner beim Schach brauchte. Berufswunsch in der dritten Klasse: “professioneller Schachspieler”. Lebt in Berlin und arbeitet als Lehrer für Mathematik und Chemie. Hat bereits erfolgreich seine ersten Spiele als Autor bei verschiedenen Verlagen veröffentlicht.
Peer Sylvester

Letzte Artikel von Peer Sylvester (Alle anzeigen)

6 Kommentare

  • Wie, wie wie???

    Hallo Peer, bin mit Deiner Rezension zu Looping Louie absolut einverstanden – wenn es um die alte Auflage geht. Ich hab mir die Neuauflage sofort gekauft und-bereut. Denn: Das neue Spiel ist eine Spar-Variante. Die alte Schachtel war früher ca. doppelt so groß.

    “Toll”, dachte ich, “so wenig Platz braucht das Spiel, wenn man die überflüssige Luft weglässt!”

    Leider hat MB nicht nur an Luft, sondern vor allem am Material gespart. Und das rächt sich: Looping Louie, der Schwenkarm, der Turm, wahrscheinlich auch die Katapulte, sind kleiner und somit leichter geraten. Dadurch entfaltet Looping Louie nur einen Bruchteil der Dynamik, wie beim alten Spiel und der Spass-Faktor nimmt reziprok ab!

    Einerseits konnte man den Piloten früher viel weiter katapultieren, andererseits waren seine Kapriolen (Loopings), nicht so vorhersehbar. Das machte das Spiel so richtig spannend, haptisch anspruchsvoller und führte zu manchem Eigentor (etwa wenn ich L.L. so heftig wegkickte, dass er eine volle Runde drehte und genau in dem Winkel zur Landung auf meine Hühner ansetzte, dass mein Katapult ins Leere ging. Da stieg der Adrenalinspiegel in Sekundenbruchteilen – Raaaaaaache!

    In der jetzigen Version ist Looping Louie ein zahnloser Greis geworden, ganz nett, aber nicht mehr, nach ein paar Runden ziemlich gut beherrschbar. Was fehlt ist das Gefühl des Abenteuers, des Adrenalinkitzels, und der Spass an unerwarteten Attacken.

    Da das neue Looping Louie eine “light”-Ausgabe im wahrsten Sinn des Worte ist, empfehle ich allen Fans zu versuchen, ein altes Spiel zu bekommen, … vielleicht beim nächsten Flohmarkt!

    Falls es noch mehr neue Looping-Louie-user (die das alte noch gut in Erinnerung, oder besser: daheim haben) gibt, wäre ich auf Euer Feed-Back neugierig!

    Spielerische Grüße
    Michael

  • Tja das Neue ist der Feind des Guten: Ich kenne die alte Ausgabe nicht, empfinde daher die Spar-Ausgabe als nicht so schlimm. Wenns tatsächlich noch arger war, damals, ja dann, muss ich mich wohl mal um einen Vergleich bemühen – wenn ich jemanden finde, der das Ding von damals noch hat…

  • Habe inzwischen Looping Louie mehrmals gespielt und möchte meinen harschen Kommentar ein bisschen abmildern. Ich hatte das neue Spiel frisch ausgepackt und es zu zweit mit einem Freund ausprobiert, der die alte Ausgabe ebenfalls kannte.

    Wir waren beide enttäuscht, aber zu zweit ist auch nicht die Idealbesetzung. Genau genommen sollte man natürlich das Spielgefühl von beiden Ausgaben direkt vergleichen – leider kann ich momentan kein Original-Spiel auftreiben.

    Beim Spiel zu mehreren Mitspielern (die das Original nicht kannten)hat sich ein deutlich höherer Spielreiz eingestellt. Es funktioniert und macht Spass… und doch … das Original war besser!

    Ich finde das Spielprinzip nach wie vor so genial dass ich meine, das Spiel hätte statt einer Spar-Ausgabe (kostet bei ToysRus nur 15 €!) eine Deluxe-Ausgabe verdient:

    Robustes Material, Minimierung der Reibung, genaues Austarieren des Schwerpunkts des Flugzeugs und seines Flugverhaltens, sowie Optimierung der Katapulte (kleinere Fläche). Weiters würden verschiedene Geschwindigkeitsstufen den Spielreiz und die Herausforderung erhöhen (Profi-Version”). Auch eine stabilere Verbindung der Kunststoffteile wäre wünschenswert, da bei der jetzigen filigranen Ausgabe der Nachbar durch herumrütteln an seinem Katapult leicht meine Hühner zu Fall bringen kann, was natürlich unfair ist (vielleicht durch Einrasten der Teile in eine Bodenplatte zu lösen?).

    Beim Gedanken an so eine Deluxe-Ausgabe könnte ich richtig ins Schwärmen geraten.

    Also, ich wünsche mir vom Christkind, dass es meine Visionen an den zuständigen Manager von MB weiterleite und diesen an das Potential von L.L. glauben lasse, dass Erfolg nicht bloß mit Verramschen zu machen sei, sondern, indem man das Beste aus einer Idee heraus holt und es entsprechend umsetzt.

    Wer weiß, vielleicht werden wir Spieler erhört? Eine Edel-Ausgabe wäre mir schon 50€ wert!

  • [Zitat:Später war es dann irgendwann nicht mehr zu haben und aus mir unerfindlichen Gründen galt es plötzlich als kleines Sammlerstück.]

    So unerklärlich ist das garnicht… das war wohl als die studentische/jugendliche Szene das Spiel für sich entdeckte. Wer als erstes seine Chips verloren hat trinkt einen Kurzen, wer “zu null” verliert, trinkt zwei :p
    Macht ziemlich Laune, auch wen die Leber und der Kopf leiden könnte ^^
    Das Loopin Louie die Hand-Augen-Koordination fördert, wie der Hersteller anpreist, ist dann wohl allerdings so nicht mehr ganz richtig :p

  • Michael Maro Walter schrieb: “Weiters würden verschiedene Geschwindigkeitsstufen den Spielreiz und die Herausforderung erhöhen (Profi-Version”).”
    Das Christkind hat hierfür Bauteile auf den Markt gebracht:
    220V per Trafo auf 9V (oder 12V ;-)) runterschrauben und zwischen Steckdose und Trafo einen Regler (z.B. Dimmer) gesetzt und schon lässt sich die Fluggeschwindigkeit variieren.
    Ich besitze glücklicherweise die alte Ausgabe und halte das Spiel vom Spaßfaktor für extrem gelungen! Material und Schachtel hinken da deutlich hinterher, was aber Nebensache ist.

  • so ich habe dann auch mal das neue gekauft

    konte mich noch gut an mein altes erinnern . leider habe ich es nicht mehr.

    nun dachte ich: für 12 eu ein nimmste es mit ….. und gleich ins grübeln gekommen , hmm das kommt mir so klein vor.
    hatte es grösser in erinnerung.
    naja ich bin ja auch gewachsen (ist ja schliesslich schon 16 jahre her)

    aber es lies mir keine ruhe , also zu den eltern gefahren den dachboden auf den kopf gestellt und fündig geworden

    und siehe da die neue version ist wirklich eingegangen

    auch kleine details wurden geändert

    naja was solls hab ja jetzt beide