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Kaleidos Junior

Verlag: Editrice Giochi
Autor: Spartaco Albertarelli
Spieleranzahl: 2-4 (laut Schachtel bis 12, das geht dann nur in Teams)
Alter: ab 4 (besser: ab 5) Jahre
Spieldauer: ca. 20 Minuten

Als ich auf der Spielemesse etwas für meine ältere (6) Tochter suchte, stieß ich auf Kaleidos Junior. Das Original Kaleidos mag ich sehr und es ist eines der wenigen Spiele von denen ich zwei Ausgaben besitze. Das Problem: Da muss man schnell schreiben und das kann ich daher kaum mit meiner Tochter spielen, die gerade erst schreiben lernt…

Kaleidos Junior schafft es nun den Kerngedanken des Originalspieles ohne  eben dieses Schreiben umzusetzen. Und das ist eine enorme Leistung:  Im Originalspiel ging es nämlich darum auf 8 sehr detailreich gezeichneten Bildern möglichst viele Dinge zu finden, die mit einem bestimmten Buchstaben anfangen. Die schreibt man schnell auf und vergleicht dann in der Hoffnung möglichst viele und möglichst einzigartige Dinge gefunden zu haben.

In der Junior-Variante kann man auch mit Anfangsbuchstaben spielen, aber auch da wären Schreibanfänger Erwachsenen ziemlich unterlegen. Daher gibt es noch ein Rad, bei dem statt Buchstaben Eigenschaften gefragt sind, z.B. sollte man runde Gegenstände suchen oder essbare oder Gegenstände mit Geruch. Soweit so gut, aber wie funktioniert das ohne Schreiben??? Ganz einfach: Man legt kleine durchsichtige Scheiben aufs Bild. Einfach. Genial. Funktionabel. Keiner ist benachteiligt.

Obwohl: Eigentlich doch: Ich habe deutlich mehr Skrupel als die Kinder, mit denen ich bereits gespielt habe. Ich frage mich noch, um Gummihandschuhe wirklich riechen, ob die Figur xy noch als rund oder viereckig durchgeht oder ob eine Biene leicht kaputt geht. Die Kinder legen einfach. Das fördert die Diskussionskultur in unserem Haus, aber die meisten Streitpunkte können schnell und ohne Stress bereinigt werden. Aber ja, diskutieren muss man schon öfter (die Abgrenzungen sind nicht immer leicht). Eine Eigenschaft haben wir aber aus unseren Spielen verdammt: “Hart” ist dann doch zu einfach…

Das ich jetzt recht kurz nach der Messe diese Rezension schreiben kann, ist Zeugnis dafür, dass das Spiel bombastisch gut ankommt. Bislang ist (ohne Übertreibung) noch kein Tag vergangen an dem nicht irgendjemand hier im Haus Kaleidos Junior gespielt hätte.  Zwar habe ich Sorge, dass irgendwann für alle Karten alle Eigenschaften bekannt sind, aber bislang macht es allen Spaß. Endlich einmal eine Junior Version, die das Gefühl des Hauptspieles optimal einfängt und Erwachsenen Spaß macht, ohne dass diese einen allzu großen Vorteil haben. Das einzige was ich noch verbessern würde: Eine Punkteleiste würde es den Kleinen auch erlauben, die Buchhaltung alleine zu machen (im Moment müssen die noch viel rechnen). Da kann ein Vielspieler aber sicherlich was passendes aus der Sammlung bereit stellen.

Eine runde Sache, das Ding!

Peer Sylvester

Begann seine Spielerkarriere recht früh, weil sein Vater einen Gegner beim Schach brauchte. Berufswunsch in der dritten Klasse: “professioneller Schachspieler”. Lebt in Berlin und arbeitet als Lehrer für Mathematik und Chemie. Hat bereits erfolgreich seine ersten Spiele als Autor bei verschiedenen Verlagen veröffentlicht.
Peer Sylvester

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