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Der König ist tot, Kohle wird knapp und ich trink jetzt kein Bier

So, jetzt ist es soweit: Ich darf über The king is dead sprechen. The king is dead erscheint im September bei Osprey Games und ist im Prinzip eine Neuauflage von König von Siam.

Osprey Games sind bislang in erster Linie ein Buchverlag mit Fokus auf historischen Quellen, insbesondere für Miniaturenliebhaber- und Spieler und hatten bereits ein paar Wargames im Programm. Jetzt wollen sie auch in den „normalen“ Brettspielmarkt einsteigen und als Einstiegsspiel haben die mein König von Siam gewählt. Nur keinen Druck… ;-)

Was hat sich geändert? Erst einmal natürlich das Setting. Als britischer Verlag wollten die mit einem Spiel einsteigen, dass in England spielt. Also haben wir uns auf König Arthus geeinigt. Damit ändert sich aber auch die Karte und diese Änderung haben wir sehr ernst genommen. Zum einen sollte sie historisch zumindest approximativ stimmen und zum anderen wollte ich eine andere Topologie als bei König von Siam. Die Topologie hat keinen enormen Einfluss auf die Taktik, aber eben ein bisschen schon und so müssen sich auch Fans des Originals ein bisschen umstellen. Ich hatte insgesamt 6 verschiedene Variationen getestet und mich dann für die m.E. interessanteste Variante entschieden.

Regeltechnisch bleibt fast alles beim alten. Was sich ändert ist das Startkapital – das wird nun komplett zufällig bestimmt. Das kann die interessante Dynamik enthalten, dass jemand mit zwei gleichen Würfeln startet und auch im Vierpersonenspiel haben die Teams tatsächlich unterschiedliche Vorraussetzungen. Dadurch kommt ein minimaler Glücksfaktor ins Spiel, aber durch die „Schwächung des Brettes“-Dynamik kommt dieser nur in Extremfällen zu tragen.

Was komplett neu ist, ist die Mordred-Variante, bei der es eine neue Farbe (schwarz) gibt, die durch Wertungen ins Spiel kommt und nicht genommen werden kann. Sie sorgt für eine neue Endbedingung und auch wenn sie nicht immer zu tragen kommt, sorgt sie für eine zusätzliche Gefahr und Beschleunigung. Für Profis.

Schick ist das Spiel sowieso (Dank an Peter Dennis!) und übrigens (das sieht man nicht so gut) hat die Schachtel ein „Scharnier“ und öffnet sich wie ein Buch.

Auch in den Nachrichten: Martin Wallace streitet sich mal wieder mit Eagle Games – diesmal geht es um die Recht von Brass (deutsch Kohle), die er als Autor zu haben glaubt, während Eagles Games meint, er hätte die damals an sie verkauft. Ich habe keine Ahnung, wer hier im Recht ist, aber ein kleiner Hinweis zu einem Nebeneffekt: Will man veröffentlichten Emails glauben (und Emails sind ja nicht gerade fälschungssicher), so hat er die Rechte an Age of Steam an Eagle Games verkauft. Das ist in Deutschland nicht so ohne weiteres möglich – Zumindest sein Urheberrecht kann man nicht verlieren. Aber ich weiß nicht, wie langfristig man ein Werk lizensieren kann. Im amerikanischen Recht ist der Verkauf des Urheberrechts aber sehr wohl möglich. Und der Fall -sollte alles so sein, wie es aussihet – zeigt auch warum das eine schlechte Idee ist: Es geht nicht mal so sehr um fehlende Einnahmen (man wird ja einen Betrag gewählt haben, der höher ist, als man denkt, dass durch Lizenzeinnahmen reinkommt), sondern darum, dass man in diesem Fall eben die Kontrolle komplett abgibt. Wenn der Verlag mehrere Jahre keine Ausgabe macht oder graphisch in eine Richtung geht, mit der man nicht einverstanden ist, hat man eben Pech gehabt. Ich persönlich würde mir zudem immer die Möglichkeit offen lassen wollen, ein Spiel woanders neu aufzulegen (oder auflegen zu lassen)

Drittens twitterte jemand diesen Link, in dem es um die Gemeinsamkeiten zwischen Bier und Brettspielen ging. Ich machte einen Witz und wir hatten einen kleinen „Disput“. Es ist nämlich so, dass ich kein Bier mag – ich habe eine enorme Abneigung gegen den Geschmack „Bitter“ (gesüßter schwarzer Tee ist das extremste in dieser Richtung – und ja ich mag auch weder Kaffee noch Zartbitterschokolade) und er meinte diese Aussage wäre so als würde ich sagen „Ich mag nicht spielen“ und meinte ich müsste doch weiter probieren, z.B. Rauch- oder Sauerbier. Ähm. Nein. Ich sehe keine Veranlassung mir ein Bier zu suchen, dass ich mag. Ich habe viele Biere probiert, es ist also nicht so, dass ich das Unbekannte ablehne, aber ich konzentriere mich lieber auf Dinge, von denen ich weiß, dass ich sie mag, als weiter zu leiden, in der Hoffnung, vielleicht irgendwann etwas mehr zu mögen als ich es bislang tue. Warum auch nicht? Und ich werde einen Teufel tun und jemanden, der von sich behauptet, dass er nicht gerne spielt, versuchen irgendwie zu bekehren. Wieder: warum auch? Damit tue ich weder ihm noch mir einen Gefallen! Ich spiele durchaus mit Leuten, die sonst nicht spielen – aber die Leute spielen deshalb wenig, weil sie keine Spiele kennen, keine Gelegenheit dazu haben oder darüber einfach nicht groß nachgrübeln. Leute, die nicht spielen wollen, sollte man nicht zwingen. Spielen ist eine Freizeitaktivität. Nachher zwingt mich noch jemand dazu, Bier zu trinken!

ciao

peer

 

 

Peer Sylvester

1 Kommentar

  • […] ganz oben: Mein The king is dead von Osprey Games. Sehr schöne Ausgabe! Alles weitere ist ja schon gesagt. Oder fast: Ich werde am Samstag zwischen 12 und 1 am Stand (7-J111) signieren. Oder quatschen, je […]