Verlagsvorstellung Manikmaya Games

Meines Wissens waren dieses Jahr zum ersten Mal Verlage aus Indonesien und Malaysia vertreten. Ein positives Zeichen für die weitergehende Internationalisierung der Spieleszene! Ich habe mich mit Eko Nugrohu von Manikmaya Games aus Indonesien unterhalten und daraus den folgenden Text gestrickt:

Manikmaya Games versucht einen Markt für “qualitativ und spielerisch hochwertige” Spiele in Indonesien aufzubauen. Dabei soll das Spielen innerhalb der Familie und im Freundeskreis gefördert werden und “indonesische Werte” werden so verstärkt. Das versuchen sie durch regelmäßige Spieleevents (Playday), bei denen sie auch mit Schulen und Universitäten zusammenarbeiten. Und natürlich durch das Herausbringen von Brettspielen von indonesischen Autoren. Das interessante dabei: Die Themen sollen durch und durch indonesisch sein (also kein Turmbau im italienischen Mittelalter!).
Viele der geziegten Spiele sind noch nicht im Handel. Über die oben verlinkte Webseite können Mat Goceng and Mash Up Monster gekauft und Mahardika vorbestellt werden. Englische Regeln sind vorhanden und auch wenn die Webseite weitestgehend auf indonesisch ist, kann man sich mit den Betreibern auf englisch austauschen.

Bei Mahardika versuchen  4-7 Spieler gemeinsam  den Indonesischen Unabhängigkeitskampf gegen die Niederlande zu gewinnen. Das Spiel ist sehr thematisch, mit viel “Flavortext”. Leider kann ich über die Mechanismen nicht viel sagen – wer sich dafür aber interessiert: Es gibt eine englische Regel.

Mat Goceng war in Essen nach zwei Tagen ausverkauft – und jemand hat sogar die Ausgabe aus der Presseshow gestohlen! Immerhin hatte Eko noch eine Ausgabe da, um sie mir zu zeigen… Das Spiel ist ein witziges Kartenspiel, dass in Jakarta vergangener Tage spielt. Jeder Spieler hat einen geheimen Charakter. Die Charaktere sind indonesische Archetypen und jeder hat etwas andere Siegbedingungen – oft müssen sie bestimmte andere Charaktere schützen oder ausschalten. Die Spieler kämpfen gegeneinander, in dem sie Farbreihen auslegen. Dabei darf man andere Spieler auch um Hilfe bittten – die werden sich diese Bitte vermutlich bezahlen lassen… Ein Spieler, der zu oft verliert, zeigt seine Charakterkarte – und dadurch ändert sich die Spieldynamik, da jetzt Beschützer und Gegner gleichermaßen aus den Schützengräben kriechen müssen.

Bei Mash Up Monster werden Karten verwendet, die jeweils ein Monster zeigen. Der Gag: Immer zwei Karten können durch einen seitlichen Schlitz in der Karte so zusammengeschoben werden, dass ein neues Monster entsteht – Mit der oberen Hälfte des ersten und der unteren Hälfte des zweiten Monsters oder umgekehrt. Ziel ist -je nach Variante – das Bilden bestimmter Monstertypen oder das Verhindern desselben. Nach der kurzen Vorstellung ein Puzzlespiel.

Noch nicht verfügbar, aber in Essen zu sehen war The Festivals, ein Reisespiel mit hoher Interaktion (man kann sich gegenseitig ausblocken), bei dem man seine Kartenhand richtig nutzen muss, um verschiedene Festivals auf verschiedenen Inseln zu besuchen.

Insgesamt bin ich ziemlich beeindruckt von den vier gezeigten Spielen! Natürlich muss man festhalten, dass ich keines wirklich gespielt habe, aber sie sind allesamt eigenständig mit tatsächlich indonesischen Themen und professioneller Ausstattung. Mich würde nicht wundern, wenn wir das eine oder andere in mittelnaher Zukunft bei einem Europäischen Verlag wiedersehen werden!

ciao

peer

 

Peer Sylvester

Autor: Peer Sylvester

Begann seine Spielerkarriere recht früh, weil sein Vater einen Gegner beim Schach brauchte. Berufswunsch in der dritten Klasse: “professioneller Schachspieler”. Lebt in Berlin und arbeitet als Lehrer für Mathematik und Chemie. Hat bereits erfolgreich seine ersten Spiele als Autor bei verschiedenen Verlagen veröffentlicht.

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