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Brettspiele zum Anschauen

Es ist mal Zeit für etwas leichteres: Statt über die Schlechtigkeit der Welt oder der Einfachheit von Vegas zu fabulieren befasse ich mich mal mit zwei Filmen: Word Wars und Going Cardboard. Beides Dokumentationen von Brettspielen.

Beginnen wir mit dem älteren Word Wars, welches immerhin eine Emmy-Nominierung vorzuweisen hat. Die Macher von Word Wars haben sich sichtlich von Stefan Fatsis genialem Buch Word Freak inspirieren lassen. Es geht um 4 professionelle Scabblespieler (Sherman, Edley, Graham, Hill – alle bekannt aus Word Freak) und ihren Weg zum und durch das National Scrabble Championship. Die Spieler werden ausführlich vorgestellt und das Turnier erläutert. Nebenbei geht es gelegentlich zu Nebenschauplätzen wie den Spielern im New York Park oder Privatkämpfen zwischen den vier. Erläutert in dem Sinne wird nichts, alles erklärt sich durch Bilder und Aussagen der Beteiligten. Da erinnert der Film stark an den Film  Spelling Bee (bei dem es um den Amerikanischen Buchstabierwettbewerb ging). Das ist alles durchaus witzig und interessant – auch weil die Typen witzig und interessant sind und es sich um eine sonst recht unbekannte Subkultur handelt – aber auf mich wirkte es mehr als ein „Add-On“ zum Buch. Ich hatte das Gefühl, dass ich den Film ohne das Buch nicht vollständig verstanden und auch nicht so unterhaltsam gefunden hätte. Da ich das Buch kannte, war es allerdings schon recht witzig, denn die sonst nur beschriebenen Charaktere konnten hier mit Bild (und Leben) gefüllt werden. Keinesfalls ein Pflichtfilm!

Going Cardboard ist potentiell für die Leser dieses Blogs der interessantere Film, geht es doch um „unsere“ Brettspiele. Der Film erzählt die Geschichte der modernen Brettspiele (aus amerikanischer Sicht), was Essen ist, erzählt über Spieleautoren (dabei wird die etwas tragische Geschichte um Huang Di gezeigt), Verlage, Sammler und Rio Grande Games Rolle bei Siedler von Catan. Die Bandbreite ist groß und jeder Brettspieler wird sich irgendwo bei den Aussagen wiederfinden. Allerdings ist „Der Film erzählt“ nicht ganz richtig. Denn genau genommen ist der Film eine Aneinanderreihung von Interviews mit Szenegrößen wie Knizia, Derk (von BGG), Alan Moon, Tummelson, Eric Martin etc. Diese Leute erzählen – mit der Leidenschaft die Leute an den Tag bringen, wenn sie über ihr Hobby erzählen – über verschiedene Themen und der Film bündelt eigentlich „nur“ alle Aussagen zu einem Thema. Das ist auf Dauer doch etwas ermündend und im Prinzip hätte es da auch keinen Film gebraucht – ein Podcast o.ä. wäre ebenso möglich gewesen. Da wären mehr Einschnitte über die Spiele selbst vielleicht besser gewesen. So habe ich gerne immer mal wieder Stücke des Films gesehen – aber niemals alles auf einmal. Leider ist also auch diese Brettspieldokumentation nicht so gut wie man es gerne hätte. Das Medium Film hat sich unserem Hobby noch nicht allzu sehr genähert…

Wer der den Film dennoch gerne hätte, kann ihn jetzt gewinnen! Der erste, der in den Kommentaren Titel und Verlag meiner diesjährigen Essenneuheiten postet bekommt einen eingeschweißten Original-Film zugeschickt! Rechtsweg und Verlagsmitarbeiter des betreffenden Verlages sind natürlich ausgeschlossen. Unmöglich ist die Aufgabe nicht, die Infos sind schon irgendwo im Netz ;-)

ciao
peer

Peer Sylvester
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