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Interview mit Libellud

Für dieses Interview bin ich an meine Grenzen gegangen: An die meiner Sprachkenntnisse nämlich. Libellud ist ein Französischer Verlag, der mit “Dixit” gerade überraschend den französischen Spielepreis abgeräumt hat. Nun spricht der Kopf des Verlages, Regis Bonnessée weder englisch noch deutsch. Meine Französischkenntnisse beschränken sich auf “Víe!” “Bonjour””, “Mercí”, “Cést la víe” und dem Satz, den man als pubertierender Junge immer lernt (Ich hatte spanisch als zweite Fremdsprache gewählt). Mein Dank geht an Leonie Nowak, die mir helfend unter die Arme griff!

Erzähle doch ein bisschen über dich und Libellud!

Ich interessiere mich schon seit langen für Spiele. Als ich vor einiger Zeit mit Himalaya zum Spiel des Jahres nominiert wurde, war das eine Riesenehre für mich. Außer meiner Autorentätigkeit bin ich Vorsitzender eines Vereins zur Förderung von Brettspielen. Dann habe ich Dixit (das hoeß damals noch anders) von einem Freund gezeigt bekommen und wollte das unbedingt herausgeben. Es vergingen zwei Jahre bis das Spiel ausgereift war, die Mittel da waren und alles zur Verlagsgründung vorbereitet war. Dann ging alles sehr schnell: Wir wurden in Cannes für den französischen Spielepreis nominiert (und haben den jetzt auch gewonnen) und das Spiel verkauft sich so gut, dass wir über eine zweite Auflage im Juni nachdenken – das hieße wir hätten 5000 Spiele in einem halben Jahr verkauft! Das ist fast schon Zauberei!

Dann stelle uns doch dein Spiel einmal vor!

Dixit ist eine Tür in die Märchenwelt und die Magie der Worte…Das Spiel entführt einen in eine Traumwelt des Spielens…Kein Kampf, pures Vergnügen!

Der Spielmechanismus ist ganz einfach: Jeder hat 6 Karten auf der Hand. Der Erzähler wählt eine seiner Karten aus und legt sie verdeckt auf den Tisch. Dann muss er einen Satz, ein Wort oder einen Laut in Verbindung mit seinen Karten sagen/machen. Jeder andere Spieler wählt nun eine eigene Karte mit Bezug zur Karte des Erzählers aus. Dann werden die Karten verdeckt gemischt und aufgedeckt. Nun wählen alle (außer dem Erzähler) einen Spielstein, der von 1 bis 6 nummeriert ist, um die Karte zu bestimmen, die seiner Meinung nach, die Karte des Erzählers ist.

Haben nun alle Spieler oder niemand die richtige Karte gefunden bekommen alle außer dem Erzähler 2 Punkte.

Sonst bekommt der Spieler, der die richtige Karte gefunden hat 3 Punkte und der Erzähler bekommt 3 Punkte.

Jeder Spieler, dessen Karte als die des Erzählers gehalten wurde, bekommt 1 Punkt.

Nun füllt jeder Spieler seine Handkarten auf und das Amt des Erzählers rutscht nach links.

Was hast du für die Zukunft geplant?

Was meinen Verlag betrifft, handele ich stets nach Gefühl. Ich muss mich auf Anhieb in ein Spiel verlieben. Im Moment denke ich über weitere Karten für Dixit nach. 2009 wird entscheidend. Ich werde mich auf die Zeit nach Cannes konzentrieren. Ich habe viele Angebote von Verlegern erhalten, die ich demnächst genauer prüfen werden.

Danke für das Interview!

Dixit

Ich konnte Dixit noch nicht spielen, bin aber doch gespannt auf das Spiel. Es scheint die Art von Spiel zu sein, die man gut mit seiner Familie spielen kann. Was das Spiel aber heraushebt sind die tollen Graphiken. Hier kann man einen Eindruck bekommen.

ciao

peer

Peer Sylvester

Begann seine Spielerkarriere recht früh, weil sein Vater einen Gegner beim Schach brauchte. Berufswunsch in der dritten Klasse: “professioneller Schachspieler”. Lebt in Berlin und arbeitet als Lehrer für Mathematik und Chemie. Hat bereits erfolgreich seine ersten Spiele als Autor bei verschiedenen Verlagen veröffentlicht.
Peer Sylvester

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