So, offiziell darf ich jetzt zwei weitere Essenneuheiten ankündigen:
Beim Bambus Spieleverlag erscheint ein weiteres Buch von mir (ja, das Bambus-Spielebuch Nr. 2). Es heißt “So spielt die Welt – Ein Reiseführer in die internationale Spieleszene” und ist, naja, ein Reiseführer in die Internationale Spieleszene ;-)
Ich habe viele Leute interviewed und herausgekommen ist ein Buch, in dem ich von den Besonderheiten der Spieleszenen in Nordirland, Finnland, Polen, Israel, Madagaskar, Thailand, Japan, Singapur, Australien, Hawaaii, den USA und Brasilien erzähle und lokale Autoren und Spiele vorstelle. Auch diesmal gibt es zudem viel zu spielen in dem Buch: Neben einer Reihe von klassischen Spielen aus den entsprechenden Ländern habe ich auch neue Spiele von lokalen Autoren zum Nachbau empfohlen (Anders als andere Buchautoren habe ich die Originalautoren um Erlaubnis gefragt). Hinzu kommt ein Kapitel mit Spielen für die Reise. Die dortigen Einträge sind von Michael Schacht, Rudi Hoffmann und Ingo Althöfer. Ich selbst habe ein Spiel für das Thailand-Kapitel beigesteuert. Als Bonus gibt es im “Reiseführerteil” wichtige Adressen wie Spieleläden und -Clubs in aller Welt.
Anders als bei Jam Dudel war diese Schreiberei etwas völlig aus dem Nichts entstandenes (Für Jam Dudel habe ich vor allem viel aus meinem Vorrat verarbeitet) und somit auch etwas neues für mich. Die Recherche haben ungemeinen Spaß gemacht und zu Kontakten mit Autoren und Spielern in aller Welt geführt. Als Nebenprodukt entstand der Kontzakt mit Robot Martini Games, die wohl ein Spiel von mir machen (nächstes Jahr) und mit Japan Brand für die ich jetzt ein paar Spielregeln vons englische ins deutsche übersetze.
Angefangen hat es diesmal mit den Interviews von Rick Heli. Günter schlug damals vor diese Interviews für ein Buch zu bearbeiten. Ich war interessiert und fing an – stellte aber bald fest, dass sich große Teile der Interviews auf persöhnliche Dinge (wie Spielevorlieben) bezogen und mich nicht so furchtbar brennend interessierten. Ich benutzte dann die Interviews als Ausgangspunkt für erste Kontakte und Recherchen und so ist langsam das Buch entstanden. Die Arbeit hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich Lust habe, eine Fortsetzung zu schreiben (es sind noch viele interessante Länder übrig geblieben), aber ich warte erst einmal ab, wie die Spielergemeinde das Buch aufnimmt.
Da bis heute am Layout gefeilt wurde (zwischendurch ist der Graphiker abgesprungen und das hat die Sache enorm verzögert) ist nicht 100%ig klar, ob die Bücher in Essen fertig sind. Ich hoffe es aber inständig… :-)
Auch mein erstes veröffentlichtes Spiel (Monochrom) bekommt einen Nachfolger: On Q (gesprochen “on Cue” ) erscheint bei HiKu in derselben kleinen Reihe. “Nachfolger” bezieht sich dabei aber nur auf dieses Format, denn abgesehen davon dass beide Spiele abstrakte 2-Personenspiele sind, haben die beiden nicht viel gemeinsam. Bei On Q werden 4 Sorten Steine auf dem Q-förmigen Spielbrett platziert. Abwechselnd nehmen die Spieler 2 oder 4 Steine vom Rand und platzieren diese vor sich hin. Ziel ist es möglichst farbreine Reihen vor sich aufzustellen – da neue Steine aber nur an den Enden der Reihe platziert werden können ist das kein leichtes unterfangen. Theoretisch könnte man eine Gewinnstrategie für jede mögliche Permutation ausrechnen, praktisch gelingt das (dank einiger Finessen wie eine Tauschregel) wohl nur Computern. Bernd Eisenstein findet jedenfalls lobende Worte.
Insgesamt also 3 Neuheiten dieses Jahr – Wow! Ich weiß kaum wie mir geschieht ;-)
Nächste Woche gibt es -vermutlich – neue Essenneuheiten, diesmal nicht von mir sisondern (exklusiv) einen kurzen Blick auf die angekündigten Japan-Brand-Neuheiten. Darunter auch ein neues Spiel von Susomi Kawasaki, einem meiner Lieblingsautoren.
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Wem das zu viel Eigeninformation und zu wenig spielphilosophisch Neues war: Hier beginnt eine neue, lose Serie in diesem Blog: Meilensteine der Spielegeschichte. Dabei sollen nicht “die 100 besten Spiele” o.ä. beschrieben werden, sondern Spiele, die aus Autorensicht wichtig waren und die modernen Spieleentwicklung voran getrieben haben. Das kann durch innovative Mechanismen oder neue Spielansätze geschehen sein. Die Qualität des Spieles ist dabei sekundär (und ja auch schwer meßbar) -hier geht es um Innovation. Die Auswahl ist natürlich subjektiv, die Reihenfolge zufällig. Anregungen sind willkommen.
Anfangen möchte ich mit einem Spiel aus dem Jahre 1956, das von einem Amerikaner erfunden wurde, ein ganzes Spielgenre prägte und immer noch als eines der ganz weniger Vertreter dieses Genres gilt.
Erraten?
Es handelt sich um Eleusis.
Eleusis wurde 1956 von Robert Abbott erfunden und in seinem Buch “Kartenspiele als Kunst” veröffentlicht. Es handelt sich um ein induktives Spiel: Ein Spieler denkt sich eine Regel aus und die anderen Spieler müssen die Regel erraten. Das tun sie in dem sie Karten in eine Auslage auslegen und so herausfinden, welche Karten regelgerecht eingeordnet werden können und welche nicht. Wer die Regel am schnellsten herausfindet hat die besten Karten.
Dieses Umdrehen des klassischen Spieles (bei dem alle Regeln zu Beginn bekannt sind) ist meines Wissens vor der Erfindung von Eleusis nicht vorgekommen. Auch im Logikspielbereich sind die überwältigende Anzahl der Spiele deduktiv (d.h. alle Alternativen sind bekannt und die Spieler müssen herausfinden, welche Alternative gilt). Die wenigen die es gibt sind in der Regel aus Eleusis entstanden. So dominierend ist Eleusis dass sich jedes Induktive Spiele daran messen muss – und die meisten entpuppen sich eben als Variante (nur Muster II und Jewels in the sand benutzen andere Mechanismen). 52 Jahre und die Spielewelt hat das Urspiel nicht verbessern können. Daher ist Eleusis einer der ganz großen Meilensteine der Spielegeschichte.
Noch ein paar kleinere Informationen:
-Robert Abbott hat sich heutzutage von den Spielen abgewand und konzentriert sich auf Labyrinthe (Siehe seine Homepage)
-Sein “Geheimcode” ist der Versuch aus Eleusis ein kommerzielles Spiel zu machen. Es stammt eigentlich von Alex Randolph. Abbott selbst war mit dem Design nie ganz glücklich, auch weil die Regeln so einfach zu entschlüsseln sind.
-Ulrich Roth aus Barcelona ist so begeistert von dem Spiel, dass er ein alternatives Eleusis-Deck kreirt hat.
– Zendo dürfte das jüngste Induktionsspiel sein (2003). Der Autor schreibt ausdrücklich, dass er ein kommerzielles Spiel aus Eleusis machen wollte. Es verwendet keine Karten sondern ein anderes “Universalsystem”: Die Icehouse-Steine von Andrew Looney.
– Wer findet den nächsten Buchstaben: E Z D V F S S ….
ciao
peer
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A N …
CQ
Jost: Ja
Smuker: Nein