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Verlagsvorstellung Mind Fitness Games

Atilla hat hier in der Vergangenheit schon von den Spielen von Mind Fitness Games geschwärmt (insbesondere von SixMaking) und seit 2015 bin ich auch bekehrt :-) Zeit diesen Verlag auch einmal meinen Lesern etwas ausführlicher näher zu bringen!

Bitte stelle Dich und deinen Verlag kurz vor!

Hallo, mein Name ist Dorsonczky Jozsef und ich bin Mathematiker. Mein erstes Spiel habe ich 2013 als Herausforderung an mich selbst erfunden – Ich habe das Spiel Arimaa kennengelernt und fand das so genial, dass ich auch ein Spiel erfinden wollte. Das Spiele erfinden machte mir dabei so viel Spaß, dass ich seitdem hauptsächlich in diesem Bereich tätig bin.

2013 habe  ich Mind Fitness Games  gegründet, um meine eigenen Spiele zu veröffentlichen. In den ersten drei Jahren habe ich 7 Spiele erfunden und war an der Entwicklunmg und der graphischen Gestaltung beteiligt.

Erzähle uns kurz etwas über die Art der Spiele, die ihr macht!

Die Spiele von Mind Fitness Games sind taktisch oder strategisch. In den ersten zwei Jahren kamen nur strategische Zweipersonenspiele heraus (Six Making, Pure Halloween, ReMatch, Charta Krymenesiae, Magyar Dama), dann kamen taktische Kartenspiele für 2-4 Spieler (Hack Trick, Sponsio) und ein Strategiespiel (Vikingdoms).

Was hast Du für die Zukunft geplant?

Ein Spielverlag hat niemals ein Mangel an Ideen :-)

In diesem Jahr haben wir die Produktion und die Graphik an eine Spezialfirma ausgelagert und deshalb werden wir 2017 ein bis zwei Spiele wieder auflegen, die in der Szene recht beliebt sind, aber aufgrund der mangelnden Ausstattung keinen Erfolg verbuchen konnten. Auch werden wir zwei neue Spiele von mir herausbringen: Ein Strategiespiel für zwei (ein minimalistisches Spiel auf einem 4×5-Brett mit nur 2 Figuren) und ein Kartenspiel für 3-6 Spieler – das wird mein erstes Familienspiel sein, aber es ist ausreichend taktisch um auch in reinen Erwachsenenrunden zünden zu können.

Und als Premiere bei Mind Fitness werden wir erstmals auch Spiele von anderen Autoren veröffentlichen.

Auf der Spiel 17 werden wir daher mit einem Portfolio von 7-8 Spielen auftreten.

Heißt das, Ihr nehmt in Zukunft auch Spiele anderer Autoren an?

Ja, wir sind interessiert an Spiele, die in das Programm von Mind Fitness Games passen: Einfache Regeln, taktisches Spiel, mit einer Spieldauer von 10-30 Minuten. Wir legen wert auf ein gutes Spielelebnis, weniger auf die reinen Mechanismen. Wir mögen Spiele die sauber ausgearbeitet sind, mehr als einen Weg zum Sieg und dramatische Höhepunkte bieten. Es ist wichtig. dass schon bei der ersten Partie gezielt gespielt werden kann, die Lernkurve aber mit jedem Spiel ansteigt.

Bei diesen Spielen sieht man immer sehr schnell, ob sie von Beginn an entsprechend entworfen wurden, oder durch “Trial und Error” entstanden sind.

Wie kann man eure Spiele in Deutschland beziehen?

Wir haben keinen Vertrieb in Deutschland. Bis wir einen finden kann man unsere Spiele entweder über unseren französischen Vertrieb www.ludifolie.com beziehen, oder direkt von uns. In Ländern ohne Vertrieb können Läden unsere Spiele zum Vertriebspreis erwerben und das Porto ist nicht hoch – für 24 Spiele (als Beispiel) weniger als 1€/Spiel. Spieler können bei uns Spiele mit Portokosten von 12,5€ für bis zu acht Spiele bestellen.

Vielen Dank für das Interview!


Wie gesagt hat Atti schon über Six Making gesprochen und zwar hier. Auch über Hack-Trick hat er bereits gesprochen. Ich würde noch ergänzen wollen, dass mir Hack-Trick wirklich außerordentlich gut gefällt – es ist ein ideales kurzes, knackiges Zweierspiel. Vielleicht am ehesten zu vergleichen mit Elements von Pegasus), wenn natürlich auch mit einem ganz anderen Mechanismus. Hack-Trick kann ich nur jedem Spielefreund ans Herz legen, weil es eine tolle Mischung aus Deduktion und Wahrscheinlichkeitsmanagment bietet!

Vikingdoms und Sponsio sind die beiden aktuellen Spiele von Mind Fitness und ich habe beide schon gespielt:

Vikingdoms ist offensichtlich eine Weiterentwicklung von Six Making (welches ich nicht gespielt habe): Auch hier setzt man entweder eine Scheibe auf ein leeres Feld oder setzt einen beliebigen (!) Turm auf ein nicht leeres Feld. Auch hier bestimmt die Höhe des Turmes die Zugart und damit auch ob überhaupt mit dem Turm gezogen werden kann (es darf ja nur auf besetzte Felder gesetzt werden!). Allerdings ist das Spiel noch nicht zu Ende, wenn jemand einen Sechserturm gebaut hat, sondern es kommt zu einer Wertung. Der Gewinner ist der, dessen Farbe oben liegt und der hat die erste Wahl der durchaus unterschiedlichen Plättchen. Plättchen braucht man zum Sieg, aber sie bringen auch kleine Vor- und Nachteile. Damit dürfte eine Partie Vikingdoms etwas länger dauer als Six Making und die Länge tut dem Spiel durchaus gut, da man durchaus auch geschickt werten kann oder auf spätere Runden spielt. Es ist ein völlig abstraktes Spiel mit sehr aufgesetzten Thema und es ist ein Zweier ohne Glücksfaktor. Aber in dieser Sparte bislang das beste, dass ich dieses Jahr gespielt habe (von vielleicht vieren).

Sponsio habe ich leider nur zu dritt gespielt und das ist ganz klar nicht die richtige Besetzung. Sponsio ist ein Stichansagespiel, mit einem relativ elaboriertem Wettsystem, bei dem man Handkarten zeigen muss, wenn man sein Blatt verbessern oder wetten will (ähnlich ) und das auch die Option offen hält nicht zu wetten – was bedeutet das man Punkte bekommt, wenn die anderen Wetten verlieren, aber Punkte verliert, wenn Mitspieler ihre Wetten gewinnen! Nun das Problem zu dritt ist, dass eine Farbe raus ist und sich die Karten weniger verteilen. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit enorm, dass jemand die höchsten Karten hält oder eine schöne Flöte hat. Das problem dabei ist, dass es keinen Trumpf gibt. Und wenn A eine Flöte und B auch und C Startspieler ist, dann ist es reine Glückssache, ob A oder B seine Farbreihe runterspielen kann. Das macht die ganze Angelegenheit zu einer echten Wettsache und weniger zu einer “Ansage” und das kann durchaus gewollt sein. Mir ist das aber zu glücksabhängig für die doch vielen Dinge, die man im Kopf haben muss – und der Stichspielmarkt bietet auch einfach zu viele Alternativen. Aber wie gesagt: ich spiele es definitiv noch einmal zu viert, denn da gibt es zwar auch keinen Trumpf, aber zumindest sind die Karten mehr verteilt und Extremverteilungen seltener. Es wird sich daher sicher anders spielen – ob besser oder schlechter wird man sehen müssen.

Peer Sylvester

Begann seine Spielerkarriere recht früh, weil sein Vater einen Gegner beim Schach brauchte. Berufswunsch in der dritten Klasse: “professioneller Schachspieler”. Lebt in Berlin und arbeitet als Lehrer für Mathematik und Chemie. Hat bereits erfolgreich seine ersten Spiele als Autor bei verschiedenen Verlagen veröffentlicht.
Peer Sylvester

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