Ratuki

Verlag: Hasbro
Autor: keine Angabe !?
Spieleranzahl: 2-5
Alter: ab 8 Jahre
Spieldauer: ca. 15 Minuten

Um allen Lesern die Spannung zu nehmen eine Zusammenfassung der folgenden Rezension: Ich empfehle dieses Spiel am Ende einer ganz spezielle Zielgruppe! Vorher gibt es aber noch allgemeines Blabla zur Spielegeschichte und die obligatorische Übersicht über Spielmechanismen und deren Parallelen mit dem Kommunismus.

Mitte der 90er Jahre erschien Ligretto. Das war doch recht erfolgreich. Und womit? Mit Recht; und einem Schwung ähnlicher Spiele: Espresso, Newsmaker und noch ein paar anderen, die ähnlich heißen aber genauso funktionieren.

Anderthalb Jahrzehnte später meint Hasbro, es ist genug Geld an ihnen vorbeigeflossen und werfen ihr eigenes Karten-schnell-Ablegespiele in den Ring. Oder ihren eigenen „Karten-Koller“, um bei der Hasbor-Nomenklatur zu bleiben. Diese stellt auch schon einmal eine der größeren Innovationen des Spieles dar.
Das Grundprinzip ist durchaus wiederzuerkennen: Möglichst schnell wollen Karten aus der Hand passend auf gemeinsame Kartenstapel gebracht werden. Und zwar alle gleichzeitig. Aber es gibt doch einige recht entscheidende Unterschiede: Vor allem gewinnt derjenige den Stapel, der die 5 spielt. Anders als bei Ligretto geht es hier nämlich nicht primär ums Kartenloswerden, sondern ums Stapel gewinnen. Und damit das etwas spannender wird, kann man auch Karten spielen, die 1 kleiner sind, als die oberste Zahl. Daher kann es rauf und runter gehen und wer keine 4 hat, wird den Stapel lieber wieder abbauen. Das ist interessant, aber unübersichtlich. Noch unübersichtlicher aber nur wenig interessanter ist, dass die Karten keine schnöden Zahlen zeigen (bis auf die blauen), sondern Finger, Striche oder Würfelaugen.

Ratuki steckt voller netter Ideen. Wie der Kommunismus. Und wie der Kommunismus funktioniert Ratuki in der Praxis weniger gut, als in der Theorie. Ratuki mag auf dem Reißbrett gut ausgesehen haben (und es wirkt als wäre es dort geboren), da wo es weh tut kann es nicht voll überzeugen. Ich kann nicht einmal so ganz genau sagen, warum es weniger Spaß macht als das Übervorbild Ligretto. Es ist schwerer nachzuvollziehen, ob die Spielekollegen richtig bedienen oder nur zufällig Karten in die Mitte werfen. Und es ist auch egal, denn es geht ja darum die 5 zu spielen und abzuräumen. Da es aber nur genau darum geht, rückt der Rest in den Hintergrund. Und der Rest war das, was bei Ligretto Spaß machte. Und heute noch macht.

Wer Spiele sammelt, die die Welt nicht braucht, sollte Ratuki in seine Sammlung aufnehmen!

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