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Monster Match

Monster Match

Verlag: Kosmos
Autoren: Ken Gruhl und Quentin Weir
Spieleranzahl: 2-6
Alter: ab 6 Jahre
Spieldauer: 10 Minuten

Schon bei meiner Rezension zu Burg Kritzelstein habe ich angemerkt, dass Spiele mehr sind als nur eine Anhäufung reiner Mechanismen. Monster Match zum Beispiel ist ein einfaches Reaktionsspiel: Man würfelt, man haut auf eine passende Karte – das kennt man schon, da gibt es einiges vergleichbares.

Monster Match hat aber eine Tasche.

Das klingt jetzt etwas zynisch-abwertend, aber tatsächlich zeigt die Tasche, dass die Redaktionsarbeit hier über die Mechanismen hinausging und sich tatsächlich damit befasst hat, was ein Reaktionsspiel für Kinder attraktiv macht. Die Tasche ist nämlich wie schon bei Lucky Lachs nicht einfach irgendein dahergelaufenes Hermés-Accessoire, sondern die Verpackung des Spieles in Form eines Monsters – das klingt nicht nach viel, aber meine Tochter hat schon zweimal verlauten lassen, dass die Tasche das beste am Spiel ist. Und das meinte sie ziemlich sicher nicht zynisch-abwertend .

Die Tasche ist aber nur der Anfang; da man im Bereich “Schnell auf die richtige Karte klatschen” sicherlich nur eine begrenzte Anzahl an Variationsmöglichkeiten hat, wenn das Spiel noch als Kinderspiel durchgehen und die Spieldauer nicht über die 10 Minuten hinausgehen soll, variiert Monster Match weniger den Mechanismus, sondern nur die Gestaltung:  Welches Monster man verhauen möchte, hängt von der Anzahl der gewürfelten Augen, Beine oder Arme ab, was lustig ist – und eben Monster ermöglicht, die verschiedene Anzahlen von Augen, Beinen und Armen haben und entsprechend süß gestaltet sind.  Die Geschichte erzählt etwas vom Donut-Diebstählen und daher sammelt man keine Siegpunkte, sondern Donuts, was auch lustig ist und vor allem ein Ziel, mit dem sich Kinder identifizieren können (auch wenn die erreichten Punktzahlen am Ende eher in Regionen liegen, die noch nicht jeder Sechsjährige unfallfrei beherrscht).

“Schnell auf die richtige Karte klatschen” muss man aber auch hier und das ist in letzter Konsequenz nicht anders als bei anderen Spielen, bei denen man schnell auf die richtige Karte klatschen muss, auch wenn es hier nicht selten mehrere Karten gibt, aus denen man wählen kann (möglichst die mit vielen Donuts), was bedeutet, es ist weniger frustrierend für diejenigen, die etwas langsamer auf die richtige Karte klatschen. Es bedeutet auch, dass man besser mit mehr als zwei Spieler klatscht, sonst klatscht oft einer schnell und der andere sucht sich in Ruhe eine Karte aus.

Die Kinderspieljury spielt aber offenbar eher mit mehr als zwei Kindern und haben Monster Match empfohlen. Das liegt sicherlich am drumherum, denn auch wenn man selten so schön auf Karten klatscht wie hier, klatscht man doch möglichst schnell auf Karten und damit ist Monster Match deutlich weniger originell als etwa Lucky Lachs aus gleichem Hause. Das muss es aber auch nicht sein – für Kinder zählt am Ende nur der reine Spaß und nicht die realpolitischen Hintergründe des Spieles.

 

Peer Sylvester

Begann seine Spielerkarriere recht früh, weil sein Vater einen Gegner beim Schach brauchte. Berufswunsch in der dritten Klasse: “professioneller Schachspieler”. Lebt in Berlin und arbeitet als Lehrer für Mathematik und Chemie. Hat bereits erfolgreich seine ersten Spiele als Autor bei verschiedenen Verlagen veröffentlicht.
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