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Kakerlaloop

Verlag: Ravensburger
Autoren: Inka und Markus Brand
Spieleranzahl: 2-4
Alter: ab 5 Jahre
Spieldauer: 5-30 Minuten (je nach verwendeter Strecke, Spielerzahl und Kakerlakenverhalten)

Hexbugs sind kleine Roboterkäfer, die sich durch Vibrationen bewegen, wobei die Bewegungsrichtung recht zufällig ist.

Ravensburger ist ein Spieleverlag aus Ravensburg, der Brettspiele macht. Auch welche mit Hexbugs – Kakerlaloop ist das zweite Spiel der Reihe.

Das erste Spiel war originell und nutze den Käfer recht gut. Es war allerdings auch nicht supertoll und ziemlich vom richtigen Funktionieren des Hexbugs abhängig. Ich habe es hier rezensiert.

Kakerlaloop ist weniger originell, dafür ist die Schachtel größer und der Hexbugs läuft jetzt auch kopfüber.

Kopfüber darf der Hexbugs laufen, weil er so die Ebene wechselt: Entweder er läuft (zufällig) unter der Spielfläche herum, wo er niemanden stört. Oder er läuft (kopfüber) durch einen Looping nach oben, wo er das aktuelle Spielgeschehen unterbricht und Spielfiguren umherschiebt. Die versuchen würfelgesteuert die andere Spielfeldseite zu erreichen. Dieses Geschehen ist so bekannt wie das blaue Dreieck auf der Schachtel: Würfeln-Ziehen-fertig. Ein paar Felder bieten Schutz vor der Kakerlake und besetzte Endfelder dürfen übersprungen werden. Wollte man alle Spiele mit diesem Mechanismus sammeln, kommt man mit einem Haus vermutlich nicht aus.

Aber nur eines hat einen Hex Bug! Und damit reiht sich Kakerlaloop in Spiele ein, die so klanghafte Namen tragen wie “Fliegen-Falle” (MB) oder Kraken Alarm (Kosmos). Nur der Mechanismus, der die neutrale Bösewicht-Figur steuert, ist eine andere (und elektronischer Natur).

Doch das macht nichts, denn was das Spiel macht, macht es gut. Die Kakerlake sorgt für Spannung bei den Kindern und für ein Echtzeitelement, dass durchaus gut ankommt. Das die Kakerlake manchmal sogar hilft, wenn sie Steine gen Ziel schiebt ist zudem eine nette Wendung.

Gleichzeitig ist die Kakerlake aber auch die größte Schwäche: Erst einmal muss sie vernünftig funktionieren, was keineswegs sichergestellt ist (der erste Hexbug lief nur im Kreis – Zum Glück lieferte Ravensburger zügig Ersatz). Vor allem aber ist nicht nur ihr Laufverhalten zufällig, sondern auch ihr Effekt auf das Spiel und auf die Spieldauer. Ich habe schon Partien erlebt, wo sie sich nur zweimal kurz blicken ließ, ohne eine Spielfigur zu berühren. Aber auch schon welche, in der sie partout nicht zurück in den Keller wollte und das Spiel für 10 Minuten (!) unterbrach, was jenseits von Gut und Böse ist. Überhaupt trägt die Spieldauer nur, wenn das Spiel nicht zu lange dauert (max. 20 Minuten), aber Spaß macht es nur, wenn es nicht allzu schnell zu Ende geht und die Kakerlake zumindest ein bisschen Gefahr verströmt. Beides ist keineswegs sicher gestellt. Und so ist es auch ein bisschen Glücksache, ob Kakerlaloop tatsächlich Spaß macht…

Peer Sylvester

Begann seine Spielerkarriere recht früh, weil sein Vater einen Gegner beim Schach brauchte. Berufswunsch in der dritten Klasse: “professioneller Schachspieler”. Lebt in Berlin und arbeitet als Lehrer für Mathematik und Chemie. Hat bereits erfolgreich seine ersten Spiele als Autor bei verschiedenen Verlagen veröffentlicht.
Peer Sylvester

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