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Groovy Pips

Verlag: Drei Hasen in der Abendsonne
Autoren: Lukas Zach und Michael Palm
Spieleranzahl: 2-6
Alter: ab 8 Jahre
Spieldauer: 15-30 Minuten (je nach Mitspieleranzahl)

Yathzee heißt in Deutschland Kniffel. Und wenn die Rezension so anfängt, dann weiß der Vielspieler, dass er jetzt auch schon genug gelesen hat. Denn Groovy Pips ist der Versuch Kniffel etwas interessanter zu gestalten, ohne das Spielprinzip allzu sehr zu verändern.

Das geschieht durch Karten. Auf denen stehen die Kombinationen (Drillinge mit festgelegten Augen, Beliebiger Vierling, Fünfling, Full House und eine Straße) und ersetzen den Block. Jeder Spieler hat einen kompletten Satz und gibt eine Karte davon in die Mitte.

Dann wird gekniffelt. Wie bei Kniffel.

Der einzige Unterschied: Die gewürfelte Kombination muss der Spieler als Karte auf der Hand haben oder sie muss in der Mitte liegen. Am besten beides. Denn diese Karte (oder Karten) bekommt er in seinen Punktestapel. Dadurch steht sie nicht mehr zur Verfügung – eigentlich genau so, wie beim Eintragen in den Block (auch da ist ja nur eine Zahl pro Reihe erlaubt), aber auch irgendwie eleganter. Günstiger ist es natürlich, die Karten aus der Mitte abzufischen, denn dann stehen die den Mitspielern nicht zur Verfügung. Und gleiche Karten können immer mit abgeräumt werden, was natürlich der beste Zug von allen ist.

Wer keine Karte erkniffeln konnte, muss eine Handkarte in die Mitte geben. Tunlichst eine, die die Mitspieler schon erfüllt haben, um eben dieses “doppelt gewinnen” bei anderen zu verhindern. Und möglichst keine, die dort schon liegt, sonst gewinnt ein anderer womöglich mit einem Wurf zwei Karten aus der Mitte (meistens stapeln sich die Fünflinge gegen Spielende dort. Mit dem Effekt, dass jemand, der die tatsächlich mal schafft dann auch so viele Karten gewinnt, dass er auch das Spiel gewinnt). Das Karten ablegen ist also minimal taktischer als Kniffel.

Aber was rede ich: Groovy Pips ist ein einfacheres, weniger mathematisches, interaktiveres Kniffel, aber es ist immer noch “Heiteres Kombinationen würfeln”. Harmlos, sozusagen. Aber es hat den ungemeinen Vorteil (und das sage ich ganz unironisch), dass ich es auch mit meiner Sechsjährigen Tochter spielen kann, ohne dass ich mich taktisch groß zurücknehmen müsste.

Ich möchte kein Kniffel spielen. Ich mag Kniffel nicht besonders. Ich werde auch durch Groovy Pips nicht bekehrt, aber es macht mir das Unertrögliche etwas erträglicher. Und es ist ein Spiel, dass ich mit Frau und Kind spielen kann. Und das ist auch wieder toll. Irgendwie.

Peer Sylvester

Begann seine Spielerkarriere recht früh, weil sein Vater einen Gegner beim Schach brauchte. Berufswunsch in der dritten Klasse: “professioneller Schachspieler”. Lebt in Berlin und arbeitet als Lehrer für Mathematik und Chemie. Hat bereits erfolgreich seine ersten Spiele als Autor bei verschiedenen Verlagen veröffentlicht.
Peer Sylvester

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1 Kommentar

  • Ein super Spiel.
    Schnell zu lernen, ganz besonders wenn man schon Yatzee kennt.
    Kurze spannende Runden begeistern auch ungeduldige Spieler.
    Da das Spiel in handlicher Verpackung ist, eignet es sich ganz besonders zum Mitnehmen zu Freunden oder in den Urlaub.
    Ein wunderbares Familienspiel, vom kleinen Schulkind bis zu den Großeltern können alle mitspielen