Die Aufsteiger

Verlag: Chili Spiele
Autor: Holger Lanz
Spieleranzahl: 2-5
Alter: ab 8 Jahre
Spieldauer: ca. 45 Minuten

Alle sind im Weihnachtsstress und wollen nur wissen: Kann man Die Aufsteiger getrost der spielenden Mischpoke unter den Baum legen?

Antwort für die ganz Eiligen: Ja!

Antwort für die Eiligen: Ja, aber nicht unbedingt dem Hardcorestrategen. Dafür um so mehr dem Wenigspieler.

Antwort für die Freunde nichtssagender Vergleiche: Die Aufsteiger ist eine Art Holz-Terra-Turrium für Familien. Alles klar?

Antwort für die Rezensionsleser:
Ja, aus folgenden Gründen:

  • die Schachtel ist rappeldickelvoll mit Holzteilen. Die Holzteile sind außerdem nicht irgendwelchen Klötze, sondern kommen in Quadern verschiedener Größe daher. Jede Seite hat eine andere Farbe, wobei immer dieselben Farben gegenüberliegen (das ist wichtig für die Taktik).
  • der Startaufbau ist flexibel.
  • Das ganze Spiel mit seinen Holzteilen weckt Interesse und lädt sofort zum Losspielen ein. Eines der Spiele, dass in einer Kneipe gespielt eine Menge Blicke auf sich zieht.
  • Spielerisch geht es darum, am Ende möglichst weit oben auf der sich ständig verändernden Spielfläche zu sein. Dabei ist das Spiel aber kein Wettrennen. Im Gegenteil: Die Letzten sind meistens die Ersten. Dadurch kommt kein Frust auf (na gut etwas. Zwischendurch. Aber umso größer ist die Freude, wenn man bemerkt, dass der Frust umsonst war, da man trotz Rückschläge gewonnen hat).
  • Gewinnen wird meist der, der am besten kooperiert: Die Spieler wollen immer nach oben, können aber nur kleine Schritte machen. Daher müssen die erwähnten Quader so umgeschichtet werden, dass die Höhenunterschiede nicht zu groß werden. Zwar darf man dabei nur einen Klotz bewegen, aber wenn mehrere Spieler zusammenarbeiten, lässt sich schnell eine gemeinsame „Treppe“ aufbauen. Zur Not helfen Leitern (jede einmal einsetzbar) um größere Höhen zu überwinden. Wer zu früh alleine losprescht wird isoliert, von allen blockiert und verliert vermutlich. Also: In der Ruhe liegt die Kraft!
  • Wird gemeinsam gebaut, muss man den richtigen Zeitpunkt abpassen, um die anderen abzuhängen (z.B. in dem man einen wichtigen Klotz auf die eigene Farbe dreht und sich draufstellt und damit für die anderen blockiert). Der Schlüssel für ein erfolgreiches Spiel liegt dabei darin, weder zu früh alleine loszugehen, noch zu spät und dann selbst abgehängt zu werden. Dieser Balanceakt hat einen ganz eigenen Reiz
  • Man kann eine Menge gucken und bauen, aber ohne dass das Spiel in einer Grübelorgie ausartet. Es dürfen nur neutrale Flächen oder Flächen der eigenen Farbe betreten werden, und das schränkt den Aktionsradius schon ziemlich ein. Daher sind die Möglichkeiten überschaubar, ohne aber trivial zu sein. Familienspieltaktikniveau würde ich sagen. Was immer das heißt.
  • Wie gesagt, Ziel ist es nicht als erster oben zu sein, sondern am höchsten zu stehen, wenn keiner mehr höher kommt. Und bei Gleichstand gewinnt derjenige, der später dran war. Das ist neu, das ist ungewohnt, das hat Pfiff.
  • Die Spieldauer ist mit 45 Minuten sehr moderat, das Spiel hat einen interessanten Spannungsbogen.

Allerdings sollte man folgendes beim Geschenkekauf beachten:

  • Je mehr Spieler, desto besser! Zu zweit oder zu dritt fällt das Kooperatioonselement zu wenig ins Gewicht. Zu fünft muss sich der fünfte Spieler damit abfinden, dass seine Farbe immer gegenüber der neutralen Farbe liegt, was ein kleiner Nachteil ist. Puristen wird dies vielleicht ärgern (dabei ist der Nachteil wohl eher gefühlt als tatsächlich vorhanden).
  • Ganz große Strategiekost bietet die Aufsteiger nicht. Eher: Gucken was man machen kann, wenn man dran ist. Kommt man nicht sinnvoll weiter, gucken ob man jemanden ärgern kann. Dann den Zug machen und abwarten, was die Konkurrenz so macht. Ein wenig Taktik, viel „Mach-das-beste-aus-dem Zug“. Wer tiefergehendes sucht, sollte ein anderes Geschenk wählen. Für die obligatorische Weihnachtspartie mit den Eltern aber allemal geeignet. Zudem werden sich verbissene Spieler ärgern, dass ihre tollen Züge am Ende bedeutungslos sind; Dann nämlich wenn die Partie länger dauert als geplant und die weniger effizienten Spieler dank Gleichstandsregel in letzter Minute noch vorbeiziehen und den Sieg klauen.

Überzeugt? Dann aber schnell bestellen: So groß ist die Auflage nicht und man bekommt das Spiel nur direkt beim Verlag. Warum das so ist, erfahrt ihr beim Interview mit Klaus Zoch.

2 Gedanken zu „Die Aufsteiger“

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