Colorpop

Verlag: Gigamic (Vertrieb Asmodee)
Autor: Lionel Borg
Spieleranzahl: 1-5
Alter: ab 8 Jahre
Spieldauer: 10-15 Minuten

Juchu! Colorpop sieht toll aus und spielt sich wie ein Browserspiel! Gibt es Schöneres?!? Nun, das muss wohl diese Rezension klären. Spoiler: Ich habe viel beim Spielen von Colorpop gelernt. Aber zurück zum ersten Satz: Colorpop sieht toll aus und spielt sich wie ein Browserspiel!

Um es noch einmal deutlich zu sagen: Colorpop sieht wirklich verdammt toll aus. Ein echtes Designobjekt. Mit schicken Scheiben und Farben und so. Da lässt es sich wohl verschmerzen, dass der Aufbau fast länger dauert als das Spiel, da alle Scheiben in alle Rillen reingedrückt werden müssen.

Und um das andere noch einmal deutlich zu sagen: Es spielt sich ziemlich genau wie ein Browserspiel! Und zwar so eines, wo man Gruppen gleichfarbiger Steine anklickt, die gesamte Gruppe verschwindet und alle drüberliegenden Steine nachrücken. Anders als diese Browserspiele lässt sich Colorpop auch zu mehrt spielen: Jeder zieht geheim eine Farbe und wer alle eigenen Steine weggeklickt hat, gewinnt. Wenn das keiner schafft (es dürfen nur Gruppen weggecklickt werden; Einzelsteine bleiben also stehen) gewinnt der, von dem am wenigsten Steine übrig sind.

Vor Spielstart guter Dinge stellte ich in Vollbesetzug schnell fest: Die Angelegenheit ist banal. Spielen zu viele Leute mit, ist der Einfluss minimalst. Fremde Farben rauszudrücken begünstigen fast immer einen Konkurrenten. Und der Gewinner wird zu nicht unerheblichen Teil bereits beim Aufbau bestimmt: Wessen Farben wild verteilt sind, hat kaum eine Chance, diesen Nachteil im Spiel auszugleichen. Zu wenig Züge stehen ihm zur Verfügung. Aber gut, weniger (Spieler) ist manchmal mehr (Spielspaß)!

Ich stellte fest: Mit wenig Leuten ist Colorpop banal. Etwas weniger banal als in Vollbesetzung, weil man zumindest raten kann, welche Farbe nicht im Spiel ist, man also ungefährdet rausdrücken kann, aber im Großen und Ganzen ist der eigene Einfluss immer noch sehr beschränkt. Der Reiz ist ähnlich wie beim Klassiker Hinterhalt: Schönes Material, aber man spielt es mehr um sich zu beschäftigen, als das man wirklich Spaß an der Sache hätte. Aber zu Zweit ist es bestimmt taktischer!

Ich stellte fest: Zu zweit ist Colorpop immerhin rudimentär interessant. Zumindest dauert die Partie lange genug, dass man zumindest das Gefühl hat, man könnte irgendwas steuern. Aber so richtig planbar ist die Sache auch nicht. Vor allem nicht, weil sich auch hier bald das Gefühl einstellt, der Sieger wird zu mindestens 50% von der Startaufstellung bestimmt – das ist weniger als zu mehrt, aber eigentlich zu viel. Selbst wenn eine Partie nur 15 Minuten dauert.

Ich weiß was sie denken und sie haben Recht: Alleine hat man tatsächlich volle Kontrolle. Aber alleine spiele ich dann doch lieber das Browserspiel. Da muss ich nichts vorher aufbauen.

Colorpop hat mich viel gelehrt: Es spielt sich wie ein Browserspiel – aber das ist überraschenderweise überhaupt kein Lob. Bei einem echten Browserspiel clicke ich wohl mehr herum, als taktisch zu planen. So ein Browserspiel ist eher Zeitvertreib. Von einem Spiel erwarte ich mehr. Vor allem von einem Spiel dieser Preisklasse.

Schade, um das schöne Material!

Ein Gedanke zu „Colorpop“

  1. Pingback: Neue Rezis

Schreibe einen Kommentar