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Boggle Flash

Verlag: Hasbro
Autor: Keine Angabe
Spieleranzahl: 1 und mehr
Alter: ab 8 Jahre
Spieldauer: 10 Minuten oder so

Eins muss man Hasbro ja lassen: Kaum ist ein Spiel ein paar Jahrzehnte auf dem Markt, verbessern sie auch schon das Spielprinzip (siehe Risiko) oder zumindest das Layout (Monopoly). Oder sie machen ein potentiell cooles Gimmick aus dem Spiel.

Boggle Flash ist so ein Gimmick: Das Spielmaterial erschöpft sich in 5 Mini-Computern, die auf ihrem LED-Schirm Buchstaben anzeigen. Das wäre ja noch nicht cool, also kommt noch ein Kniff: Die 5 Computerwürfel erkennen ihren Nebenmann und können so entscheiden, ob ein gültiges Wort gebildet wurde.
Und darum geht es: Wörter bilden. Dabei gibt es zwei Spielmodi. Im ersten zeigen alle Dislplays einen Buchstaben und man versucht dann so viele Wörter aus mindestens drei Buchstaben zu bilden wie möglich. Das kann man alleine machen oder zu mehreren, was aber wie alleine ist, denn wer dran ist, spielt quasi Solo seine Zeit runter. Am Ende gewinnt wer die meisten Wörter bilden konnte. Der Computer schreibt sich hierbei die Punkte auf und nimmt die Zeit und kontrolliert die Wörter, so dass die Mitspieler sich darauf konzentrieren können ihre Schnürsenkel zuzubinden oder ähnliches.

Die zweite Variante ist anspruchsvoller: Hier zeigen die Computer Buchstaben und es gilt ein Wort mit allen Buchstaben zu bilden. Ist das geschafft folgen neue Buchstaben und ein neues Wort. Diese Spielvariante wäre zumindest im Solomodus die interessantere, scheitert aber an der Wortauswahl. Während ich Sirre, Waten und Betel noch erraten konnte (und anders als „erraten“ kann ich das auch nicht nennen), bin ich bei Begriffen wie Gands oder Hiebs gescheitert. Dass das Lexikon solche Wörter kennt ist ja schön (wobei ich mich wunder, dass z.B. Stasi nicht gilt – das gesuchte Wort war Atsis, was weder der Duden noch Wikipedia kennt), macht diesen Spielmodus aber zu einer ziemlich frustrierenden und letztlich sinnlosen Angelegenheit. Ich will ja Worte erraten und nicht Buchstaben zusammenpuzzeln.

Also haben wir ein cooles Spielzeug, aber kein beeindruckendes Spiel: Spielmodi 1 ist kurzweilig, aber nicht fesselnd, auch da man das (jeweils angegebene) Maximum kaum schaffen dürfte (wenn Worte wie „Tex“ gelten), Spielmodus 2 macht spätestens beim dritten Wort, dass man im Duden nachschlagen muss, um die Bedeutung zu erfahren keinen Spaß mehr. Und zu mehrt ist Boggle Flash auch nicht mehr als das bekannte Anagrams, dass man viel billiger und einfacher mit Scrabble-Steinen spielen kann, wenn man denn unbedingt will.

Alles im allen: Cooles Gimmick, uncooles Spiel.

Peer Sylvester

Begann seine Spielerkarriere recht früh, weil sein Vater einen Gegner beim Schach brauchte. Berufswunsch in der dritten Klasse: “professioneller Schachspieler”. Lebt in Berlin und arbeitet als Lehrer für Mathematik und Chemie. Hat bereits erfolgreich seine ersten Spiele als Autor bei verschiedenen Verlagen veröffentlicht.
Peer Sylvester

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1 Kommentar

  • Update: “Boggle Flash Langenscheid Edition”:
    Hasbro hat sich dem Hauptkritikpunkt angenommen und mit der neuen Auflage (eben jener Langenscheid Edition) den Wörtervorrat verändert. Die obskureren Begriffe sollten nicht mehr vorkommen, insbesondere sind jetzt auch alle Wörter mit einem Wörterbuch abgeglichen (Atsis Ade sozusagen). Das stellt eine klare Verbesserung dar.

    Aber immer noch ist der Wörtervorrat recht komplex. So gelten Adjektive anscheinend nur im 1. Fall, während bei Verben alle Formen vorkommen können (wir hatten IIRC “Watet” im sinne von “Er watet durch das Wasser”). Offiziell sind einige gängige Abkürzungen enthalten, aber DIN z.B. nicht. Beim ersten Modus hatten wir sowohl “Racke” als auch “Racken”, was etwas ungünstig ist, vor allem wenn man nicht weiß, was eine Racke ist. Leider werden im ersten Modus nicht die fehlenden Wörter angezeigt.

    So: Ja, es ist eine Verbesserung, allerdings ist das Spiel immer noch sauschwer. Nicht mehr ganz so frustrierend wie vorher, aber immer noch frustrierend. Und am Grundprinzip hat sich nichts geändert und das war auch nicht gerade die Genialität in Dosen – ein paar mehr Optionen (z.B. Anzeigen von Wörtern, Hilfefunktion, verschiedene Schwierigkeitsgrade) hätten der Neuauflage ebenso gut getan. Zumal die Konkurrent aus dem Hause “App” gerade in diesem Bereich sehr groß ist.