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Bananagrams

Verlag: Kosmos
Autor: Abe und Rena Nathanson
Spieleranzahl: 1-8
Alter: ab 8 Jahre
Spieldauer: 15-20 Minuten

Weihnachtszeit ist die ideale Rezensionszeit. Viele Freunde und Verwandte kommen in den Genuss, Spiele spielen zu dürfen, welche die normale Vielspielertestrunde nicht mit einer Pinzette anfassen würde. Das ist gut für den Rezensenten. Und die Weihnachtsstimmung stimmt alle Mitspieler so positiv, dass auch eigentlich recht dünne Spielideen wohlwollend angenommen werden. Und das ist gut für die Verlage.

Bananagrams ist Scrabble ohne Brett, ohne Punkte, ohne feste Runden (alle spielen gleichzeitig) und ohne echte Interaktion. Überaschenderweise macht es dennoch Spaß, zumindest wenn man gegen Wortspiele keine generellen Abneigungen hat.
Und es ist wirklich simpel: Jeder bekommt einen Haufen Buchstaben und den lapidaren Kommentar: Mach was draus! Alle müssen nun die Buchstaben zu Worten ordnen, die anschließend Scrabble-mäßig miteinander verbunden sind. Ist jemand fertig, müssen alle einen zusätzlichen Buchstaben ziehen (und ggf. ihre alten Wörter neu zusammenpuzzlen). Ist der allgemeine Vorrat soweit verbraucht, dass nicht alle Mitspieler mehr ziehen können, gewinnt derjenige, der alle Buchstaben verbaut hat. Das ist alles. Simpel und einfach! Aber auch genial? Ich weiß nicht. Schnelles Verbauen von Buchstaben gab es schon bei Quibbix oder der Scrabble-Variante Anagrams. Neu ist höchstens, dass es absolut keine Punkte mehr gibt und es wirklich nur darum geht alles zu verbauen und man Kreuzwortgitter statt einzelner Wörter baut. Ob das so innovativ ist, sei dahingestellt. Fakt ist aber, dass Banangrams gerade durch seine Einfachheit zu gefallen weiß, wie auch der Erfolg in den USA zeigt. Wunderdinge darf man keine erwarten. Und Kritiker werden viel zu kritisieren finden: Es ist ein reines Geschwindigkeitsspiel, bei der aber der langsamste gewinnen kann, wenn der schnellste als letzten Buchstaben ein Y oder so bekommt und alles auseinander reißen muss. Und es ist so wenig interaktiv, dass es keinen echten Einfluss auf das Spielgeschehen oder die Spieldauer hat, wie viele Mitspieler zu Werke gehen. Aber – siehe Einleitung – auch das hat seine Vorteile: „Ich finde gut, dass die Mitspieler einen nicht wie bei Scrabble die tollen Worte verbauen können, die man sich ausgedacht hat!“ meinte ein Mitspieler.
Na, dann!

Peer Sylvester

Begann seine Spielerkarriere recht früh, weil sein Vater einen Gegner beim Schach brauchte. Berufswunsch in der dritten Klasse: “professioneller Schachspieler”. Lebt in Berlin und arbeitet als Lehrer für Mathematik und Chemie. Hat bereits erfolgreich seine ersten Spiele als Autor bei verschiedenen Verlagen veröffentlicht.
Peer Sylvester

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