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Alzabandiera

Verlag: KidultGame
Autoren: k.A.
Spieler: 2-6 Spieler
Alter: ab 12 Jahren
Spieldauer: ca. 45 Minuten

Vorweg: Dieses Spiel ist kostenlos! Jedenfalls fast, denn man muß die Telefongebühren während der Download-Zeit berappen sowie einige Seiten Papier, Druckerfarbe und Klebstoff opfern. Doch die Mühe lohnt sich, wenn man Interesse an Quiz-ähnlichen Spielen hat…

Aber ich will ja nicht alles gleich am Anfang verraten, daher brav von vorne:
Das (auszudruckende) Spielmaterial besteht neben der Anleitung aus Flaggen, auf deren Rückseite das entsprechende Land, die Hauptstadt sowie die Staatsreligion steht. Bei Spielbeginn liegen die Flaggen mit den Daten nach unten offen auf dem Tisch. Wer an der Reihe ist, zeigt jetzt auf eine Flagge seiner Wahl. Der im Uhrzeigersinn folgende Spieler kann jetzt die Herausforderung dieser Flagge annehmen oder ablehnen. Im letzteren Fall bekommt der darauf folgende Spieler die Chance usw. Lehnen alle ab, muß der Herausforderer seine eigene Flagge beantworten. Und das ist auch gut so, sonst würden ja nur die hammerschweren Flaggen drankommen (Wer kennt schon die Flagge Grönlands?).

Wer annimmt, muß die drei Fragen beantworten (Land, Hauptstadt, Religion), wobei man dankenswerterweise immer drei Auswahlmöglichkeiten hat. Gemein ist allerdings, daß man erst nach Beantwortung aller drei Fragen erfährt, was denn richtig und was falsch war. Entsprechend werden Punkte verteilt: Bei jeder richtigen Antwort gibt’s drei Punkte zur Belohnung und einen Punkt für den Herausforderer, bei einer falschen erhält der Herausforderer zwei. Beantwortet der Herausforderer seine eigene Flagge (haben also alle abgelehnt), bekommt er für jede richtige Antwort nur 2 Punkte und alle anderen bekommen 1 Punkt für jede falsche.
Theoretisch spielt man alle 60 Flaggen durch und der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.

Soviel zum Spielprinzip. Jetzt erst einmal zur Kritik:
Da das Spiel kostenlos ist, muß man etwas großzügigere Maßstäbe anlegen. Und das ist auch nötig, denn das Material ist alles andere als fehlerfrei: Die Regel ist nicht gerade gut aus dem italienischen übersetzt und macht die Punktewertung unnötig kryptisch. Zum Glück ist dieses Spiel von den Regeln her ja sehr unkompliziert!

Viel schwerer wiegen aber die Fehler auf den Flaggen: Daß einige Länder nicht übersetzt wurden, ist ärgerlich. Das der Druck es einem z.T. schwer macht, die richtige Antwort zu finden, auch. Noch ungünstiger ist, daß es manchmal bei der Religion mehrere richtige Antworten gibt und die Regel sich darüber ausschweigt, wie dieser Fall zu handhaben ist. Bei Island fehlt zudem die Markierung der richtigen Antwort.

Doch: Nichts von alldem macht das Spiel wirklich unspielbar und da es kostenlos ist, kann man darüber hinwegsehen (Punktabzüge gibt es aber trotzdem). Das Spielprinzip selbst macht Spaß, wenn man ein Faible für Quiz-Spiele hat. Es ist originell und schnell gespielt. Allerdings haben wir nie alle Flaggen durchgespielt, sondern nur bis zu einer vereinbarten Punktzahl. Das hat den Vorteil, daß es etwas taktischer wird und man zudem das Spiel auch noch ein zweites Mal spielen kann. Überhaupt habe ich nur deshalb die für die Rezension erforderliche Anzahl an Partien spielen können, weil meine Schwester ein paar zusätzliche Flaggenkarten bastelte und so für mehr Varianz sorgte. Die kurze Halbwertszeit bis man alles kennt, ist sicherlich ein weiterer Schwachpunkt, den Alzabandiera allerdings mit vielen Quizspiel-Brüdern teilt. Aber wenn man es nur alle paar Monate rausholt, geht’s .
Und es ist ja kostenlos…

Peer Sylvester

Begann seine Spielerkarriere recht früh, weil sein Vater einen Gegner beim Schach brauchte. Berufswunsch in der dritten Klasse: “professioneller Schachspieler”. Lebt in Berlin und arbeitet als Lehrer für Mathematik und Chemie. Hat bereits erfolgreich seine ersten Spiele als Autor bei verschiedenen Verlagen veröffentlicht.
Peer Sylvester

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