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Verlagsvorstellung Fabryka Gier Historycznych

Aufmerksam geworden bin ich auf diesen polnischen Verlag durch dieses Designer Diary. Ich habe ein ähnliches Projekt im Konzeptstatus (was so viel heißt wie: Ich habe noch nicht ernsthaft dran gearbeitert und sammle noch Ideen) und ähnliche Probleme, wie dort beschrieben wurden. Die Spiele des Verlages scheinen interessant zu sein – ergo: Ein Interview!
(Leicht gekürzt und editiert)

Bitte stelle Dich und Deinen Verlag kurz vor!

Hi, ich bin Piotr Żuchowski von Historical Games Factory aus Polen.

Bitte erzähle uns ein bisschen über eure Spiele!

Wie der Name andeutet, konzentrieren wir uns auf historische Themen. In Bezug auf die Mechanismen und die verarbeiteten Themen sind die Spiele allerdings sehr unterschiedlich. Bislang haben wir internationale Ausgaben von drei Titeln und einige weitere, die bislang nur in Polen verfügbar sind (mit polnischem Material und Regeln). Aber die drei Spiele sind sehr unterschiedlich: Wir haben ein semikooperatives Kartenspiel (The outcast Heroes) , ein sehr langes und komplexes Kartenbrettspiel (Sigismundu Augustus) und ein Spiel exklusiv für den Deutschen Markt, Theomachie, das Elemente von Poker mit Deckbau und einem mythologischen Thema verknüpft.

Was habt ihr für die Zukunft geplant?

In der Zukunft würden wir unsere Spiele gerne auf den Internationalen Markt bringen. Wir sind immer noch ein kleiner Verlag, der erst vor anderthalb Jahren gegründet wurde. Wir sind recht erfolgreich und in Polen auch recht bekannt – allerdings nicht sehr bekannt ausserhalb Polens. Das würden wir gerne ändern.

Würdet ihr auch Spiele von anderen Autoren produzieren?

Bislang haben wir noch kein Spiel von einem Autoren herausgebracht, der nicht mit uns irgendwie verbunden ist, aber wir sind prinzipiell nicht abgeneigt, uns auch andere Prototypen anzusehen, wenn sie ins Verlagskonzept passen.

Vielen Dank für das Interview!

 

Gespielt habe ich noch keines der drei und besitzen tue ich (bislang) nur The Outcast Heroes. Dabei werden -ähnlich wie bei Steam Noir – Handkarten an Missionskarten angelegt, wobei hier durchaus mehrere Missionen gleichzeitig gespielt werden können. Punkte bekommen die Spieler für ihren Einsatz an erfolgreichen Missionen und es gibt Bonuspunkte, die verdeckt gewertet werden – je nachdem ob die Untergrundarmee bei der Mehrheit der Missionen scheitert oder nicht. Aus den Regeln kann ich nur so viel ableiten, dass ein interessantes Thema durchaus intelligent mit einem abstrakten Mechanismus verknüpft wurde. Besonders auf die Wechselwirkungen der einzelnen Karten (jede Karte hat eine Sonderfunktion) bin ich gespannt!

Teomachie hat einen Pokerähnliches Bluff/Bietmechanismus und verknüpft das mit Deckbau. Besonders aufgefallen sind mir die wirklich herausragenden Graphiken. Über das Spielprinzip kann ich hier nicht viel erzählen, das kann ich einfach nicht einschätzen. Mehr Infos gibts beim Kollegen von Roachware (dessen Seite ich erst neulich entdeckt habe).

Sigismundus Augustus ist ein langes Spiel, bei dem viel passiert und das (wie mir Piotr genau erklärt hat) voll und ganz im Thema steckt. Ich verweise auf diese ausgezeichnete (englische) Rezi zum Spiel.

ciao

peer

Peer Sylvester

Begann seine Spielerkarriere recht früh, weil sein Vater einen Gegner beim Schach brauchte. Berufswunsch in der dritten Klasse: “professioneller Schachspieler”. Lebt in Berlin und arbeitet als Lehrer für Mathematik und Chemie. Hat bereits erfolgreich seine ersten Spiele als Autor bei verschiedenen Verlagen veröffentlicht.
Peer Sylvester

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