Verlagsvorstellung Stonemaier Games

Kickstarter hat den Boden für einen ganzen Batzen Verlage bereitet. Die meisten veröffentlichen ein Spiel und das wars. Manchmal aber kommt nicht nur ein zweites Spiel dazu, das erste bekommt auch sehr gute Kritiken. Und ich meine nicht die “Ich habe ein Spiel, dass du nicht hast!”-Rezis, sondern tatsächlich echte Rezis, auch von Leuten wie Drakes Flames. Oder so- Stonemaier Games hat als erstes Spiel Viticulture veröffentlicht und auch das zweite Spiel, Euphoria,  wurde sehr erfolgreich gecrowdfunded .

Bitte stelle Dich und Deinen Verlag kurz vor!

Ich bin Jamey Stegmaier,präsident und Mitbegründer von Stonemaier Games, aus St.Lous, Missouri, USA. Mein Partner Alan Stone und ich haben Stonemaier Games im August 2012 gegründet als wir die Kickstarter-Kampagne für mein erstes Spiel, Viticulture: The Strategic Game of Winemaking starteten. Glücklicherweise war Viticulture sehr erfolgreich und wurde mit über 65000$ unterstützt. Das erlaubte mir ein weiteres Spiel zu entwickeln – Euphoria: Built a better Dystopia war gerade auf Kickstarter mit einer Summe von über 309.000$ erfolgreich.

Bitte erzähle uns mehr über Eure Spiele!

 Viticulture ist ein worker-placement Euro, der in der Toskana spielt. Die Spieler führen jahreszeitabhängige Aktionen durch, um die Spielereihenfolge zu bestimmen, ihren Weinstock aufzubauen und dort Gäste zu herbergen und um zu ernten, was man gesäht hat, um Siegpunkte und Lire zu gewinnen.
Viticulture ist ein Spiel für 2-6 Spieler und dauert etwa 20 Minuten pro Spieler. Die Erstauflage von 2500 Stück ist im Moment  vergriffen, aber im Herbst sollten wir neue Spiele bekommen.

Euphoria ist ebenfalls ein Worker-Placement Euro, aber es hat einige thematische Kniffe und es benutzt Würfel als Arbeiter, ähnlich wie Stefan Feld Würfel benutzt (für Zwänge, nicht Glück). Die Zahlen auf den Würfeln entsprechen dem Wissen der Arbeiter – wenn deren Wissen zu groß wird, merken sie, dass sie sich in einer Dystopie befinden und laufen weg. Das Spiel bietet asymmetrische Fähigkeiten, auf Karten, mit denen man das Spiel beginnt, verschiedene Aktionsfelder, die für Interaktion zwischen den Spielern sorgen sowie die Fähigkeit, Märkte zu bauen, die Spieler bestrafen, nichts zu deren Bau beigetragen haben.

Euphoria ist ein Spiel für 2-6 Spieler und die Spieldauer beträgt 15 Minuten pro Spieler.

Was habt ihr für die Zukunft geplant?

Meine höchte Priorität gilt der rechtzeitigen Lieferung der qualitatativ sehr hochwertigen Ausgabe von Euphoria an unsere Unterstützer im Dezember. Wenn das in die Wege geleitet wurde, konzentriere ich mich auf das entwickeln einer Erweiterung für Viticulture (dazu wird auch ein Autorenwettbewerb mit hohem Geldpreis gehören). Alan arbeitet eenfalls an einem Spiel, doch das ist noch nicht so weit.

Warum habt Ihr Eure Spiele per Kickstarter finanziert?

Dafür gab es mehrere Gründe: Als erstes brauchten wir das Kapital um die Kosten für den Druck der Erstauflage durch Panda Game Manufacturing vorzuschießen.

Zweitens hilft Kickstarter sehr, die Nachfrage nach einem Spiel einzuschätzen. Wenn es keine Nachfrage gibt und das Spiel sein Funding Goal nicht erreicht, verliert man nur das bis dahin investierte Geld und nicht die Tausende von Dollars, die man verliert, wenn man ein Spiel macht, das keiner will.

Drittens ist Kickstarter eine tolle Möglichkeit Leute dirket anzusprechen und eine Fangemeinschaft aufzubauen. Das sieht man besonders auf der Euphoriaseite, wo die Backer mittlerweile fast 5000 Kommentare hinterlassen haben – wir haben dort gewissermaßen ein Gespräch geführt.

Hast Du abschließend noch einen guten Rat für andere Kleinverlage, die ihre Projekte per Crowdfunding finanzieren wollen?

Ich habe eine MENGE Ratschläge für kleine (und große) Verlage… zu viele, um sie hier alle auszubreiten. Ich habe eine Reihe von Blogeinträge unter der Überschrift “Kickstarter Lessons” verfasst, in denen man sich viele Tipps für eine erfolgreiche Kickstarterkampagne abholen kann.

Vielen Dank für das Interview!

Autor: Peer Sylvester

Begann seine Spielerkarriere recht früh, weil sein Vater einen Gegner beim Schach brauchte. Berufswunsch in der dritten Klasse: “professioneller Schachspieler”. Lebt in Berlin und arbeitet als Lehrer für Mathematik und Chemie. Hat bereits erfolgreich seine ersten Spiele als Autor bei verschiedenen Verlagen veröffentlicht.