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Jubako

Verlag: Ravensburger
Autoren: Michael Kiesling / Wolfgang Kramer
Spieleranzahl: 2-4
Alter: ab 8 Jahre
Spieldauer: 20-30 Minuten

Kramer/Kiesling ist so etwas wie das Dreamteam der Deutschen Autorenszene, verantwortlich für zwei Spiel des Jahres-Titel, aber auch für Abluxxen und Haste Worte, für Java und Pueblo. Wenn ein solches Team ein neues Comeback startet, dann hält die Spieleszene inne. Wie bei jedem Combeack stellt sich dann auch hier die Frage: Picard oder Team Knight Rider? MacGyver oder Jumanji?

Ein Blick in die Regeln verrät schnell, dass Jubako kaum eine neue “Masken-Triologie” hervorbringen wird – Jubako ist ein Legespiel mit Dominoähnlichen Steinen, bei denen Steine gestapelt werden können. So etwas gab es schon mal. Auch dass es keine gemeinsame Auslage gibt, sondern jeder auf seinem eigenen Plan (mit eigener Kramerleiste!) werkelt, ist nicht bahnbrechend neu. Die Legeregeln sind simpel: Einen Stein irgendwohin legen oder auf andere Steine, vorrausgesetzt mindestens eines der Symbole des neuen Steines stimmt mit den überbauten Symbolen überein. Auch dies besticht nicht durch ein “Nie dagewesen”-Gefühl.

Natürlich ist Originalität nicht zwingend erforderlich, wenn das Spiel sauber auf den Punkt gebracht wurde und das kann hier durchaus festgestellt werden, denn was Jubako interessant macht, sind nicht die eher herkömmlichen Legeregeln, sondern die Wertung. Hier greifen die Autoren in ihre Trickkiste und kramen eine Art „2-D-Pueblo“ heraus: Ein Symbol des gerade gelegten Dominosteines bringt so viele Punkte, wie das Symbol in der Draufsicht der eigenen Auslage zu sehen ist. Daher ist es gut, Dominosteine nebeneinander zu legen. Was aber dadurch verhindert wird, dass einige Symbole schon auf dem eigenen Tableau aufgedruckt wurden und nur mit demselben Symbol abgedeckt werden können. Vor allem aber sind es die Bonuspunkte, die richtig metern: Wer zwei Symbole mit einem Dominostein abdeckt, der genau diese Symbole zeigt, bekommt 5 Bonuspunkte. Und das sind viele. So wird in die Höhe gebaut, denn auf dem Plan sind keine Symbole nebeneinander gedruckt – Die Steine müssen also gestapelt werden. So wird Subako zu einem dreidimensionalem Bauspiel: Wer auf Sieg spielen will, versucht Möglichkeiten vorzubereiten, diesen Bonus abgreifen zu können. Da aber nur zwei Plättchen in den nächsten Zug mitgenommen werden können, ist auch eine gehörige Menge Glück nötig, um einigermaßen regelmäßig seine selbnstgesteckten Ziele zu erreichen; Der eine plant vorraus, bekommt aber nur Grind auf die Hand, während seine Mitspielenden mit Glück stets die richtigen Steine in die offene Auslage bekommen . Dadurch darf sich Jubako „Familienspiel“ nennen, was aber diesmal eher ein Euphemismus für „Wir wollten es nicht zu denklastig machen“ ist. Ist es aber trotzdem, auch wenn glückliche Kinder durchaus gegen grübelnde Erwachsene gewinnen könnten.

Ravensburger hatte es in der Hand aus diesem letztlich durch und durch durchschnittlichen Spiel zumindest ein haptisches Erlebnis zu machen. Mit Steinen wie bei Dragon Castle wäre Jubako durchaus noch ein Bringer. Mit dünnen, Plastikdominos, die sich anfühlen als würden sie gleich auseinanderbrechen, eher nicht. Gerade bei Bauspielen spielt die Haptik eine Rolle für den Spielspaß.

Ein Dreamteam alleine reicht eben nicht, um einen Klassiker zu produzieren, da muss schon alles stimmen. Hier wurde lediglich ein ordentliches Spiel produziert, dessen herausstechenstes Merkmal ist, dass die Autoren verantwortlich für zwei Spiel des Jahres – Titel sind, aber auch für Abluxxen und Haste Worte, für Java und Pueblo.

Peer Sylvester
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