Die fiesen 7

Verlag: Drei Hasen in der Abendsonne
Autor: Jacques Zeimet
Spieleranzahl: 2-6
Alter: ab 8 Jahre
Spieldauer: 15-25 Minuten

Kakerlakensalat meets Rippel-Dippel.

Fertig ist die Rezi. Vorausgesetzt Sie kennen Rippel-Dippel. Sie kennen Rippel-Dippel nicht? Haben Sie etwa noch nie eine Jugendgruppe geleitet? Na schön, dann muss ich wohl doch noch zu später Stunde ein paar Worte schreiben…
Bei Rippel-Dippel bekommt jeder eine Nummer und man muss immer im Rhythmus seine Zahl nennen und die Zahl desjenigen, der als nächstes dran sein soll. Man darf keinen Fehler machen, sonst bekommt man Dippel, die man ebenfalls nennen muss.
Oh und bei den fiesen 7 darf man auch keine Fehler machen. Und es wird gezählt und zwar Gangster. Allerdings maximal bis 7, dann wird wieder rückwärts gezählt und dann wieder vorwärts, bis jemand einen Fehler macht.
Damit auch jemand einen Fehler macht, bevor alle Mitspieler eingeschlafen sind, gibt es noch (wie bei Kakerlakensalat) ein paar Fiesigkeiten: Manche Karten zeigen zwei Gangster. Das zählen bekommt man dennoch ganz gut hin, aber der nächste Spieler wird übersprungen und das vergessen regelmäßig alle Beteiligten ÄTSCH! FEHLER!
Einige Karten verbieten es zu sprechen oder ersetzen das Sprechen durch ein Räuspern. Das Ersetzen bekommen die Spieler noch ganz gut hin, aber nach ein paar Räusepereien noch zu wissen, welche Zahl an der Reihe ist, fällt nicht mehr so leicht. Insbesondere wenn Doppelgeräuspert wird und man im Kopf weiterzählt, während man dran denken muss, dass man übersprungen wird ist das ganze nicht mehr so einfach. Noch fieser wird’s mit der Profiregel, bei der das Räuspern durch ein beliebiges Wort oder Geräusch ersetzt wird, dass der erste Spieler, der die entsprechende Karte legt, festlegt. Mein Tipp: „Acht“. Die Verwirrung ist damit komplett!

Sagen wir mal so: Ein komplexes Workerplacementspiel sieht sicherlich anders aus. Die fiesen 7 ist ein Funspiel, ein Spiel ohne höheren Anspruch, bei dem der Sieger letztlich irgendwo egal ist und bei dem es nur darum geht keine Fehler zu machen. Ein Spiel wie Kakerlakensalat oder Rippel-Dippel eben. Diesen Spaßfaktor setzt das Spiel perfekt um. Der einzige Kritikpunkt ist, dass es sich durchaus ziehen kann, denn hier über eine ganze Partie fehlerfrei zu bleiben ist echt schwer und mit jedem Fehler, bekommt man neue Karten, die man loswerden muss (Gewinner ist der Spieler, der als erstes alle Karten loswird). Aber da das Spiel von der Situationskomik lebt und eh mehr ein Happen zwischendurch sein will, ist das völlig OK. Es mag nicht das originellste Spiel sein – das Spielprinzip „Keine Fehler machen“ ist ja nicht gerade neu – aber es ist, was es sein will und gerade die Zielgruppe spielt es gerne. Meine neunjährige Nichte wünscht es sich sogar zu Weihnachten. Ein größeres Lob gibt es vermutlich nicht für den Verlag!