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Turbo

Verlag: Adlung
Autor: Zoltan Aczel
Spieler: 2-4
Alter: ab 10 Jahren
Spieldauer: 5 Minuten

Formel 1 ist Streß für alle Beteiligten – Fahrer, Boxencrew, Besitzer. Adlung ist bekannt für stressige Kartenspiele (Speed, Dots, Monsterjagd…). Der logische Schluß ist nun: Adlung macht ein stressiges Kartenspiel zum Thema Formel 1. Und das Ergebnis heißt Turbo. Als Fan sowohl von Rennspielen (besonders Formula De) als auch von diesen kleinen Streßhappen für zwischendurch (Speed, Set) hat mich Turbo trotz der etwas nüchteren Schachtelgraphik angesprochen. Also mal sehen…

Erst wird eine Rennstrecke aus 12 Karten ausgelegt Diese ist spieltechnisch völlig beliebig – Kurven und Geraden sind erst einmal gleichberechtigt (da gab es den ersten Aufschrei der Mitspieler). Irgendwo wird dann eine Schikane gebaut – hier darf die Geschwindigkeit einen Richtwert nicht überschreiten. Nun bekommt jeder einen Satz aus 12 Geschwindigkeitskarten, also Karten, welche die Geschwindigkeit um einen Wert (30, 60, 90 oder 120 km/h) erhöhen oder erniedrigen oder die Geschwindigkeit gleichbleiben lassen. Und dann gehts auch schon los:

Startkarte aufdecken – ist es grün? Nein, rot, ok, Schweiß abwischen, nächste Karte… Wieder rot! Aber mit Schikane, die irgendwo plaziert wird und nächste Karte… Grün! Nun schnell (weil alle gleichzeitig) die Handkarten so sortieren, daß für jeden Streckenabschnitt eine Geschwindigkeit feststeht. Diese darf nirgendwo 0 sein (außer im Ziel, das passiert dann automatisch) und in den Schikanen darf die Höchstgeschwindigkeit natürlich nicht überschritten werden: Also, +30, + 60 (macht 90), gleichbleiben, gleichbleiben, nee halt, da war ne Schikane also runter -30 (60), dann hoch, halt, ich muß meine -120 ja auch noch irgendwo unterbringen, ohne Null zu erreichen, Mist, verrechnet, nochmal von vorne, oh verdammt, der erste Spieler ist schon fertig, so jetzt hab´ ich´s hoffentlich. Zweiter!

Alle anderen Spieler sind fertig, also nachgeprüft. Der erste Spieler hat eine korrekte Reihenfolge gelegt und damit gewonnen. Ich (und der dritte Spieler) haben uns irgendwo verrechnet und sind raus. Können wir jetzt etwas erholsames Spielen? Das Angelspiel etwa?

Turbo ist pure Hektik. Und die läßt sich sogar noch in 2 Varianten steigern. Bei der ersten dürfen keine zwei Karten mit derselben Ziffer hintereinander gelegen werden, was den Schwierigkeitsgrad bereits so stark erhöht, daß nicht selten alle vier Fahrer aus dem Rennen fliegen. Witzig, aber letztlich irgendwo unbefriedigend. Und überhaupt – für wen genau ist eigentlich dieses Kopfrechnen auf Zeit konzipiert? Während des Spieles macht´s noch irgendwo ein bißchen Spaß, aber noch einmal? Nein Danke! Dafür ist es viel zu arbeitsintensiv. Da lieber ein etwas weniger anstrengendes Spiel. Ligretto zum Beispiel.

Peer Sylvester

Begann seine Spielerkarriere recht früh, weil sein Vater einen Gegner beim Schach brauchte. Berufswunsch in der dritten Klasse: “professioneller Schachspieler”. Lebt in Berlin und arbeitet als Lehrer für Mathematik und Chemie. Hat bereits erfolgreich seine ersten Spiele als Autor bei verschiedenen Verlagen veröffentlicht.
Peer Sylvester

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