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Leaves

Autorin: Shi Chen

Verlag: Play with us design

Für 1-4 Personen ab 15 Jahren (eher 1-2 ab 12)

Spieldauer: 15-25 Minuten

Alles begann damals mit Corona.

Alex Randolphs Denkspiel, dass 1974 bei Ravensburger erschien und mit zahlreichen Varianten später noch einmal als Orbit bei der Franckhschen Verlagsbuchhandlung erschien, war meines Wissens das erste Denkspiel, wo es ein gemeinsames Ausgangsrätsel gab, für das gleichzeitig und kompetitiv eine möglichst effiziente Lösung gefunden werden sollte. Der bekannteste Vertreter war vermutlich Rasende Roboter, ebenfalls von Randolph und ebenfalls mit der Möglichkeit, mit einer noch besseren (ergo: kürzeren) Lösung die erste gefundene Lösung noch einmal zu überbieten. Leaves bietet diese Möglichkeit nicht – hier mahlt nur, wer zuerst kommt oder so.

Das Puzzle im Zentrum von Leaves ist dabei übersichtlich: Neun Karten sollen so aufeinander verschoben werden, dass ein einzelner Stapel entsteht, wobei eine Karte (oder ein Stapel) nur dann verschoben werden kann, wenn die oberste Karte in mindestens einer der drei Kategorien Farbe, Form und Anzahl (Set quasi) übereinstimmt. 8 Karten aus der Auslage gelten dabei für alle, die zentrale Karte muss man selbst beisteuern, was das Rätsel für alle minimal anders macht.

Die Mittelkarte fehlt. Das Gelbe Ginkoblatt unten rechts passt auf die Karten darüber (gleiche Farbe) oder auf die Karte links davon (gleiche Zahl). Man kann alle 8 Karten zu einem Stapel vereinen, aber ich sag nicht wie.

Gleichzeitiges Puzzeln ist Denksport, das ist keine Überraschung. Aber die Auslage bei Leaves ist so übersichtlich, dass im Gegensatz zu den Corona-Varianten deutlich weniger im Kopf behalten werden muss und im Gegensatz zu Rasende Roboter variiert der Schwierigkeitsgrad zwischen einzelnen Aufgaben deutlich weniger erratisch. Sicher: Einige Auslagen benötigen mehr geschicktes lavieren, als andere, aber es gibt hier keine sofort offensichtlichen Lösungen, die einfach nur hineingerufen werden müssen.

Was es hier allerdings auch kaum gibt, sind Hilfen für Spielende, die sich schwerer tun. Es ist eben ein Puzzeln auf Zeit – damit bietet es auch nicht unbedingt die Interaktion zwischen den Spielenden, die man so gemeinläufig mit „spielen“ verbindet. Es bietet aber ein knuffiges Puzzel für Zwischendurch, was durchaus sogar solo gefällt.

Das Gleichzeitiges-Puzzle-Lös-Genre ist nicht das größte Genre der Welt, insofern ist Leaves schon ein ungewöhnliches Spiel (im Sinne von „Nicht gewöhnlich“), aber es ist insbesondere ein ungewöhnliches Spiel für Play with us Design, die uns sonst eher Spiele mit besonderem Informationsmanagement kredenzen. In diese Reihe passt es noch weniger hinein als Doodle Puzzle – hier sind alle Informationen offen und sie werden auch nicht manipuliert. Für mich als großer Fan des Verlages bedeutet es: Ich bin noch gespannter, was sich der kleine Verlag das nächste Mal einfallen lässt. Mit Leaves habe ich so nicht gerechnet.

Peer Sylvester
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