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Medina

Verlag: Hans im Glück
Autor: Stefan Dorra
Spieleranzahl: 2-4
Alter: ab 10 Jahren
Spieldauer: ca. 45 Minuten

Worum es geht: Jeder Spieler ist ein Baumeister der ewigen Stadt und muß, jedes Mal wenn er am Zug ist, zwei Bauwerke errichten. Dazu bekommt jeder Spieler am Anfang des Spieles ein paar Bauwerke: Gebäude in 4 Farben, Ziegenställe, Mauern, Bürger und Dächer in seiner Spielfarbe. Alle Spieler beginnen mit gleichem Spielmaterial.
Beginnend mit dem Startspieler muss jeder Spieler, wenn er an die Reihe kommt, 2 Bauwerke einsetzen (Bürger zählen auch als Bauwerk, sie repräsentieren eine Straße). Das geschieht auf dem 16×11 Kästchen großen Spielplan nicht ganz willkürlich, sondern man muß die Bauregeln der ewigen Stadt beachten:

Es kann immer nur an einem Palast einer Farbe gebaut werden, d.h. möchte man einen schwarzes Gebäude einsetzen, so muss man an einen bereits existierenden, im Bau befindlichen, schwarzen Gebäudekomplex anbauen. Zwischen den Gebäudekomplexen muß mindestens Platz für eine Straße bleiben, d.h. horizontal, vertikal und diagonal muß ein Feld frei bleiben. Der Bau eines Palastes einer Farbe ist abgeschlossen, wenn ein Spieler ein Dach seiner Farbe darauf gebaut hat. Dann kann ein neuer Palast dieser Farbe begonnen werden.
Es gibt immer nur eine im Bau befindliche Straße, denn man kann nur an einem der beiden Enden anbauen. Ist das nicht mehr möglich, kann man eine neue Straße beginnen.
Mauern dürfen nur an andere Mauerstücke oder Wachtürme (die in den Ecken des Spielplans stehen) angebaut werden.
Ziegenställe stellen die einzige Möglichkeit dar, einen fertig gebauten Palast zu vergrößern, denn sie dürfen an ein beliebiges Gebäude angebaut werden (egal ob schon ein Dach darauf ist oder nicht). Natürlich muss die Abstandsregel beachtet werden.

Sollte der Fall eintreten, daß ein Palast ohne Dach nicht mehr ausgebaut werden kann, darf ein neuer begonnen werden, ohne daß ein Spieler diesen Palast in Besitz nehmen muß. Jeder Spieler darf nur einen Palast jeder Farbe besitzen. Diese Regeln hören sich schwieriger an als sie sind. Im ersten Spiel wird man merken, daß die Regeln nicht das Problem sind …

Sieger wird der Spieler, der mit seinen Palästen die meisten Punkte bekommt:

  • pro Kästchen Grundfläche, die ein Palast belegt, gibt es einen Punkt.
  • jedes Bauwerk eines Palastes, welches an einen Mauerstück grenzt, gibt einen Zusatzpunkt. Grenzt ein Bauwerk an 2 Mauerstücke, gibt es 2 Punkte, usw.
  • für jedes Bauwerk eines Palastes, welches an eine Straße grenzt gibt es einen Zusatzpunkt. Grenzen 2 oder mehr Bauwerke eines Palastes an ein und dasselbe Straßenstück, so gibt es auch 2 oder mehr Punkte.
  • der Besitzer des jeweils größten Palastes einer Farbe bekommt Zusatzpunkte.
  • wer als letztes mit einem Palast an ein Mauerstück baut, bekommt Zusatzpunkte für den jeweiligen Wachturm, der mit dieser Mauer verbunden ist.

Es gibt also viele Möglichkeiten Punkte zu bekommen. Einerseits kann man durch die bloße Größe der Paläste beindrucken, es gibt ja auch noch den Bonus für den größten Palast einer Farbe, andererseits kann man mit einem kleinen Palast, der an die Stadtmauer und/oder Straße grenzt, auch auf eine stattliche Anzahl von Punkten kommen.

Gleich ab der ersten Runde hat man die Qual der Wahl: Was bauen? Und ab der zweiten Runde steht man vor der Frage, wann man denn nun einen Palast in Besitz nehmen sollte. Legt man sich früh fest, kann man bei den anderen Palästen dieser Farbe nur zugucken und versuchen die Größe zu blockieren. Legt man sich zu spät fest, kann es passieren, daß am Ende des Spiels nicht mehr genug Platz für einen Palast ist und man bekommt nur einen winzigen, manchmal auch gar keinen, ab.

Sichere Punkte sind dagegen meist die Ziegenställe, denn diese baut man erst recht spät im Spiel und das meistens auch an einem Palast, der bereits mit einem Dach gesichert wurde.

Richtig kniffelig wird es zum Ende des Spiels, denn dann ist die Auswahl an Bauwerken nicht mehr so groß, aber man muß schließlich 2 davon auf den Spielplan setzen. Und man möchte doch nicht, daß ein Palast, der einem nicht gehört, zu groß wird, oder? Zusätzlich erschwert werden die Entscheidungen gegen Ende auch noch dadurch, daß alle Spieler ihre Bauwerke, die sie noch zum Verbauen haben, hinter einem Sichtschirm versteckt halten. Es gilt also nachzuhalten was die anderen Spieler noch haben. Es muss lediglich angezeigt werden wenn man kein Bauwerk mehr hinter seinem Sichtschirm hat.

Trotz (oder gerade wegen) des sehr einfachen Spielprinzips hat das Spiel einen großen Knobelfaktor. Und dadurch, daß jeder Spieler seine eigene Theorie darüber hat, welcher Palast wann zu besetzen ist, gleicht kein Spiel so schnell einem anderen.

Attila

Ich Spiele alles. Von Kinderspielen über Euro-Games, jeder Komplexität, bis hin zu CoSim's. Potentiell gibt es kein Genre, was ich nicht spiele - das Spiel muss halt für mich in der entsprechenden Gruppe einen Reiz haben. Ich mag's gerne, wenn es was länger dauert und auch etwas komplizierter ist. Wenn nicht, auch gut.

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