Sylvester 2018

Dieses Jahr habe ich insgesamt  756 Partien gespielt (oder auch weniger, keine Ahnung, ich führe kein Buch) darunter auch meine Lieblingsspiele dieses Jahr (wie immer beginnt “dieses Jahr” im Herbst des Vorjahres, weil, es ist oft unmöglich alle Essenneuheiten in drei Monaten zu spielen). Hier meine Top drei:

Der Sylvester in Gold geht an Verona Twist von József Dorsonczky (Mind Fitness Games)

Der Sylvester in Silber geht an Vengeance von Gordon Calleja (Mighty Boards/Asmodee)

Der Sylvester in Bronze geht an Match Me! What colour is this? von Ohtani Tadeshi (Emperor S4 Games)

Gratulation!

Verona Twist bekommt den Titel, weil mich dieses Jahr selten ein Spiel so während der ersten Partie überzeugt hat – es ist originell, schnell zu erfassen, spannend und unglaublich hirnschmelzend. Originalität für sich genommen mag Selbstzweck sein, aber ein wirklich großartiges Spiel muss auch etwas neues bieten, um mich zu überzeugen und Verona Twist tut genau dies!

Vengeance hat mich überrascht. Ich hätte nicht gedacht, wie gut es mir gefällt. Die Geschichte ist gut, aber es ist auch ein solider Mechanismus dahinter. Mein Essenhighlight Crossroad of Heroes geht übrigens in eine sehr ähnliche Richtung, aber eine verkürzte Partie in Essen ist zu wenig, um den Preis zu vergeben. Das soll aber nicht heißen, dass Vengeance 2. Wahl wäre – im Gegenteil, das Spiel hat mich voll überzeugt!

Vorhersagen sind immer schwierig, insbesondere wenn sie die Zukunft betreffen, aber wenn ich auf ein Spiel tippen müsste, dass in den nächsten Jahren der Durchbruch gelingt, dann Match Me! Es ist ein einfaches Kartenspiel mit genialer Idee: Kooperativ muss jeder eine Farbkarte spielen und zwar alle dieselbe. Dafür gibt ein Spieler einen Tipp, bei dem er sich an einer Kategorie orientieren muss, z.B. “Ballsport” – ein Tipp könnte dann etwa Basketball sein. Um zu gewinnen müssen alle Spieler 5x hintereinander lang richtig liegen (also die sieselbe Farbe legen). Das Spiel bringt alles mit, was einen Hit ausmacht: Es ist schnell, intuitiv, kooperativ und basiert auf einer einfachen, aber noch nicht verwendeten Idee. Ein paar Dinge müsste eine Redaktion noch schleifen (z.B. Die Kategorien klarer formulieren), aber wenn es hier keine Deutsche Ausgabe gibt, weiß ich auch nicht. Ich würde einer gut gemachten Version durchaus Chancen beim SdJ einräumen!

Ansonsten haben wir sehr viel Troika (Jun Sasaki / Oink Games) gespielt – ein idealer Absacker, bei dem man sich herrlich ärgern kann – sowohl gegenseitig als auch über sich selbst.

Sagrada (Adrian Adamescu und Daryl Andrews bei Pegasus) ist ja nicht unumstritten, aber in unseren Runden kam es durchweg gut an. Ein schönes Puzzlespiel!

Bronze (Konstantin Domashev bei Hobby World) möchte ich auch noch erwähnen, da es so unter dem Radar durchgeflogen ist. Sicher, es erfindet das Rad nicht neu, aber es ist ein schöner, grüblerischer, abstrakter aber konfrontativer Euro. Unverdient unterm Radar gelandet ist m.E. auch Richard Garfields Spynet (Z-Man Games). The Mind (Wolfgang Warsch bei NSV) braucht sicherlich meine Erwähnung nicht, aber ein solch völlig neues Spielgefühl zu kreieren, bedarf schon etwas des Lobes…

Und natürlich muss ich erwähnen, dass mir Twilight Imperium 4 richtig gut gefallen hat – bedenkt man, dass ich mit Eclipse (dessen Designstärken ich durchaus anerkenne) nie richtig warm wurde, war das keine Selbstverständlichkeit. Ich überlege sogar die Deutsche Ausgabe zu kaufen, auch wenn ich keine Ahnung habe, ob ich das je spielen werde…

Dieses Jahr habe ich auch meine beiden Kinder (Im Moment gerade 6 und 10) gefragt, welche drei Spiele aus dem aktuellöen Jahrgang sie am liebsten Spielen (genauer gesagt:  Ich habe alle geeigneten Spiele auf den Tisch gelegt). Das war sehr schwierig, denn sie hätten lieber 5 Spiele genannt. Oder 10.  Aber mit ein bisschen Druck erzielt man Ergebnisse:

Arwen: Concept Kids, Skyjo (Alexander Bernhardt bei Magilano) und Pasaraya (Seh Hui Leong im Eigenverlag)
Malaya:Auch Concept Kids, SOS Dino und Cat Lady (Josh Wood bei Pegasus)

Auch hier eine Gratulation angebracht!

Skyjo muss sowieso noch hervorgehoben werden – Sicherlich nicht mein persönlicher Liebling, aber das ein Spiel in wirklich allen Runden, mit allen denkbaren Mitspielern punktet, kommt sonst nicht vor. Dies hier ist Uno, nur in Gut. Monopoly, nur in spielbar. Wer etwas für Nichtspieler sucht, wird fündig!

Obwohl ich dieses Jahr regelmäßiger und mehr gespielt haben dürfte, als in  den Jahren davor, hoffe ich noch eine Reihe Spiele zu spielen, die ich dieses Jahr einfach nicht mehr geschafft habe: Gloomhaven, Captains of the Gulf, Das Tiefe Land , Wildlands oder Detective z.B. Ein Sonderfall ist noch Who is stronger? – Das taiwanesische Tower Defense Spiele habe ich zwar bereits gespielt, aber leider waren so viele Regelfehler dabei (die englische Übersetzung ist sehr interpretationswürdig), dass die Partie wenig aussagekräftig war. Aber dennoch spielte sich das Spiel interessant und frisch genug, als dass ich jede Menge Regelhilfen gebastelt habe… Etwas was ich sonst nie mache! Ich bin gespannt, was das Jahr so bringt!

Auf eines Neues!

Peer

And the Sylvester 2011 goes to…

Es ist wieder soweit: Preisträgertime!

Der Sylvester in Gold geht dieses Jahr an K2 von Adam Kaluza

Der Sylvester in Silber geht an Intrigo von Charles Chevallier, Catherine Dumas und Pascal Pelemans

Der Sylvester in Bronze geht an Strasbourgh von Stefan Feld

Der Sonderpreis für das beste Partyspiel geht an Bizzarie von Jiraman

Die Sylvester-Fördererwähnung für den besten gespielten Prototypen geht an das Kapitänskartenspiel von Jérôme Morin-Drouin

Knapp verpasst haben den Spiele Die Burgen von Burgund, Sentinels of the Multiverse, Perpetual Motion Machine, Innovation und Hanabi den Platz auf dem Treppchen.

Glückwunsch an alle Preisträger!

Zur mündlichen Urteilsbegründung: Auch wenn es viele spannende Spiele gibt, gibt es wenig Spiele, bei denen ich richtig mitfiebere und bei denen ich vor Aufregung aufstehe. K2 ist eines dieser wenigen Spiele. Es gibt nur wenig Spiele, bei denen man so mitfiebert: Schafft man es noch? Überleben die eigenen Leute? Hinzu kommt noch eine tadellose thematische Umsetzung bei einfachen und weitestgehend intuitiven Regeln. Seit Beginn des Jahres gehört K2 zu meinen Lieblingsspielen in diesem Jahr und hat diese Rolle niemals abgegeben.

Intrigo war das einzige Spiel, dass gefährlich wurde. Dabei besticht Intrigo durch die Einfachheit und die kurze Spieldauer. Das Prinzip ist so einfach, dass man gleich bei den ersten Zügen weiß, was trumpf ist. Ansonsten verweise ich auf die Rezi.

Zwei Feldspiele haben mir dieses Jahr außerordentlich gut gefallen: Strasbourgh und Die Burgen von Burgund. Letzteres habe ich rezensiert. Hier gefallen mir insbesondere die vielen Möglichkeiten, die Plättchenkombis zu nutzen. Strasbourgh ist aber klarer und geradliniger designed, was mehr an meinen Sinn für Eleganz appelliert. Und der Pokermechanismus ist einfach klasse.

Sentinels of the Multiverse habe ich rezensiert. Leider lässt der Wiederspielreiz etwas nach, sonst wäre es in den Top-3 gelandet. Aber auch so ist es das erste Spiel seit Jahren, für das ich mir eine Erweiterung bestellt habe.

Perpetual Motion Machine ist ein geniales Kartenspiel und ideal für Reisen (in die Philippinen z.B.) und Zwischendurch. Die intuitiven Regeln und das “klassische” Design (mit handelsüblichem Blatt) sprechen auch Wenigspieler an. Einzig die Spieldauer könnte 15 Minuten kürzer sein, ansonsten ein wirklich feines Spiel.

Innovation führt die Tradition fort, dass ich mir englische Spiele kaufe, kurz bevor eine deutsche Ausgabe angekündigt wird. Darüber hinaus habe ich den Kauf nicht berut: Ein im Prinzip einfaches Kartenspiel (wenn man das Grundprinzip erst einmal verstanden hat), mit unglaublich vielen Kombinationsmöglichkeiten. Sicher der Chaosfaktor ist da, sicher es kann sich ziehen, wenn DEbker am Tisch das Unplanbare planen wollen und sicher würde ich es nicht zu viert spielen wollen, aber es ist ein wirklich rundes, originelles Spiel.

Hanabi konnte ich nur einmal spielen, aber es hat mich beeindruckt. Sicherlich auf der Grenze zwischen Spiel und Kunst. Oder Erfahrung. Ein kooperatives Spiel ohne Kommunikation ist schon was besonderes! Dasselbe gilt für die Punktwertung. Ich bleibe dabei: Es ist sicherlich kein Spiel für jedermann, aber jeder sollte es zumindest einmal gespielt haben, denn es gehört zu den wenigen einzigartigen Spielen!

Womit wir bei Bizzarie wären. Mit einem paar Augen und einem Mund fängt alles an: Daraus wird -ergänzut durch ein paar Bleistiftstriche der Spiele) ein Monster pro Spieler. Nun antworten die Spieler für die Monster und schätzen dann ein, welches der Monster noch ins Bett macht, Humanist ist oder viel lacht. Punkte gibt es für Übereinstimmungen. Das Unglaubliche ist, dass es tatsächlich funktioniert! Tatsächlich entwickeln die Monster im Laufe der Partie Persönlichkeit. Zugegeben einige mehr als andere, aber es gibt überraschend viele Übereinstimmungen. Bislang konnte ich damit auch sehr kritische Spiele überzeugen. Ein Partyspiel abseits des üblichen!

Da sowieso keiner die Chance hat, das Kapitänsspiel zu spielen fasse ich mich kurz: Jerome aus unserer Montagsrunde hat ein sehr interaktives, Handelskartenspiel erfunden, dass mit einfachen Mitteln, knifflige Entscheidungen und viele Bündnismöglichkeiten bietet. Falls ein Verlag sowas tolles in sein Programm aufnehmen will, möge er mir bitte Bescheoid geben, ich sag Jerome dann bescheid :-)

Frohes Neues Jahr!

Peer

 

 

Aufgehübscht

So, mittlerweile ist es 4:41 auf meinem Radiowecker neben mir. Morgen früh wird die Hölle!
Ich hoffe, daß sich diese Nachtschicht dennoch gelohnt hat und Ihnen das neue Aussehen von spielbar.com gefällt. Nach und nach werde ich noch ein paar Funktionalitäten mit hinzunehmen. Für heute ist neben dem Aussehen insbesondere die Umstellung der rechten Spalte neu. Diese können Sie jetzt nach ihren Belieben zusammenstellen.
Ich freue mich natürlich über Feedback (insbesondere falls Sie noch auf Fehler stoßen).

Damit ist auch optisch der Rahmen geschaffen, um am morgigen Silvestertag den “Sylvester” gebührend präsentieren zu können. Ich habe schon etwas vernommen, aber ich kann schweigen ;-) Gute Nacht!