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Hansa

Verlag: Abacusspiele
Autor: Michael Schacht
Spieler: 2-4
Alter: ab 10 Jahren
Spieldauer: 45-60 Minuten

Zur Thematik des Spiels: Die Spieler wetteifern um die Vorherrschaft in den Hansestädten des 14. Jahrhunderts. Sie durchqueren mit einem Handelsschiff die Ostsee, immer auf der Suche nach günstigen Gelegenheiten wertvolle Waren zu erwerben. Währenddessen bauen sie in den Städten ein Netz von Marktständen auf. Diese ermöglichen es Waren wieder rechtzeitig zu verkaufen und den Einfluß weiter zu vergrößern.

Regelerläuterungen beginnen in unseren Spielrunden natürlich mit dem Spruch „Wer am Ende die meisten Siegpunkte hat, gewinnt“. Damit hat der Erklärende sofort die Lacher, aber auch die Aufmerksamkeit der Zuhörer auf seiner Seite. Bei Hansa geht es zwar auch um Siegpunkte, aber hier war der gesamte Spieletreff sowieso schon gespannt, denn das neue Spiel von Michael Schacht wurde ja bereits vor einem halben Jahr auf der Messe in Essen mit einem kleinen Plakat angekündigt.

Bei Hansa kann man Siegpunkte durch Waren sowie durch Präsenz in den Handelsstädten bekommen. Am Ende zählt die Präsenz in einer Stadt zwei, ein unverkauftes Warenplättchen einen und ein verkauftes Warenplättchen die Anzahl an aufgedruckten Waren plus einen Siegpunkt.

Nun denn, schauen wir uns den Spielplan genauer an. Auf dem Spielplan finden sich die Ostsee mit den umliegenden Handelsstädten. Zwischen diesen Handelsstädten bestehen Handelsrouten, auf welchen das vom jeweils aktiven Spieler gesteuerte Handelsschiff bewegt wird. Diese Handelsrouten können in jeweils nur eine Richtung befahren werden, was für den Ablauf der Spielrunden von entscheidender Bedeutung ist, wie wir gleich noch sehen werden.

Die Spieler starten mit einer Grundausstattung von in zwei Städten ausliegenden Marktständen, etwas Geld, aber ohne Waren. Letztere gilt es in den zu bereisenden Städten einzukaufen. Der Zug eines Spielers läuft in vier Phasen ab:

  • Einkommen nehmen
  • Angebot auffüllen (ggfs.)
  • Aktionen
  • Steuern und Zölle (ggfs.)

Das Einkommen beträgt für jeden Spieler 3 Taler pro Runde.
Einen dieser Taler kann er anschließend dafür verwenden, um das ausliegende Warenangebot aufzufüllen. Waren gibt es in sechs unterschiedlichen Farben. In jeder Stadt gibt es einen oder zwei Marktplätze, an denen Waren zum Verkauf ausliegen. Sind diese Waren verkauft, bleiben diese Marktplätze solange leer, bis einer der Spieler in seinem Zug das Angebot auffüllt.
Darauf folgt die Aktionsphase des Spielers. Das Schiff entlang einer Handelsroute in eine benachbarte Stadt führen kostet einen Taler. Möchte ein Spieler in einer Stadt ein Warenplättchen einkaufen, so kostet dies ebenfalls einen Taler – unabhängig davon, wieviele Waren darauf abgebildet sind (eine bis drei). Warenplättchen können wiederum auf zwei Arten verwendet werden. Einerseits zum Errichten von Marktständen, wofür ein Warenplättchen abgegeben werden muß. Dann können entsprechend der Anzahl der abgebildeten Waren, Marktstände in einer Stadte aufgebaut werden. Andererseits können Waren in einer Stadt mit eigenen Marktständen (!) verkauft werden – dies sind dann direkte Siegpunkte.
Am Ende des Spielzuges müssen alle Waren und Taler abgegeben werden, die die erlaubte Zahl von drei übersteigen.

Das Wesentliche bei der Ausführung der Aktionen ist, daß in jeder Stadt nur genau eine Aktion zulässig ist. Auf diese Weise ist jeder Spieler gezwungen das Schiff kräftig auf dem Spielplan umherfahren zu lassen. Dieser Mechanismus sorgt auch gleichzeitig für eine erhebliche Dynamik im Spielverlauf, denn dort wo das Schiff bei Spieler 1 noch lag, wird es für Spieler 4 in einer Runde sicherlich nicht mehr liegen – oder aber schon wieder…

Die Ausrichtung der Handelsrouten bieten daneben noch erhebliches taktisches Potential. Ein beliebter Spielzug in unseren Runden war dementsprechend: In der Ecke des Spielplans die letzten Waren einkaufen, flott weiterfahren, verkaufen und dann das Schiff für den Nachfolgenden wieder in die hinterste Ecke vertreiben ;-)

Hansa bietet in jeder Besetzung noch viel mehr Möglichkeiten, als hier in dieser Rezension beschrieben sind. So müssen unbeteiligte Spieler z.B. beim Verkauf einer Ware einer Farbe ebenfalls Warenplättchen dieser Farbe abgeben, was durchaus Interaktion in das Spiel hineinbringt.

Ein paar Worte zum Material: Hier hat der Autor auch direkt die Graphik besorgt, was in der Spieleszene ja nicht so oft vorkommt. Die Pappplättchen sind von hervorragender Qualität. Marktplätze und das Schiff sogar aus Holz. Die Regel ist schön geschrieben und läßt keine Frage offen und Spielplan und Schachtel sind äußerst stabil. Hier kann einer kleiner Verlag mehr als Vorbild für die großen sein!

In unseren Spielerunden kam das Spiel hervorragend an. Zu zweit fanden wir jedoch die Zugoptimierung als zu sehr im Vordergrund stehend, zu viert hat es uns am meisten Spaß gemacht. Insgesamt bleibt uns nur eine hervorragende Anzahl an Sternen zu vergeben – was wir aber gerne tun!

Bitte beachten Sie auch die Spielhilfen in unserem Download-Bereich!

Jürgen Karla

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