Verlagsvorstellung Fever Games

Viele Verlage habe ich dieses Jahr angeschrieben und kaum einer hat geantwortet, und manche haben sich nach anfänglichem Interesse nie wieder gemeldet. Um so schöner, wenn ein Verlag mich findet. Vor allem weil mich das Spiel des Verlages optisch sofort angesprochen hat. Ob Topiary von Fever Games hält was die Optik verspricht, erfahrt ihr weiter unten – alles andere über den Verlag erfahrt ihr im Interview!

Bitte stelle Dich und Deinen Verlag kurz vor!

Fever Games ist ein Italienischer Verlag, geboren 2015. Meine Frau Elena und ich, Emanuele, sind begeisterte Brettspieler und mögen die Idee einen Brettspielverlag zu führen. Wir haben auch ein paar Freunde, die uns mit Graphik, Bearbeitungen, Logistiken und Messen aushelfen. Wir begannen mit der Italienischen Lokalisation von Epic Resort (Floodgate Games) und Italienischen Versionen aller Boss Monster Spielen (Brotherwise Games) 2017 werden wir unsere ersten Eigenproduktionen veröffentlichen: Topiary und Bobbidi Boom und wir sind zum ersten Mal auf der Spiel! Wir sind natürlich sehr glücklich, unseren Verlag wachsen zu sehen.

Bitte erzähle uns mehr über Eure Spiele!

Unser Slogan ist: “Folge dem Ruf des Spaßes!” Das wichtigste für uns ist, dass ein Spiel Spaß macht und die Spieler eine gute Zeit haben.

Topiary ist ein Familienspiel für 2-4 Spieler, es dauert 20 Minuten und ist für alle Altersgruppen geeignet. Es hat einen einfachen Mechanismus, aber es hat auch viel Interaktion und gute Spieler haben auch genug zum Nachdenken. Es ist auch eine gute Möglichkeit etwas über Topiary (Formschnitt von Büschen und Bäumen) zu lernen. 🙂
BGG

Bobbidi Boom ist ein schnelles und lustiges Spiel über Hexen, die um einen Kessel herumstehen und dort Zutaten für einen mächtigen Zaubertrank einwerfen. Es ist ein “Cant Stop”-Spiel, bei dem das Risiko ständig zunimmt. Die Spieler müssen sich entscheiden, ob sie weitere Zutaten hinzugeben und es riskieren, dass der Kessel explodiert oder ob sie lieber passen. Am Ende der Runde bekommen die Spieler besondere Zutaten hinzu, aber wenn der Kessel explodiert, bleiben ihnen nur die schlimmsten Zutaten.

Was habt ihr für für Zukunft geplant?

Wir wollen weitere Spiele für den Italienischen Markt lokalisieren (Die Essener Spiel ist eine großartige Möglichkeit mit anderen Verlagen in Kontakt zu treten). Wir sind immer an neuen Spielen aus aller Welt interessiert (Topiary ist vom Amerikanischen Autor Danny Devine) und so laden wir alle Autoren ein, uns ihre Ideen und Prototypen zu schicken!

Wie und mit welchen Spielen sollten Autoren euch am besten ansprechen?

Am besten schickt man uns eine Kurzbeschreibung des Spieles und wenn wir interessiert sind, fragen wir nach den Regeln. Wenn wir denken, dass das Spiel etwas für uns sein könnte, fragen wir nach Möglichkeit nach einem Prototypen oder, wenn das nicht geht, nach einer PNP-Version.

Wir suchen nach Spielen, die für alle Spielertypen interessant sind. Wir bevorzugen einfachere Mechanismen, einfach zu lernen, aber mit Tiefe und vielen Entscheidungen für die Spieler und viel Interaktion. Das wichtigste ist, dass die Spieler Spaß haben. Das Thema ist nicht allzu wichtig, denn wir diskutieren ggf. mit dem Autor welches Thema am geeignetesten sein könnte.

Vielen Dank für das Interview!

Aus BGG
“Einfach, aber mit Tiefe” und “Für alle Spielertypen geeignet” sind Attribute die wohl die meisten Verlage gerne für ihre Spiele sehen würden. Es sind aber auch tatsächlich passende Attribute für Topiary. Das Spiel ist schnell erklärt: Es liegt ein verdecktes 5×5-Plättchenraster aus, die Spieler haben je 3 weitere Plättchen in der Hand. Wer an der Reihe ist stellt einen seiner Meeple an ein Randfeld des Rasters. Dabei gibt es die hübsche (wenn auch etwas fummelige) Idee, dass man den auch an eine Ecke eines Plättchens stellen kann, wo er nicht die Reihe/Spalte sondern die Diagonale überblickt – inklusive der kurzen Diagonalen sind so viele Positionen möglich! Anschließend darf man eines der der Plättchen der betreffenden Reihe auf die Hand nehmen und durch ein Handplättchen offen ersetzt (das kann dasselbe sein). Die Plättchen zeigen immer eine Sorte Baumschnitt in einer Größe von 1-5. Sind alle Meeple gesetzt, wird gewertet: Jeder Meeple sieht das erste offene Plättchen und dahinter immer nur größere Plättchen. Jedes gesehene Plättchen gibt Punkte nach Aufdruck. Für gleiche Sorten gibt es einen Bonus. Und wenn die Handkarten eine größere Entsprechung unter den gesehenen Plättchen haben, wertet man die auch noch.

Die Regeln sind schnell klar, da recht intuitiv (und man kennt ja den “Hinten muss größer sein als Vorne”-Mechanismus). Dadurch kann man schnell losspielen. Und ebenso schnell bemerkt man, dass das Spiel schön knifflig ist: Nach und nach bekommt man mehr Informationen und man nimmt auch mal kurze Diagonalen, um Plättchen in eine andere Reihe einzugliedern, seine Handkarten zu werten und/oder den Mitspieler zu ärgern. Da steckt wirklich viel drin im Spiel! Dabei wird das Spiel aber nie zu grüblerisch-nervig. Hinzu kommt mit einer Spieldauer von etwa 20 Minuten, genau die richtigte Länge für ein derartiges Spiel. Topiary ist damit ein schöner Einstieg in Spieleabende. Es ist sicherlich nicht mein All-Time-Favorite oder so, aber es macht genau das was es will und das macht es gut. Was verlangt man mehr von einem Spiel?

Peer Sylvester

Autor: Peer Sylvester

Begann seine Spielerkarriere recht früh, weil sein Vater einen Gegner beim Schach brauchte. Berufswunsch in der dritten Klasse: “professioneller Schachspieler”. Lebt in Berlin und arbeitet als Lehrer für Mathematik und Chemie. Hat bereits erfolgreich seine ersten Spiele als Autor bei verschiedenen Verlagen veröffentlicht.

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