Robo-Tory

Verlag: Kawasaki Factory – Neuauflage von Asmodee (als Robotory)
Autor: Susumi Kawasaki
Spieleranzahl: 2
Alter: ab 8 Jahre
Spieldauer: ca. 10 Minuten

Asmodee erweitert seinen Einflussbereich nach Japan: Das bislang nur über Japan Brand zu beziehende Kleinverlagsspiel meines japanischen Lieblingsautoren Susumi Kawasaki (Traders of Carthage, R-Eco) erscheint jetzt auf Deutsch. Da ich die deutsche Regel für das Urspiel verfasst habe, kann ich jetzt blitzschnell (meines Wissens noch vor Veröffentlichung der Asmodee-Ausgabe) eine Rezi verfassen! Das nenne ich Leserservice!

Wie bereits jemand auf dem Asmodee-Blog anmerkte: Das Spielmaterial ist eher schnörkellos-schlicht zu nennen: eine zweifarbige Pfütze aus Sechseckfeldern und ein kleines Treibstofflager. Auf dem Plan stehen drei Roboter. Im Lager liegen Holzwürfel (nicht auf den Pressefotos zu sehen, daher weiß ich nicht, ob es bei der Neuauflage tatsächlich Holzwürfel sind. Was sollen es aber auch sonst sein?).
Auch das Spielziel ist klar: Ist eine Sorte Treibstoff verbraucht, gewinnt der Spieler auf dessen Spielplanhälfte mindestens zwei der drei Roboter stehen.

Die Regeln sind sogar glasklar: Wer an der Reihe ist platziert entweder einen Treibstoffwürfel aus seinem Vorrat irgendwo auf dem Spielfeld. Oder er füllt seinen Vorrat auf vier Würfel auf, wobei er beliebig zwischen den beiden Treibstoffsorten wählen darf. Oder er setzt einen Roboter beliebig weit, wobei aber auf jedem Feld ein Treibstoffwürfel der richtigen Farbe (der blaue Roboter frisst nur blauen Treibstoff, der rote nur roten, der gelbe frisst beide Sorten) liegen muss.

Sind klare Wasser tief? Was Robo-Tory betrifft würde ich sagen: Etwa knietief. Am Anfang denkt man noch, das intellektuelle Wasser benetzt nicht einmal die Knöchel: Die ersten Züge der ersten Partie erinnern mehr an ein Tauziehen als an ein interessantes Stellungsspiel: Würfel werden gestellt und die Roboter werden hin und wieder zurück bewegt. Erst mit ein klein wenig Erfahrung merkt man, dass doch ein bisschen mehr in dem Spiel steckt als sinnloses Hin- und Hergeziehe: Besonders mit dem gelben Roboter kann man wunderbar die Pläne des Gegners durchkreuzen. Das Platzieren der Würfel kann sowohl Angriff als auch Verteidigung sein und ist nicht ganz so trivial wie es auf den ersten Blick scheint. Doch auch diese Möglichkeiten sind begrenzt und schon bald stellt sich das Gefühl ein, alles gesehen zu haben, was das Spiel bietet. Das Problem ist die einseitige Siegbedingung: Letztlich spielt sich alles interessante an einer eindimensionalen Grenze ab – Das Hinterland bleibt meist ziemlich unberührt. Hier hätten ein paar besondere Felder oder ähnliches dem Spiel sehr gut getan. Der Bewegungsmechanismus der Roboter ist nämlich wirklich interessant. Leider ist das Spiel in dieser Form etwas enttäuschen: Es ist ein solides, schnell gespieltes Zweierspiel für Zwischendurch. Richtig „satt“ macht es aber nicht – Schade!

3 Gedanken zu „Robo-Tory“

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