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Chocolate Fix

Verlag: Think Fun
Autor: keine Angabe
Spieleranzahl: 1
Alter: ab 10 Jahre
Spieldauer: 5 Minuten pro Puzzle

Es ist doch so: Wir alle versuchen zu sparen. Und wenn ein Solopuzzle auf dem Markt kommt, dann fragt man sich willkürlich: Gibt’s das nicht auch digital? Und umsonst? Denn wozu soll man sich mit großen Schachteln belasten, wenn man alleine sowieso lieber den Rechner anknipst?

Nun ein Grund liefert Chocolate Fix: Die Kinder können die Pralinen, um die es hier geht, für die Puppenküche benutzen! Nein, im ernst – die sind wirklich goldig. Da hat die analoge Puzzleschmide Thinkfun (weltbekannt durch das geniale Rushhour) ganze Arbeit geleistet!

Spielerisch haben wir es hier mit einem reinen Logikpuzzle zu tun – also eigentlich kein Spiel, sondern ein Rätsel. Aber warum nicht – sowas macht mir Spaß und als Rezensent bestimme sowieso ich, was hier zu lesen ist. Gegeben werden Hinweise in drei Schwierigkeitsgraden und die Hinweise sagen mir, wo welche Praline hin soll.

Z.B. Eine braune Praline (es gibt drei Farben) in die Ecke und eine runde (es gibt drei Formen) daneben. Eine pinke Praline liegt gegenüber einer Dreieckigen, aber in welcher der drei Spalten die liegt, ist mir nicht bekannt. Und so weiter. Ziel ist es natürlich alle neun Pralinen auf ihre Plätze zu legen. Vorzugsweise auf die richtigen.

Das funktioniert besser als gedacht! Tatsächlich denkt man am Anfang eher nach dem Ausschlussverfahren: Da unten muss was Gelbes hin, also kann die Braune da nicht liegen. In der Mitte oben muss was Rundes hin, also kann das Dreieck da nicht sein. Folglich bezieht sich dieser Hinweis auf die dritte Spalte. Später geht es mehr und mehr darum festzustellen, welche Hinweise deckungsgleich sind: Zeigen 4 Hinweise eine braune Praline, müssen sich mindestens zwei auf dasselbe Feld beziehen.

Dadurch ist tatsächlich eine Progression in den Aufgaben erkennbar. Und das hält bei der Stange. Ein Rätsel wird man eigentlich immer in 5 Minuten gelöst haben, Bei 40 Rätseln sind das 200 Minuten – und das ist Ok für diese Art von Spiel – Verzeihung! – Puzzle! Zumal bei Erfolg (wie bei Rushhour) wohl weitere Aufgaben folgen werden.

Das einzige was mich nervt (Und warum Rushhour immer noch der König unter den Solopuzzlen ist) sind die Rätsel, bei denen alles auf zwei verschiedene Möglichkeiten hinausläuft, die man dann einfach durchprobiert. Aber gut, irgendwas zu mackern ist immer und Perfektion wird nur in Ausnahmefällen erreicht. Außer von mir natürlich.

Peer Sylvester

Begann seine Spielerkarriere recht früh, weil sein Vater einen Gegner beim Schach brauchte. Berufswunsch in der dritten Klasse: “professioneller Schachspieler”. Lebt in Berlin und arbeitet als Lehrer für Mathematik und Chemie. Hat bereits erfolgreich seine ersten Spiele als Autor bei verschiedenen Verlagen veröffentlicht.
Peer Sylvester

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