Geschenkt… ist noch zu teuer

Verlag: Amigo
Autor: Thorsten Gimmler
Spieleranzahl: 2-5
Alter: ab 8 Jahre
Spieldauer: ca. 10 Minuten

„Noch einmal? War ja so kurz.“

Ja, das war es wirklich. Da hängt man doch gleich noch eine zweite Partie Geschenkt…ist noch zu teuer an. Also: Karten (numeriert von 3 bis 33) mischen, verdeckt neun davon aussortieren, jedem gleich viele Pokerchips geben und die erste Karte umdrehen. Aha, eine 26. Ich fange an und dann geht’s reihum: Wenn ich die Karte nicht will (und das ist eigentlich immer der Fall) bezahle ich einen Chip. Dann darf mein Nachbar die Karte inklusive Chip nehmen oder seinerseits einen Chip abgeben und seinem Nachbarn die Qual der Wahl lassen. Das geht so lange, bis einer sich erbarmt und die Karte samt Chips einsammelt.

Aber warum eigentlich bezahlen? Sind die Karten denn wirklich so schlecht?

Sind sie. Am Ende zählt jeder Chip gerade einmal einen Pluspunkt, jede Karte aber ihren aufgedruckt Wert als Minuspunkte. Oder jedenfalls meistens: Hat man eine ununterbrochene Reihe von Karten, dann zählt nur der niedrigste Wert der Reihe. Wohl dem, der neben seiner 25 und 27 besagte 26 bekommt (und dessen drei Karten nun nur noch 25 Minuspunkte zählen). Wehe dem, der sich verspekuliert und dessen rettende Karten von einem Mitspieler genommen wurden oder dessen Karten gar nicht erst im Spiel sind!

Das Spiel endet mit der Aufnahme der letzten Karte und das war es auch schon mit den Regeln. Ein einfaches Spiel also. Und eines, das durchaus Spaß macht – auch und gerade Wenigspielern. Als Absacker oder Opener an den Rändern eines Spieleabend oder als Lückenfüller ist es auf alle Fälle gut und durchaus empfehlenswert.

Doch mir persönlich fällt es gegenüber meinen Referenzspielen desselben Segments, Coloretto und 6 nimmt, etwas ab – zu hoch der Glücksfaktor, das Dilemma bei den anderen beiden ist noch etwas schärfer herausgearbeitet, man hat das Gefühl von etwas mehr Spielkontrolle. Folgerichtig kann ich mir im Gegensatz zu einem Nachmittag mit einem der vorgenannten Spielen, eine Beschäftigung mit Geschenkt die sich über eine Stunde hinzieht, kaum vorstellen. Da fehlt das gehaltvolle – reiner Zock macht auf Dauer nicht satt.

Andererseits: Noch eine Partie gefälligst? Klar, geht ja schnell!

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