{"id":9312,"date":"2013-08-25T09:26:42","date_gmt":"2013-08-25T07:26:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/?p=9312"},"modified":"2013-08-25T09:26:42","modified_gmt":"2013-08-25T07:26:42","slug":"und-taeglich-gruesst-der-stapel-ungespieltes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spielbar.com\/wordpress\/2013\/08\/25\/9312\/","title":{"rendered":"Und t\u00e4glich gr\u00fc\u00dft der Stapel Ungespieltes"},"content":{"rendered":"<p>Ich bin neulich auf <a href=\"https:\/\/fbcdn-sphotos-h-a.akamaihd.net\/hphotos-ak-frc3\/q71\/1186197_575054589216463_1745581112_n.jpg\">dieses Bild<\/a> gesto\u00dfen worden.\u00a0Und ich mochte sofort den <strong>b\u00f6sen<\/strong> Charakter den es ausstrahlte und das verspielte, das es dem Medium Buch gibt. Wenn ich \u00fcber so was stolpere \u00fcberlege ich immer in wie weit dies auf Spiele \u00fcbertragbar ist.<\/p>\n<p>Es gibt nat\u00fcrlich Solo-Abenteuer-Spiele-B\u00fccher wie die Einsamer Wolf-Serie oder der Hexenmeister vom Flammenden Berg und noch hunderte mehr. Das war vermutlich auch der Grund, warum ich dann in den sp\u00e4ten 80ern voll in dieses Genre eingetaucht bin. Ein Buch, dass mir die Entscheidung l\u00e4sst und das sich anders liest wenn ich andere Entscheidungen treffe war f\u00fcr mich als Teenager revolution\u00e4r. Aber wenn man nicht gerade stirbt ist das eigentliche Ende immer dasselbe und nur der Weg dahin kann unterschiedlich steinig oder spannend sein.<\/p>\n<p>Ich dachte also weiter ob es sich auf Brettspiele und deren Design \u00fcbertragen lassen kann. Und dann wurde mir klar: Das ist ein Konzept von den meisten Spielen. Das ist schon drin.<\/p>\n<p>Und ich rede jetzt nicht von Sammelkartenspielen, wo ich erst einige P\u00e4ckchen kaufen muss und jedes hat andere Karten. Ich meine fast jedes Spiel, welches von einem hohen Wiederspielreiz lebt. Wenn das Spiel immer gleich ausgehen w\u00fcrde w\u00e4re das doch schnell langweilig. Die verschiedenen Strategien die in Spielen stecken sorgen f\u00fcr ein immer anderes Erlebnis. Gerade das Spiel des Jahres 2012 Kingdom Builder hat dies zelebriert. Durch die verschiedenen Siegpunktkarten verliefen die Spiele und die n\u00f6tigen Strategien immer komplett anders. Andere Geb\u00e4ude wurden wertvoller und die Spieler mussten anders denken um das Beste aus dem Brett zu holen. Wer das Spiel nur einmal gespielt hat, kann sich mit einem anderen der es nur einmal gespielt hat genauso streiten, da die Spiele ja v\u00f6llig anders verlaufen sind.<\/p>\n<p>Die Autoren und Redakteure haben es da halt schwer. Auf der einen Seite versuchen sie ein Erlebnis zu erschaffen wie es B\u00fccher und Filme generieren mit spannenden Wendungen und \u00fcberraschenden Enden. Auf der anderen Seite will das Spiel ein weiteres mal auf den Tisch kommen und da neue Spannungen und \u00dcberraschungen generieren. Was ein Buch und ein Film oft nicht kann* und auch oft nicht will. Im Gegensatz zu B\u00fcchern und Filmen wollen und sollen Spiele immer wieder neu konsumiert werden. Es sei denn, der Autor w\u00e4re zufrieden mit einmal gespielt, und dann das n\u00e4chste, weil eh kein Mensch schafft alle Spiele zu spielen. Das w\u00fcrde ich aber als Ausnahme abtun. Computerspiele versuchen es oft schon nicht mehr, sie wissen das sie nur einmal gespielt werden.<\/p>\n<p>Wie aber den Wiederspielreiz aufbauen ohne ohne zu schwer oder zu komplex zu machen? Hier trennt sich ein Gutes von einem Mittelm\u00e4\u00dfigen Spiel.<\/p>\n<ul>\n<li>Manche arbeiten mit Zuf\u00e4llen, da die W\u00fcrfel immer wieder ein anderes Vorgehen bedeuten. Gerade Stefan Feld hat dies in den letzten Jahren ausgiebig exploriert.<\/li>\n<li>Andere arbeiten mit einer Auswahl. Wenn ich in Agricola sieben ganz andere Karten auf der Hand habe, die ganz andere Strategien unterst\u00fctzen ist das Spannend. Vor allem, wenn dauernd neue Karten dazukommen.<\/li>\n<li>Es gibt auch die Gruppe der Partyspiele, welche vor allem von den Unterschiedlichen Pers\u00f6nlichkeiten der Mitspieler leben. Da diese oft mit wechselnden Gruppen gespielt werden ist auch hier nie ein Spiel wie das Andere.<\/li>\n<li>Wieder andere arbeiten mit ausreichen vielen Entscheidungen, welche mit einer h\u00f6heren Spielzeit zusammenfliessen. Das ist fast schon mehr Kunst als Handwerk. Einige Spieler bekommen Kopfschmerzen bei solchen Spielen, andere empfinden sie als die Kr\u00f6nung der Spielesch\u00f6pfung.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Brettspiele m\u00fcssen mit dem feinen Unterschied leben, dass die Spieler ausreichend verw\u00f6hnt sind, dass sie immer mehr Wiederspielreiz wollen aber oft genug ohne es auch so oft zu spielen. Hier klafft eine Schere zwischen Anspruch und Realit\u00e4t. Auf der anderen Seite ist die gro\u00dfe Gruppe der Nicht-Spieler die zu einem Monopoly greift. Sie wissen was sie erwartet. Es gibt keine \u00dcberraschungen und oft wird es nicht einmal das eine Mal konsumiert. Hauptsache es steht zuhause. Als Verleger schlage ich mich auf die Monopoly-Seite. Als Autor, Redakteur und K\u00fcnstler auf die Erstere.<\/p>\n<p>Es bleibt <strong>b\u00f6se<\/strong>.<\/p>\n<p>* Ausnahme die mir spontan einf\u00e4llt, ist Die \u00fcblichen Verd\u00e4chtigen. Der Film hatte die Schl\u00fcsselszene am Anfang des Film und wer den Film erneut sieht erlebt vieles unter anderen Gesichtspunkten. Toller Film. Los schaut ihn an, falls ihr das noch nicht gemacht habt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich bin neulich auf dieses Bild gesto\u00dfen worden.\u00a0Und ich mochte sofort den b\u00f6sen Charakter den es ausstrahlte und das verspielte, das es dem Medium Buch gibt. Wenn ich \u00fcber so was stolpere \u00fcberlege ich immer in wie weit dies auf Spiele \u00fcbertragbar ist. 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